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Siemens UHF-RFID-Systeme bewähren sich im industriellen Umfeld

| Autor / Redakteur: Markus Weinländer / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Aufgrund extremer Anforderungen, wie der Hochtemperaturfähigkeit, wurde in der Industrie die UHF-RFID-Technik nur zögerlich verwendet. Unter dem Motto „UHF for Industry“ hat nun ein Automatisierer diese Technik für den Einsatz in Produktion und industrieller Logistik tauglich gemacht.

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(Bild: Siemens)

Die Vision von kostengünstigen RFID-Etiketten, die auch im verbauten Zustand, im Pulk und über mehrere Meter Entfernung gelesen werden können, wurde mit der Einführung des Standards EPC global (Electronic Product Code) Wirklichkeit. Damit sind neuartige Logistikkonzepte möglich. Basis dafür ist die Nutzung des ultrahohen Frequenzbands um 865 MHz. Doch die Technik hat auch ihre Tücken, die aber mit neuen Algorithmen und Komponenten beherrschbar geworden sind.

Im Handel gibt es UHF-RFID bereits seit 10 Jahren

Während der Handel bereits vor fast zehn Jahren mit der Identifizierung von Waren mit Hilfe elektromagnetischer Wellen (RFID) im ultrahohen Frequenzbereich (UHF) begonnen hat, konnten in der verarbeitenden Industrie die zugrunde liegenden Standards (EPC global) nicht ohne Weiteres für Anwendungen in Produktion, Materialflusssteuerung und Zulieferlogistik eingesetzt werden (Bild 1). Dabei legt die Industrie ihren Schwerpunkt auf die dem Electronic Product Code zugrunde liegenden Funkmechanismen.

Bildergalerie

Der Grund, warum das industrielle Umfeld nicht so schnell auf den EPC-global-Zug aufsprang, liegt in den unterschiedlichen Anforderungen, die dort zum Tragen kommen. So ist ein Automobilhersteller auf eine 100-prozentige Erfassung angewiesen und Überreichweiten müssen unbedingt vermieden werden. Damit es nicht zu einer Überreichweite kommt, dürfen nur die RFID-Labels in unmittelbarer Nähe einer Lesestelle erfasst werden (Bild 2 – siehe Bildergalerie). Denn eine Fehllesung kann zum Beispiel nicht nur eine Fehlbuchung bei der Vereinnahmung verursachen, sondern sogar zur Beschädigung von Maschinen führen, wenn ein Roboter eine falsche Bewegungskurve durchläuft.

Industrie stellt andere Anforderungen an UHF-RFID als der Handel

Zudem stellt die Industrie deutlich höhere Anforderungen an die Qualität der Transponder. So müssen industrietaugliche Smart Labels etwa in einer Lackiererei auch Erwärmungen bis zu 220 °C und eine anschließende Schockabkühlung aushalten können. Schließlich fordert die Industrie gänzlich andere Inbetriebnahme-, Diagnose- und Integrationsmechanismen, um zum Beispiel eine einfache Anbindung an bestehende Feldbusse wie Profibus oder Profinet und an speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) zu ermöglichen.

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