Digitale Transformation

Unterwegs im Truck der Zukunft

| Redakteur: Sandra Häuslein

Die „New Mobility World logistics“ bringt Besuchern auf der IAA Nutzfahrzeuge die Zukunft der Logistikbranche durch vier Präsentationsvarianten nahe.
Die „New Mobility World logistics“ bringt Besuchern auf der IAA Nutzfahrzeuge die Zukunft der Logistikbranche durch vier Präsentationsvarianten nahe. (Bild: CC0, pixabay.com)

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) blickt in die Zukunft und zeigt wie der Arbeitsalltag eines Lkw-Fahrers im Jahr 2030 mit dem vernetzten Truck aussehen könnte. Es ändern sich nicht nur die technische Ausstattung der Fahrzeuge, sondern auch die Fahrweise und somit auch das gesamte Berufsbild des klassischen Berufskraftfahrers. Die „New Mobility World logistics“ auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover zeigt dazu Lösungen, bietet Testfahrten und lädt zur Diskussion in Kongressen und Foren ein.

Ein Blick auf das Nutzfahrzeug im Jahr 2030: Wir schreiben das Jahr 2030. Auf dem Display von Thilo Schneiders Tablet blinkt eine 15. Jetzt weiß er, dass er in einer Viertelstunde den Konvoi verlassen und zumindest kurzfristig wieder selbst agieren muss. Bis dahin ist noch Zeit, die GPS-Koordinaten zu checken und das Ziel zu aktualisieren. Die Verkehrslage scheint ruhig zu sein abseits der Autobahn. Schnell noch ein Blick auf den E-Mail-Eingang, keine wichtigen News. Schneider informiert die übrigen Lkw via Whats App über seinen Ausstieg aus dem Platooning-Gespann.

Lkw koppeln sich zu Autobahnzügen

Die mehr oder weniger zufällige Reihe von Lkw, die sich zu Autobahnzügen koppeln, sind ein echter Fortschritt gegenüber den langen einsamen Fahrten früherer Jahre, als man vor allem bergan immer wieder von langsameren Fahrzeugen ausgebremst wurde oder sich in nervigen Elefantenrennen aneinander vorbeischob. Dank Platooning ist die Geschwindigkeit gleichmäßig zügig, zudem sind die 40-Tonner sparsamer unterwegs und nutzen die Straße viel effizienter – es gibt mehr Platz für andere Verkehrsteilnehmer.

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Auch Unfälle gehören schon seit einiger Zeit der Vergangenheit an, seitdem Sensoren und Computer die Fahrer in den kritischen Situationen entlastet haben. Die technischen Voraussetzungen sind – in diesem Szenario – längst vorhanden, damit Lkw verschiedener Hersteller im Verbund unterwegs sein können. Die Fahrzeuge kommunizieren reibungslos untereinander, Sprachbarrieren, wie sie zwischen den Fahrern der Trucks manchmal vorkamen, gibt es dank einheitlicher Systeme nicht mehr.

Fahrzeug erledigt Fahraufgaben selbständig

Der Autopilot gibt rechtzeitig vor der Ausfahrt das Signal zum Ausscheren, Thilo Schneider übernimmt während der Abfahrt wieder das Steuer. Das müsste er eigentlich nicht. Sein Truck würde auch diese Fahraufgabe selbständig erledigen, aber nachdem Schneider in den letzten Stunden im Cockpit seine Logistikaufgaben online erledigt hat, gönnt er sich gern ein paar Meter Nostalgie, auch wenn der Joystick zur Steuerung des 40-Tonners nicht wirklich an das große Lenkrad erinnert, das schwere Lkw noch bis Mitte der zwanziger Jahre des 21. Jahrhunderts hatten.

Seitdem große und kleine Transporter vernetzt und in der Regel ohne weiteres Zutun eines klassischen Fahrers unterwegs sind, braucht man das große Steuer einfach nicht mehr. Stattdessen klappt man im Cockpit einen kleinen Arbeitstisch auf, um den Arbeitstag eines Logistikers zu erledigen. Berufsbild und Image des Truckers haben sich durch die Vernetzung immens gewandelt. Waren Lkw-Fahrer früher hauptsächlich fürs Fahren und Be- und Entladen zuständig, verfügen Schneider und seine Kollegen neben der Lkw-Schulung über eine Ausbildung als Logistikkaufmann bzw. -kauffrau. Der Frauenanteil ist deutlich höher als früher. Mit der verbesserten Qualifikation sind auch die Einkommen gestiegen.

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