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Tarifverhandlungen Verdi: 6,5 % mehr Geld für Logistiker

| Redakteur: Robert Weber

Für die anstehenden Tarifverhandlungen über höhere Entgelte in der Branche von Postdiensten, Speditionen und Logistik hat Verdi eine Tarifforderung im Gesamtvolumen von 6,5 % empfohlen. Genau vor einem Jahr diskutierte die Branche über das Engagement der IG Metall in der Logistik.

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Die Gewerkschaft Verdi empfiehlt 6,5 % mehr Lohn für die Logistiker.
Die Gewerkschaft Verdi empfiehlt 6,5 % mehr Lohn für die Logistiker.
(Bild: Verdi)

In diesem Jahr werden in insgesamt zehn Bundesländern die Flächentarifverträge Speditionen und Logistik verhandelt. Dies betrifft die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Berlin, Brandenburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Hessen und Bremen. Außerdem stehen verschiedene Haustarifverträge zur Verhandlung an. Der Beschluss des Verdi-Bundesfachbereichsvorstandes ist eine Empfehlung, heißt es in einer Pressemitteilung der Gewerkschaft. Die jeweiligen konkreten Forderungen werden durch die regionalen oder unternehmensbezogenen Tarifkommissionen entschieden.

Rückblick 2012

Viele Logistikdienstleister fühlten sich von der IG Metall und ihrem aggressiven Vorpreschen in die Logistikwelt im vergangenen Jahr überrumpelt. Die IG Metall drängt in die Logistikwelt und will eigene Tarifverträge abschließen (MM Logistik berichtete). Die Sorge der Dienstleister: Wo soll dann die Marge bleiben? Deshalb trafen sich einige Logistiker am Rande einer Branchen-Veranstaltung, um Erfahrungen über die IG-Metall-Strategie auszutauschen. „Die haben sich ganz bewusst die Bundesländer Sachsen, Thüringen und Brandenburg ausgeguckt, weil Verdi dort schwach aufgestellt ist“, hieß es.

Mehr Geld und Einfluss?

Man müsse jetzt mit den Betriebsräten sprechen und den direkten Kontakt zu den „Verdi-Provinzfürsten“ herstellen, so der Plan. Durch den IG-Metall-Tarif könnten Leistungen für die Automobilindustrie teurer werden, betonen die Dienstleister und auch die OEM hören da besonders genau hin. „Die IG Metall lockt unsere Mitarbeiter mit 30% mehr auf dem Lohnzettel“, so ein Teilnehmer. Ein weiteres Argument der Metaller, so die Dienstleister: „Wenn Ihr zur IG Metall kommt, dann sitzt Ihr in den Gremien mit euren Kunden (OEM) an einem Tisch.“ Die Diskussionsteilnehmer sind sich sicher: „Die Automobilbranche ist der größte Hebel für die IG Metall, um das Thema zu forcieren. Andere Branchen, wie der Maschinenbau, werden folgen.“ Eine weitere Meinung: „Auch die Zeitarbeitsunternehmen werden von der Entwicklung betroffen sein.“

Die Logistikdienstleister wirken wie gelähmt. Von ihren Arbeitgeberverbänden sind sie ein Stück weit enttäuscht. Bernward Franzky, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands Verkehrsgewerbe Niedersachsen e.V., sieht in den Vorgängen „Randerscheingungen“. „Die Masse der Logistikunternehmen wird das nicht betreffen“, erklärte er vor einigen Wochen gegenüber MM Logistik. Die Einschätzung gilt nicht

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