Krane

Verschnaufpause im Markt für Hafenkrane

01.02.2010 | Autor / Redakteur: Reinhold Schäfer / Reinhold Schäfer

Großcontainerschiffe werden am Container-Terminal Altenwerder der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) im Hamburger Hafen beladen.Bild: HHLA
Großcontainerschiffe werden am Container-Terminal Altenwerder der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) im Hamburger Hafen beladen.Bild: HHLA

Energieeffizienz und integrierte Sicherheitslösungen sind die Anforderungen, die Betreiber von Krananlagen an die Steuerung und Antriebe stellen. „Siemens bietet innovative Motion-Control-und Antriebssysteme für die Steigerung der Anlagenproduktivität sowohl für Neuprojekte als auch bei Modernisierungen. Deshalb wollen wir unsere Position als Automatisierungspartner für Krananlagen auch in schwierigen Konjunkturzeiten weiter ausbauen“, sagt Joachim Zoll, Leiter des Siemens-Geschäftsfeldes Cranes.

Hersteller von Industrie- und Hafenkranen müssen mehr Produktivität bieten

Produktivität ist nach Ansicht von Zoll auch weiterhin das treibende Motiv von Herstellern und Betreibern sowohl von Industrie- als auch von Hafenkranen. Immer mehr Hafenbetreiber planen teilautomatische oder automatische Terminal-Kranlösungen, um die Produktivität zu erhöhen und Personalkosten einzusparen.

Vor allem bei Hafenkranen ergäben sich daraus die Trends zur Vollautomatisierung und der sicheren Steuerung sogenannter Multi-Modal-Kranen. „Wir müssen in der Lage sein, diese Automatisierungstechnologie zur Verfügung zu stellen, um die Automatisierung zu realisieren und die immer größer werdenden Containerschiffe schneller und effizienter be- und entladen zu können“, so Zoll. „Ein zukünftiges Container-Terminal stelle man sich wie einen überdimensionalen Pick-&-Place-Automaten vor.“ Diesen Anforderungen müsse auch durch innovative Aktorik und Sensorik Rechnung getragen werden.

Energieeffizienz bei Kranen gefragt

Ein weiterer Trend in der Automatisierung von Krananlagen sind energieeffiziente Lösungen zum Beispiel im Bereich der Stapelkrane. Viele Häfen setzen RTG-Krane (Rubber Tired Gantry) mit dieselelektrischem Antrieb ein.

Dafür hat Siemens Cranes das ECO-RTG-Konzept entwickelt, das auf Erfahrungen mit Hybridantrieben für Stadtbusse basiert. In Abhängigkeit von der benötigten Hubleistung wird Energie vom Generator oder den Ultrakondensatoren bereitgestellt. Damit lassen sich maximal 70 % Kraftstoff einsparen, was entscheidende Vorteile hinsichtlich verbesserter Wirtschaftlichkeit und reduzierter Umweltbelastung bietet.

Betreiber setzen derzeit auf Modernisierung der Krane

„Wir werden dieses Prinzip für weitere Anwendungen wie bei anderen Carrier-Fahrzeugen ausbauen“, so Zoll. Angesichts der konjunkturellen Entwicklung setzen Betreiber von Hafenkranen derzeit vor allem auf die Modernisierung und Steigerung der Produktivität von bestehenden Anlagen.

„Wir erwarten einen weiteren Anstieg im Retrofit wegen unserer breiten, im Feld installierten Basis und dem einzigartigen Expertenwissen. Wenn es sich bei Retrofitprojekten um eigene Produkte wie Simatic, Simoreg oder Simovert handelt, können wir direkt auf die Betriebsdaten zugreifen und diese für die Überarbeitung und Modernisierung nutzen. Und das gilt auch für Krane, die weit älter sind als 15 Jahre“, sagte Zoll. Nach der Wideraufbereitung sehen sie zwar nicht nach neuen Kranen aus, erläutert Zoll, aber sie erfüllen die neuesten Sicherheitsanforderungen.

Als Basis sowohl für Industrie- als auch für Hafenkrane dient das Motion-Control-System Simotion mit dem Technologiepaket Simocrane. Die Hersteller von Krananlagen können mit Simocrane einfach kundenspezifische Applikationen erstellen. Alle Basisfunktionen wie Greifer, Hubwerk oder Katzfahrwerk und Technologiefunktionen, zum Beispiel die Pendelregelung oder automatische Lasterkennung, stehen als System aus getesteten Modulen mit standardisierten Schnittstellen zur Verfügung.

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