Intralogistik Viastore Systems steht zum Euro und zieht positive Jahresbilanz

Redakteur: Robert Weber

Ein klares Bekenntnis zum Euro hat der Intralogistikhersteller Viastore Systems abgegeben. Eine Rückkehr zur Mark wäre nach Einschätzung des Stuttgarter Unternehmens eine Katastrophe für den deutschen Maschinenbau. Für 2011 präsentierte Viastore ein Umsatzwachstum um 27% auf mehr als 95 Mio. Euro.

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Haben die Vorteile des Euro erkannt: Frank Apel, Philipp Hahn-Woernle und Christoph Hahn-Woernle, Geschäftsführer der Viastore Systems GmbH (v.l.n.r.). (Bild: Viastore Systems)
Haben die Vorteile des Euro erkannt: Frank Apel, Philipp Hahn-Woernle und Christoph Hahn-Woernle, Geschäftsführer der Viastore Systems GmbH (v.l.n.r.). (Bild: Viastore Systems)

Griechenland, Italien, Spanien, Portugal, Irland – die Eurokrise zieht immer größere Kreise. Doch eine Alternative zur angeschlagenen Gemeinschaftswährung sieht der Maschinenbauer und Intralogistikspezialist Viastore Systems aus Stuttgart nicht. „Eine Rückkehr zur Mark wäre eine Katastrophe für den Maschinenbau“, erklärte Frank Apel, Viastore-Geschäftsführer auf einer Pressekonferenz in Augsburg. Man wolle nicht, wie Schweizer Wettbewerber, über Nacht in Schwierigkeiten kommen, mahnte der erfahrene Manager, machte aber auch deutlich, dass die Phase der Hochkonjunktur sich abschwäche.

Für 2012 erwarte Viastore keine Rezession

In der hat auch Viastore gut verdient: Ein Umsatzwachstum von 27% auf mehr als 95 Mio. Euro konnten die Verantwortlichen präsentieren. Und auch für 2012 erwarten die Schwaben wohl keine Rezession. „Zu Pessimismus sehen wir derzeit aber keinen Anlass“, unterstrich Apel, auch wenn das Hauen und Stechen am Markt sehr stark sei, so der Schwabe. „Ich habe das Gefühl, dass die Auftragsbücher noch nicht bei allen gefüllt sind“, vermutete Apel, der weiterhin mit einem Preiskampf am Intralogistikmarkt rechnet.

Deshalb investiert Viastore auch in die internationale Expansion. In China beziehungsweise Vietnam und Brasilien realisieren die Stuttgarter bereits erste Projekte. Russland ist schon länger ein Thema bei Viastore. Auch eine Produktion im Reich der Mitte wollte Philipp Hahn-Woernle, seit Juni Mitglied der Geschäftsführung des Stuttgarter Intralogistikanbieters, nicht ausschließen. „Die deutsche Schweißnaht ist in China nicht unbedingt erwünscht“, erklärte der Geschäftsführer. Man müsse seine Produkte an den Markt anpassen, so Hahn-Woernle. „In Deutschland kauft das Auge mit“, ergänzte Apel. In China sei das nicht der Fall.

Fachkräftemangel trifft auch Viastore

In Südamerika führe man bereits Gespräche mit einer großen Lebensmittelkette, bestätigte Hahn-Woernle. Er schätzt das derzeitige Marktvolumen in Brasilien auf zehn bis zwölf hochautomatisierte Projekte pro Jahr ein. „Ich rechne in drei bis fünf Jahren mit einer Automatisierungswelle in Brasilien“, prognostizierte Hahn-Woernle. Dafür braucht es qualifiziertes Personal.

Der Fachkräftemangel trifft auch Viastore. Deshalb begrüßt Apel auch die kürzlich von der Bundesregierung beschlossene Reduzierung der Lohngrenzen für ausländische Fachkräfte und wirbt selbst aktiv im krisengebeutelten Spanien Experten an. „Noch haben wir niemanden aus Spanien eingestellt, aber wir haben erste Kontakte“, musste Apel allerdings zugeben.

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