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Luftfrachtlogistik Update: Logistiker erleiden Bruchlandung in Leipzig

| Redakteur: Robert Weber

Das Nachflugverbot am Frankfurter Flughafen bleibt. Die Richter des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig bestätigen damit ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofs in Kassel, 17 Nachtflüge zwischen 23 und 5 Uhr zu untersagen, gegen das das Land Hessen geklagt hatte. MM Logistik hat eine Umfrage zum Thema gestartet.

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Bruchlandung: Die Luftfrachtlogistiker dürfen nachts in Frankfurt nicht mehr fliegen. Das bestätigte der Bundesverwaltungsgerichtshof in Leipzig. (Bild: Winternitz, pixelio.de)
Bruchlandung: Die Luftfrachtlogistiker dürfen nachts in Frankfurt nicht mehr fliegen. Das bestätigte der Bundesverwaltungsgerichtshof in Leipzig. (Bild: Winternitz, pixelio.de)

Mit der Entscheidung werden die schlimmsten Befürchtungen der Luftfrachtlogistiker vor Ort wahr. Christoph Franz, Vorstandsvorsitzender

der Deutschen Lufthansa AG betont: „Frankfurt, Hessen – ja der ganzen Export- und

Logistiknation Deutschland drohen die Flügel gestutzt zu werden. Dies ist ein schwerer Schlag gegen den Wirtschaftsstandort Deutschland und es besteht kein Zweifel, dass eines der größten Drehkreuze Europas im internationalen Wettbewerb zurückfallen wird. Lufthansa wird den Bedarf für ausgewählte nächtliche Flüge aber im ergänzenden Planfeststellungsverfahren erneut deutlich machen“, unterstreicht Franz.

Monatelang hatten sie Stimmung gegen das Nachtflugverbot gemacht. Arbeitnehmer und Arbeitgeber engagierten sich gemeinsam in Veranstaltungen für die Flüge in der Nacht. In den letzten Wochen legte Lufthansa-Frachtboss Garnadt noch einmal medial nach und stellte die Luftfrachtflotte der Airline infrage.

40 Mio. Euro Kosten durch Flugverbot

Doch die Logistiker hätten es eigentlich wissen müssen, denn schon in der mündlichen Verhandlung signalisierte der Vorsitzende Richter Rüdiger Rubel, dass er eine frühere Entscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) für zulässig hält, schreibt der „Spiegel“. Auf bis zu 40 Mio. Euro beziffern Experten die Kosten des Nachtflugverbots. Die Sorgen der Luftfrachtexperten geht noch weiter: „Ich habe die Sorge, dass auch an den Flughäfen in Köln-Bonn oder in Leipzig schon bald in der Nacht der Stecker gezogen werden könnte", erklärte Dirk Steiger, Chef der auf Luftfracht spezialisierten Beratungsgesellschaft Aviainform gegenüber dem "Handelsblatt".

Leipzig ist keine Alternative

Der Flughafen Leipzig kann die Kapazitäten von Frankfurt am Main allerdings nicht auffangen. Denn die Lufthansa Cargo transportiert die Hälfte ihrer Fracht in Passagiermaschinen und lädt die Container und Boxen in Frankfurt um, berichtet der „Focus“. „Logistik ist ein Netzwerk – da kann man nicht einfach ein Stück herausschneiden“, zitiert das Blatt Garnadt.

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