Forschung Vom fahrerloses Transportfahrzeug zur Mobilitätsassistentin

Redakteur: M. A. Benedikt Hofmann

Das fahrerlose Transportfahrzeug Sally unterstützt schon heute Menschen in vielen Lebensbereichen, vom Krankenhaus bis zur Werkshalle. Als Teil eines Konsortiums unter Führung des AIT Austrian Institute of Technology arbeitet der FTS-Spezialist DS Automotion daran, das System in einen Assistenten für den öffentlichen Raum weiter zu entwickeln.

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Als Teil des Forschungsprojekts „Transport Buddy“ soll das selbstfahrende Transportfahrzeug Sally von DS Automotion für den Betrieb in öffentlichen Räumen ertüchtigt werden.
Als Teil des Forschungsprojekts „Transport Buddy“ soll das selbstfahrende Transportfahrzeug Sally von DS Automotion für den Betrieb in öffentlichen Räumen ertüchtigt werden.
(Bild: DS Automotion)

Als persönliches Assistenzfahrzeug soll Sally Fußgänger beim Transport von Gepäck oder Einkäufen entlasten. Erstmals wird dabei das Navigieren autonomer Fahrzeuge innerhalb frei fließender Menschenströme wissenschaftlich untersucht. Im Herbst 2018 sollen die Ergebnisse auf dem Tisch liegen.

Hintergrund des Forschungsprojekts ist, dass immer mehr Menschen im kleinräumigen, innerstädtischen Verkehr auf das Zu-Fuß-Gehen zugunsten anderer Fortbewegungsarten verzichten. Das Auto bietet dazu eine bequeme Möglichkeit, sein Gepäck oder Einkäufe zu transportieren. Einen Anreiz, wieder mehr Wege zu Fuß zurückzulegen, könnten autonome Fahrzeuge bieten. In öffentlichen Räumen und großen Infrastrukturen wie Einkaufsstraßen oder -zentren, Bahnhöfen und Flughäfen könnten sie als persönliche Assistenten den Gepäcktransport übernehmen und so bewegungsaktive Mobilitätsformen fördern.

Das abgeschlossene Forschungsprojekt „Transit Buddy“ zeigte offenen Forschungsbedarf beim Fahren im Umfeld von Menschenströmen auf.
Das abgeschlossene Forschungsprojekt „Transit Buddy“ zeigte offenen Forschungsbedarf beim Fahren im Umfeld von Menschenströmen auf.
(Bild: Nikolaus Korab)

Herausforderung Menschen im öffentlichen Raum

„Im Gegensatz zur wohldefinierten Einsatzumgebung in industriellen Produktionsstätten müssen dabei äußere Einflüsse berücksichtigt werden, die sich kaum vorausberechnen lassen“, weiß Dr. Andreas Richtsfeld, Technologie- und Produktentwicklung bei DS Automotion. „Das bereits abgeschlossene Vorläuferprojekt ‚Transit Buddy‘ hat den noch offenen Forschungsbedarf vor allem bezüglich des autonomen Fahrens unter Menschen aufgezeigt.“ Deshalb hat sich DS Automotion einem Konsortium unter Führung des AIT Austrian Institute of Technology angeschlossen, das diese Problemstellungen erforschen und klären soll. Als weitere Mitglieder bringen das Institute of Computer-aided Automation der TU Wien, Blue Danube Robotics und die bkm design working group ihre speziellen Kompetenzen in die Forschungsgemeinschaft ein.

In dem bis Herbst 2018 laufenden Projekt sollen zunächst zielgruppenspezifische Nutzungsmotive und –barrieren sowie das Bewegungsverhalten von Personen bei ihrer Interaktion mit autonomen Fahrzeugen untersucht werden. Dynamische 3D-Physiksimulationen und die Ausstattung der Transportplattform mit einer „künstlichen Haut“ für die Navigation mit physischem Kontakt sollen die Entwicklung von Bewegungsstrategien unterstützen. Wesentlicher Teil des Forschungsprojektes ist die Entwicklung eines für die Mensch-Roboter-Interaktion geeigneten Transportgutträgers für das kompakte fahrerlose Transportfahrzeug Sally von DS Automotion sowie dessen Implementierung und Erprobung in realer Umgebung.

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