Suchen

Logistikimmobilie Update: Lagerstreit am „Heiligen Berg“ von Andechs

| Redakteur: Robert Weber

In Oberbayern ist die Welt noch in Ordnung, so die landläufige Meinung. Blauer Himmel, saftige Wiesen und ein Hochregallager. Hochregal? Um den Neubau der Logistikimmobilie streiten sich jetzt der Bauherr, die Andechser Molkerei Scheitz, und der bayerische Landesdenkmalrat.

(Bild: Mattana unter CC BY-SA 3.0-Lizenz, wikicommons)

Hintergrund der Geschichte: Die Molkerei plant an ihrem Firmensitz in der Nähe des sogenannten „Heiligen Bergs“ in Andechs ein Hochregallager zu errichten, um die Produkte und die des Konzerns, dem das Haus Scheitz angehört, zu lagern.

MM Logistik hat bei Scheitz nachgefragt: Das geplante Hochregallager der Andechser Molkerei Scheitz ist so konzipiert, dass es sich in die bayrische Voralpenlandschaft einfügt, heißt es. Geschäftsführerin Barbara Scheitz: „Die Andechser Molkerei Scheitz ist abseits der Sichtachse zum Kloster in einer Mulde gelegen und vom Kloster aus nicht einsehbar, was wir in mehreren Simulationen bereits belegt haben.“

Kritik vom Landesdenkmalrat

Das Bauvorhaben stößt auf Kritik beim Landesdenkmalrat. Der Vorsitzende, Thomas Goppel von der CSU, hofft, „dass die Planungen revidiert und das Bauvolumen ortsgerecht und beschränkt“ werde. Im Dialog mit dem Landesdenkmalrat wurde zudem seitens der Molkerei beschlossen, weite Teile des Gebäudes mit heimischen Gräsern, Ranken und Hölzern bewachsen zu lassen, um den Charakter der Landschaft im Gebäude widerzuspiegeln, schreibt das Unternehmen.

„Unser Ansatz bei diesem Bauvorhaben ist: Was sich organisch in die Landschaft einfügt, das kann auch nicht stören“, erklärt Scheitz. „Und für diesen Ansatz haben wir bisher auch viel positive Rückmeldung erfahren. Denn für die Andechser Molkerei Scheitz steht der Erhalt der 20 bayrischen Kulturlandschaft gleichberechtigt neben dem wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens, der Mitarbeiter und seiner rund 600 Bio-Bauern.“

Die kostspieligere Variante gewählt

Das Lager soll 150 m lang und bis zu 12 m hoch werden. Die Kritiker befürchten, dass die Silhouette von Andechs durch die Logistikimmobilie in Gefahr gerät. Grundsätzlich gibt es beim Bau von Hochregallagern zwei Möglichkeiten, die Produkte unterzubringen. Entweder das Lager wird höher gebaut – was kostengünstiger ist, oder das Lager wird in die Länge gebaut – was zu deutlich höheren Baukosten führt. Die Andechser Molkerei Scheitz hat sich bewusst für die teurere Variante entschieden, um das Landschaftsbild um Andechs zu wahren und zu würdigen, heißt es bei der Molkerei.

(ID:35962010)