Biokunststoff

Die Bio-Plastiktüte mit dem T-Rex-Schutzfaktor

| Redakteur: Peter Königsreuther

Werkstoff-Innovation Green-Bag: Weist die seit Ende Oktober produzierte 14-Liter-Kunststofftragetasche aus PLA (Polymilchsäure oder Polylactite) auch alle Vorzüge einer solchen aus den üblichen Polymeren auf, so ist sie jedoch vollständig biologisch abbaubar, wie der Green-Bag-Erfinder Dipl.-Ing. Lars Rominger, Geschäftsführer der Rominger Kunststofftechnik GmbH aus Edlibach (Schweiz), betont.
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Werkstoff-Innovation Green-Bag: Weist die seit Ende Oktober produzierte 14-Liter-Kunststofftragetasche aus PLA (Polymilchsäure oder Polylactite) auch alle Vorzüge einer solchen aus den üblichen Polymeren auf, so ist sie jedoch vollständig biologisch abbaubar, wie der Green-Bag-Erfinder Dipl.-Ing. Lars Rominger, Geschäftsführer der Rominger Kunststofftechnik GmbH aus Edlibach (Schweiz), betont. (Bild: Königsreuther)

Biokunststoffe erfahren zur Zeit einen wahren Boom. Jetzt hat es ein Schweizer Erfinder und Ingenieur mit der gelungenen Entwicklung der sogenannten Green-Bag geschafft, eine "Plastiktüte" zu entwickeln, die vollständig biologisch abbaubar ist und dennoch alle Vorteile von Hightec-Polymeren ins Feld führen soll. Seit Ende Oktober 2013 wird die Green-Bag hergestellt.

Die 14 Liter fassende, 45 × 45 × 7 cm messende Green-Bag wird aus PLA (Polymilchsäure oder auch Polylactite) wie eine übliche Plastiktragetasche hergestellt. PLA wird aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen und ist biologisch vollständig abbaubar, wie der Erfinder Lars Rominger betont. Spezielle Bakterien wandeln mit ihren Enzymen den Bio-Kunststoff zu Biomasse, Methan oder CO2 und Mineralien um, nachdem die Makromoleküle zuvor durch andere Abbaumechanismen fragmentiert wurden, beschreibt Rominger. Nach spätestens 12 Wochen ist eine solche Tasche zu 90 % in Fragmente zerlegt, die kleiner als 2 mm sind! Das seien Eigenschaften, die den Betrieb von Kompostieranlagen nicht negativ beeinflussen. Und dennoch handele es sich bei diesen Poylmeren um technische Kunststoffe, die alle Attribute und Vorteile bieten, die von den üblichen Thermoplasten her bekannt sind.

Nur gute Eigenschaften kommen "in die Tüte"

Sie sind auch transparent einstellbar, beständig gegen Fette, Öle, Benzin und das polare Lösungsmittel Wasser und daher auch für Lebensmittel zugelassen. Sie weisen eine gute Wasserdampfpermeabilität auf und sind nach EN 13432 kompostierbar. Nicht zuletzt sorgt der Einsatz von einem Kilogramm PLA für eine CO2-Einsparung von 2,5 kg im Vergleich zu den herkömmlichen Tragetaschen-Kunststoffen, wie es weiter heißt. Lars Rominger verweist auch explizit auf die Tatsache, dass die verwendeten Bio-Polymere keine Konkurrenz zu Lebensmitteln verursachen und "non GMO" (also nicht genmanipuliert) sind. Bei Bedarf kann die Green-Bag auch voll rezykliert werden und sie sei so robust ausgelegt, dass sie auch mehrfach verwendet werden könne. Ziel ist es laut Rominger, mit der Green-Bag nicht nur Kunststofffachkreise zu sensibilisieren und ein Beispiel für nachhaltige Lösungen anzubieten, sondern auch die Öffentlichkeit aufmerksam zu machen. Deswegen werden die Green-Bags auch mit kreativen und positiven Botschaften bedruckt, wie es weiter heißt. MM

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