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Flughafenlogistik Update: Stößt die Intralogistik am BER an ihre Grenzen?

| Redakteur: Robert Weber

Ein Gutachten des Flughafenexperten Dieter Faulenbach da Costa kommt zu dem Ergebnis, dass die Kapazitäten am neuen Hauptstadtflughafen BER kurz nach der Eröffnung an ihre Grenzen stoßen werden. Das berichtet „Die Welt“. Es gebe zu wenig Gepäckbänder und Check-in-Schalter, heißt es. Neue Aufträge für die Intralogistiker könnten bald anstehen.

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Gibt es am BBI in Zukunft Probleme mit dem Gepäck?
Gibt es am BBI in Zukunft Probleme mit dem Gepäck?
(Bild: BBI)

In der Gepäckhalle ständen den Reisenden nur acht Bänder zur Verfügung. Erforderlich seien 20, schreibt die Zeitung. Auch bei den Check-in-Schaltern habe man Nachholbedarf. Von „erheblichen Engpässen in der Gepäckabfertigung und der Gepäckverladung“ ist die Rede. Weiter heißt es: Der Flughafen könne kein weiteres Wachstum verkraften und sich nicht zu einem internationalen Drehkreuz entwickeln.

Kompakte Anlage mit hoher Flächenproduktivität

Als Subplaner des Generalplaners Planungsgemeinschaft Flughafen BBI für das Fluggastterminal zeichnete die Firma Suisseplan Ingenieure aus Zürich für das Gepäcksystem verantwortlich. In enger Abstimmung mit den Architekten von JSK und GMP entwickelten die Eidgenossen eine nach eigenen Aussagen kompakte Anlage mit hoher Flächenproduktivität. Die Rahmendaten der Schweizer:

• 22 Mio. Pax/Jahr

• 6000 Pax/Spitzenstunde

• 6000 Gepäckstücke/Spitzenstunde bei Abflug und Ankunft

• 112 Check-in-Schalter

• 4 Transfereingabestellen

• 2 Kippschalensorter (mit Erweiterung 6)

• 30 Verladeendstellen (mit Erweiterung 50)

• 8 EDS-Maschinen in Stufe 1 der Gepäckkontrolle

• 5 EDS-Maschinen in Stufe 3 der Gepäckkontrolle

• 10 Gepäckausgabe-Rundläufe

Die Bausumme belief sich auf 45 Mio. Euro.

Airport bezieht Stellung

Der Flughafen teilte mit: „Die Sorge, der Flughafen könnte zu klein sein, ist unbegründet. Der Flughafen ist sowohl land-, luft als auch terminalseitig auf eine Startkapazität von 27 Millionen Passagieren ausgelegt. Sowohl der Vorwurf, es gäbe zu wenig Check-In-Schalter als auch zu wenig Gepäckausgabebänder geht ins Leere. Die Check-In-Kapazitäten am BER richten sich mit 118 Check-In-Schaltern sowie 50 Check-In-Kiosken an den mit den Airlines abgestimmten realen Erfordernissen des Flughafens aus, nicht an theoretischen Erwägungen. Ebenfalls Berücksichtigung in der Kapazitätsbetrachtung finden die Synergieeffekte des zentralen Check-In-Bereiches gegenüber einem dezentralen Check-In-Procedere wie in Tegel sowie die Off-Airport-Check-In-Quote, die bei den großen Airlines in Berlin bei über einem Drittel liegt, Tendenz steigend. Auch bei den acht großen Gepäckausgabebändern sind mit Inbetriebnahme des BER keine Engpässe zu erwarten – eine Vergleichbarkeit mit Tegel ist nicht gegeben, da dort lediglich kleine Gepäckausgabebänder pro Gate-Einheit zur Verfügung stehen.“

So funktioniert der Probebetrieb

Die Terminalkapazität ist mittels Passagierflusssimulationen auf die Kapazität von 27 Millionen Passagieren dimensioniert worden, heißt es. Die bislang 45 Probebetriebstage haben ebenfalls keine Hinweise auf eine Unterdimensionierung des Flughafens geliefert. Wie so ein Probebetrieb aussieht ,erklären wir von der MM Logistik (mehr hier)

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