Flurförderzeuge Unicarriers kommt in die Gänge

Autor / Redakteur: Bernd Maienschein / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Im schwedischen Mölnlycke nahe Göteborg steht eine von zwei europäischen Unicarriers-Fabriken. Während im spanischen Pamplona vorwiegend Gegengewichtsstapler gefertigt werden, bauen die Schweden in erster Linie Lagertechnikgeräte, die Mitte September auf dem 1. Unicarriers Forklift Summit präsentiert wurden.

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(Bild: Maienschein)

Etwa 15.000 Einwohner zählt das Städtchen Mölnlycke, die Kommune rund 40.000. Neu ist die Staplerproduktion dort natürlich nicht, sondern findet seit etwa drei Jahren „nur“ unter einem neuen Namen statt: Die ehemaligen Atlet-Geräte tragen jetzt den kleinen, aber entscheidenden Zusatz „by Unicarriers“. Die im Staplermarkt noch relativ junge Marke entstand 2011 durch den Zusammenschluss der Unternehmen Nissan Forklift, TCM und Atlet. Heute verfügt Unicarriers mit Hauptsitz in Tokyo (Japan) über Niederlassungen in Europa, Amerika und Asien. Die Europazentrale ist in Meerbusch bei Düsseldorf, die deutsche Niederlassung befindet sich in Oberhausen.

90 % der verkauften Geräte stammen aus europäischer Produktion

Doch wer glaubt, die japanische „Mutter“ nutzte den Erwerb der Schweden überwiegend dazu, den hiesigen Markt mit Geräten aus fernöstlicher Produktion zu erobern, der irrt. „90 % der in Europa verkauften Maschinen stammen aus europäischer Produktion“, sagt Jorge Garcia, Verkaufsleiter Spanien.

Zuletzt hatten die Japaner im Februar dieses Jahres mit der Übernahme des 1974 gegründeten niederländischen Gabelstapler-Händlers Crepa Group in der Branche auf sich aufmerksam gemacht. „Die Übernahme von Crepa ist für unsere Strategie im europäischen Markt sehr wichtig. In den kommenden Monaten möchten wir unser Distributoren- und Händlernetz sowohl deutschland- als auch europaweit kontinuierlich durch weitere Akquisitionen ausbauen“, hatte Deutschland-Geschäftsführer Hans-Georg Hesse damals den Zukauf der Niederländer kommentiert.

Beim 1. Unicarriers Forklift Summit gab es dann auch jede Menge Neues zu entdecken. Beispielsweise feierte der Mehrwegestapler Tergo UFW Weltpremiere. Die Maschine ist speziell für die Anforderungen beim Transport und Stapeln von Langgut und Palettenladungen konzipiert und vereint, so Unicarriers, die Vorteile eines Mehrwegestaplers mit denen eines Schubmaststaplers in einem Modell.

Ausstattung mit zahlreichen Sicherheitsfunktionen

Die Gabelbreite des Tergo UFW ist serienmäßig hydraulisch von 560 auf bis zu 1550 mm, optional sogar bis zu 2220 mm verstellbar – das erleichtert das Ein- und Auslagern sowie den Transport von Gütern unterschiedlicher Länge. Mit einer Höchstladekapazität von 2500 kg, einer Hubhöhe von bis zu 9700 mm (beides Modell UFW 250) sowie einer Maximalgeschwindigkeit von 13 km/h garantiert der Tergo UFW laut Hersteller auch beim Palettenhandling „höchste Arbeitseffizienz“.

Der neue Mehrwegestapler ist dabei mit zahlreichen Sicherheitssystemen ausgestattet. Für vollen Überblick aus allen Winkeln sorgt das Pro-Vision-Konzept: Mastsystem, Überkopfschutz und Seitenteile sind so konzipiert, dass sie optimale Sichtverhältnisse schaffen. Die optionale Rückfahrkamera im Cockpit ermöglicht außerdem, rückwärs zu fahren, ohne den Kopf drehen zu müssen. Dabei bleiben beim Transport langer Güter die Lastenden laut Hersteller voll einsehbar. Eine technische Neuheit des UFW ist das Fork-Safe-Zone-(FSZ-)System. Es verhindert, dass die Gabeln mit den Radarmen zusammenstoßen. Mit dieser Option werden Position und Bewegung der Gabeln kontinuierlich erfasst; die Bewegung stoppt, sobald sich die Gabeln auf Höhe der Radarme befinden.

Produktiosverlagerung von Japan nach Spanien verkürzt Lieferzeit

Neu im Unicarriers-Programm ist auch eine Baureihe robuster, wendiger Hochhubwagen für das Lager. Die Modelle PSP 125 und 160 eignen sich besonders für den innerbetrieblichen Transport auch auf längeren Strecken, wie das Unternehmen angibt. Besonderes Merkmal sei die geringe Breite der Stapler, die mit nur 770 mm schmaler als eine Europalette ist und das Ein- und Auslagern auf beengtem Raum erleichtere.

Ab 2015 läuft der Frontstapler GX in Spanien vom Band. Um sich auch im Gegengewichtsbereich breiter aufzustellen, verlegt Unicarriers die Produktion seiner GX-Serie von Japan nach Spanien. Kunden würden durch den Wechsel des Produktionsstandorts von kürzeren Lieferzeiten, einer flexibleren Anpassung der Maschinen an europäische Bedürfnisse und einem noch wirtschaftlicheren Preis profitieren, ist man sich bei Unicarriers sicher. Darüber hinaus würden die Frontstapler mit der gewohnt hohen Produktqualität und leistungsfähigeren Motoren punkten. Wahlweise ist die GX-Serie mit einem Diesel- oder Flüssiggasantrieb (LPG) lieferbar. Der Sechszylinder-LPG-Motor ist mit elektronischer Kraftstoffeinspritzung ausgerüstet. Für verbesserte Produktivität und Kraftstoffeffizienz sorge das optionale Electronic Concentrated Control System (ECCS). ■

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