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Streik bei Amazon-Logistik Verdi: Wir sitzen in den Startlöchern

| Redakteur: Robert Weber

Im Amazon-Logistikzentrum in Leipzig drohen Streiks. Die organisierten Mitarbeiter von Verdi entschieden sich in einer Urabstimmung für einen Arbeitskampf. Es geht um die Aufnahme von Tarifverhandlungen, mehr Lohn, Zuschläge und Sonderzahlungen.

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(Bild: Amazon )

Thomas Schneider von Verdi erklärte gegenüber MM Logistik, dass die 550 Verdi-Mitglieder bereit seien, für ihre Forderungen zu kämpfen. Die Abstimmung habe der Gewerkschaft noch einmal einen Schub gegeben, heißt es. 97 % sprachen sich für Streiks aus. „Jetzt ist die letzte Gelegenheit für Amazon“, erklärte Schneider. Parallel zu den Verhandlungen plane die Gewerkschaft Streikmaßnahmen. Das kann ein Warnstreik, ein Tagesstreik oder sogar ein Mehrtagesstreik sein, heißt es bei den Arbeitnehmervertretern. Einen konkreten Zeitpunkt nannte man nicht.

Gewerkschaft: Wieder Leiharbeitnehmer

Verdi fordert den Abschluss eines Tarifvertrages analog dem Einzel- und Versandhandel in Sachsen. Unter anderem sollen ein tarifliches Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Nachtzuschläge ab 20 Uhr und eine Lohnuntergrenze von 10,66 Euro für alle Mitarbeiter vereinbart werden. Nach einem Jahr sollen dann 11,39 Euro gezahlt werden. In Leipzig arbeiten rund 1200 Festangestellte, zusätzlich etwa 800 befristet eingestellte Beschäftigte, verstärkt kommt es aktuell wieder zur Einstellung von Leiharbeitnehmern.

Der Einstiegslohn beträgt aktuell 9,30 Euro, nach zwei Jahren werden 10,57 Euro gezahlt. Weihnachts- und Urlaubsgeld gibt es nicht. Nachtarbeitszuschläge werden erst ab Mitternacht gewährt. Auch am Amazon-Standort in Bad Hersfeld lässt die Gewerkschaft ihre Muskeln spielen. Für Dienstag nächster Woche sind dort Warnstreiks angekündigt.

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