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Flughafenlogistik Vom Shop-Zulieferer zum „City-Logistiker“

Bei der Meldung „Aircraft on Ground“ (AOG) blinken bei Airlines sämtliche Warnlichter – schließlich verdient ein Flugzeug nur Geld, wenn es fliegt. AOG-Services dagegen sind durchaus positiv belegt: Hier zeigt sich, wer die häufig extrem zeitkritische Versorgung der Flugzeuge auf dem Vorfeld aus dem Effeff beherrscht und seinem Auftraggeber damit Wettbewerbsvorteile verschafft.

Einstieg ins Vorfeldgeschäft: Mit Lufthansa Technik versorgt Fenthol & Sandtmann schon einen der größten Akteure auf dem Vorfeld – jetzt sollen weitere folgen.
Einstieg ins Vorfeldgeschäft: Mit Lufthansa Technik versorgt Fenthol & Sandtmann schon einen der größten Akteure auf dem Vorfeld – jetzt sollen weitere folgen.
(Bild: Fenthol & Sandtmann)

Die Versorgung von Flughafen-Shops und Airlines gilt als eine Königsdisziplin der Logistik: die Sicherheitsvorkehrungen werden weiter verschärft, die Zeitfenster zur Anlieferung sind klein und die knappen Lagerflächen kostspielig. Mit 14 Spezialfahrzeugen und Genehmigungen für sämtliche Sicherheitsbereiche ist Fenthol & Sandtmann (Fenthols) der größte Anbieter derartiger Dienstleistungen am Frankfurter Flughafen. Jetzt weitet man seinen Service sogar noch aus.

„City-Logistik“-Konzept am Flughafen

Die Basis von Fenthols ist ein Hub mit Warehouse im 45 km entfernten Erlensee. Von dort werden die Shop-Betreiber in einer Art City-Logistik-Konzept beliefert. Dies erfolgt im wirtschaftlichen Just-in-time-Verfahren, weil kaum Lagerflächen im Flughafen beansprucht und Sicherheitskontrollen auf ein Minimum reduziert werden. Zusätzlich zu diesem wachsenden Business bietet der Logistikdienstleister ab sofort „Aircraft-on-Ground“-(AOG-)Services an. Diese Dienstleistung umfasst die oft extrem zeitkritische Versorgung der Flugzeuge auf dem Vorfeld mit dringend benötigten Ersatzteilen, Medical Kits oder anderem Equipment.

AOG-Services können nur von wenigen von der Fraport AG zugelassenen Spezialisten erbracht werden. „Wir sind ,reglementierter Beauftragter‘, haben die größte Flughafenflotte und verfügen über eine Vorfeldgenehmigung für sämtliche Fahrzeuge“, sagt Kay Simon, Projektmanager Kontraktlogistik bei Fenthol & Sandtmann. „Somit haben wir keine großen Schnittstellen in der Prozesskette und können die Logistikprozesse komplett eigenständig steuern – flexibel, schnell und wirtschaftlich.“

AOG-Geschäft hat eigene Gesetze

Das Logistikkonzept von Fenthols basiert auf der Vorhaltung der Ware am nahegelegenen Standort in Erlensee und dem Abrufen in Teilschritten, mit der bedarfsgerechten Belieferung der Kunden am Flughafen. „Das Ganze funktioniert wie ein Hub vor der City. Dadurch können unsere Kunden die Gesamtkosten für Warehousing und Beschaffungslogistik in Summe reduzieren“, erläutert Airport-Experte Simon. Denn die teure Lagerhaltung auf den knappen Lagerplätzen im Flughafen entfalle weitgehend und die Sicherheitsprüfungen würden vereinfacht und beschleunigt, wenn diese durch Fenthols übernommen werden. „Im Idealfall können wir den Kunden bereits in der Planungsphase beraten.“

Dies sei beispielsweise bei der Neueinrichtung eines Shops relevant, wenn es darum gehe, die Anlieferung von Kühlmöbeln, Getränkeautomaten oder Öfen für die Gastronomie zu koordinieren. „Hier geht es nicht allein um Sicherheitsprüfungen, sondern auch um die engen Zeitfenster der meist nächtlichen Anlieferung, um Maximalabmessungen und -gewichte sowie die Zerlegbarkeit der Geräte, um eine reibungslose Anlieferung zu gewährleisten“, sagt Simon. Während bei der Shop-Belieferung die Komplexität die größte Herausforderung ist, geht es im AOG-Service um Geschwindigkeit. „Hier sind wir den Mitbewerbern voraus, denn wir verfügen als einer von nur wenigen Logistikern über sämtliche Genehmigungen – inklusive dem größten Pool an zugelassenen Vorfeldfahrzeugen. Das beschleunigt und erleichtert die zeitkritische Vorfeldanlieferung enorm“, sagt Simon abschließend.

Raben

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