Suchen

Reinigungstechnik Vier Schritte zum sauberen Logistikzentrum

Redakteur: Robert Weber

Hygiene und Sauberkeit sind im Lageralltag kein Fremdwort mehr. Ein zweiter Müller will niemand werden. Doch die Sauberkeit im Distributionszentrum hat ihren Preis. Um Sauberkeit qualitätssicher und wirtschaftlich zu erzeugen, braucht es auch weiche, weitgehend investitionsneutrale Ressourcen.

Firmen zum Thema

Kärcher verkauft nicht nur Reinigungsmaschinen und Putzmittel, sondern rückt den Mitarbeiter in den Mittelpunkt. Die Schwaben sind überzeugt: Weiche Faktoren sorgen für eine effiziente Reinigung von Lagern.
Kärcher verkauft nicht nur Reinigungsmaschinen und Putzmittel, sondern rückt den Mitarbeiter in den Mittelpunkt. Die Schwaben sind überzeugt: Weiche Faktoren sorgen für eine effiziente Reinigung von Lagern.
(Bild: Weber)

Neue Besen kehren gut, doch Besen reichen im Logistikzentrum der Gegenwart nicht mehr aus und sind durch effizientere Maschinen ersetzt worden. Allerdings: Nicht jeder Logistiker kann sich jedes Jahr eine neue Maschine von Kärcher, Hako, Nilfisk und Co. leisten. Deshalb sollten Unternehmen auch die weichen Faktoren berücksichtigen, sind die Spezialisten von Kärcher überzeugt. Die Schwaben entwickelten ein Vierpunkteprogramm mit weichen Leistungsfaktoren für das saubere Lager, aus dem MM Logistik in gekürzter Version zitiert.

1. Gefragt ist ein effizientes Führungskonzept

Als unabdingbare Basis bestätigen sich ergebnisorientierte, auf schnelle, zielsichere Maßnahmen ausgelegte Führungsstrukturen. Die Weichen zu organisatorischer Effizienz werden mit der rationellen Funktionsteilung zwischen Chefbüro und Kolonnenleitung gestellt. Großzügig sollten Dienst- und Fachaufsicht an Vorarbeiter delegiert werden. Chefsache sind:

Bildergalerie
  • - bedarfsorientierte Aktualisierung des Reinigungsplans
  • - Definition und Überwachung von Qualitätsstandards
  • - Entwicklung und Implementierung rationeller Arbeitspraktiken
  • - Budgetierung des Mengen- und Wertgerüsts der Kosten
  • - Abwicklung von Rationalisierungs- und Investitionsprojekten
  • - Bewirtschaftung von Verbrauchsmaterialien und Zubehör
  • - Stellenplanung, Personalverwaltung und Entgeltregelung
  • - Kapazitätsdisposition für Personal und Equipment
  • - Umsetzung gesetzlicher Vorschriften und Vertragsverwaltung.

2. Ohne instruktive Kalkulation keine Reinigung

Effektives Kostenmanagement erfordert ein modernes Kalkulationssystem, das die Verbrauchsstruktur detailliert abbildet. Anhand der Funktionskostenstelle „Werksreinigung“ sollten die Aufwendungen separat nachgewiesen werden. Der zweckdienliche Kontenrahmen differenziert nach:

  • - Personaleinsatz (Hilfslöhne)
  • - Reinigungs-, Pflege-, Desinfektionsmittel
  • - Zubehör- und Kleinmaterialverschleiß
  • - Wasser mit Gebühr
  • - Energie
  • - Schmutzentsorgung/-aufbereitung
  • - Instandhaltung
  • - Abschreibung auf Handgeräte und Maschinen
  • - kalkulatorische Verzinsung auf Ausrüstung und Magazin
  • - belastete Umlagen (Pauschale für Putzraum).

3. Straffe Zeitwirtschaft für saubere Leistung

Da generell über 80 % der Reinigungskosten auf Hilfslöhne entfallen, hat der sparsame Umgang mit dem Input-Faktor Arbeitszeit Priorität. Als hilfreich erweist sich ein zeitwirtschaftliches Instrumentarium, das auf die Items abstellt:

  • - Ausführungszeit (Abarbeitung der Reinigungsfläche)
  • - Rüstzeiten (In- und Außerbetriebnahme des Equipments)
  • - Wegezeiten (Hin- und Rücktransfer von Gerät und Material)
  • - Beräumungszeiten (Versetzen von Inventar oder Lagergut)
  • - Magazinzeiten (Gerätewartung, Materialbestandspflege)
  • - Instruktionszeiten (Schulungen)
  • - Bürozeiten
  • - sonstige Zeiten (Besorgungsfahrten, Fachmessebesuche).

4. Zukunftsfähige Personalentwicklung im Reinigungssektor

Mit zunehmender Komplexität der Reinigungsaufgaben steigt das Anspruchsniveau an die Mitarbeiter, berichten die Experten von Kärcher weiter. Daher sind strikte Personalauswahl und systematische Personalförderung geboten. Im Fokus stehen sowohl fachlich-praktische Fähigkeiten als auch mentale Disposition. Die Aufgaben des Personalmanagements sind:

  • - praktisch-theoretische Einweisung/Einarbeitung von Neulingen
  • - Stärkung des Verantwortungsgefühls durch ganzheitliche Arbeitspakete
  • - Qualifizierung hinsichtlich neuer Objekte, Aufgaben und Technologien
  • - Effizienzkontrollen durch Inspektion der Arbeitsabläufe und -ergebnisse
  • - schwachstellenbezogene Nachschulungen und Sonderinstruktionen
  • - funktionelle Ausgestaltung des Melde-, Berichts- und Vorschlagswesens
  • - Entwicklung von Kollegialität und Teamgeist durch soziale Events
  • - Honorierung von Spitzenleistungen und Verbesserungsvorschlägen.

MM

(ID:38593510)