Ifoy-Award Von Ifoy-Kandidaten lernen, heißt siegen lernen

Neun Mal fand er bisher statt, der Ifoy-Award. Kleiner Wermutstropfen 2021: Wegen der Einreise- und Quarantänebestimmungen konnte die „Begutachtung“ der Kandidaten durch die meisten Juroren dieses Jahr nur online und insbesondere anhand der Ifoy-Testprotokolle erfolgen.

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So sehen Sieger aus: Im Vordergrund die Preisträger der diesjährigen Ifoy-Awards, hinten die Laudatoren und Jurymitglieder, versammelt vor dem Deutschen Fußballmuseum in Dortmund.
So sehen Sieger aus: Im Vordergrund die Preisträger der diesjährigen Ifoy-Awards, hinten die Laudatoren und Jurymitglieder, versammelt vor dem Deutschen Fußballmuseum in Dortmund.
(Bild: Ifoy)

Als Juror der ersten Stunde habe ich es mir, Coronapandemie hin oder her, nicht nehmen lassen und bin nach Dortmund gefahren. Zwei Mal sogar: zur Testwoche Ende März in der für den Award neuen Location, den Dortmunder Westfalenhallen. Und dann Anfang Juli zur feierlichen Übergabe der Siegertrophäen im Deutschen Fußballmuseum gleich gegenüber der Bahnhofshalle.

Die Story dahinter ist schnell erzählt: In diesem Jahr freuten sich von den 14 angetretenen internationalen Unternehmen mit insgesamt 17 Produkten sechs Sieger über die begehrte Auszeichnung: Arculus, Cargotec, Idealworks, Interroll, Still und Volume. Wer steckt hinter den Gewinnern und womit haben sie die Trophäe verdient? Arculus beispielsweise holte seinen Preis in der Kategorie „Intralogistics Software“. Dessen herstellerübergreifendes Flottenmanagementsystem „arculus Fleet“ überzeugte die Jury. Via VDA5050-Schnittstelle ermöglicht es das System, Automated Guided Vehicles (AGV) unterschiedlicher Anbieter auf einer Fläche gemeinsam zu betreiben.

Einzigartig in seiner Klasse

Cargotec konnte in der Kategorie „Special Vehicle“ mit dem weltweit ersten vollelektrischen Mitnahmestapler „MOFFETT E4-25.3NX“ überzeugen – einzigartig in seiner Klasse, so die Jury. In der Kategorie AGV konnte sich die BMW-Tochter Idealworks mit dem „iw.hub“ den Pokal sichern. Der autonome mobile Roboter (AMR) kann in nur zwei Tagen und vor allem ohne strukturelle Anpassungen sehr einfach implementiert werden.

Interroll kennt jeder, der im Ansatz mit Fördertechnik, Förderrollen und Förderstrecken zu tun hat. Kein Wunder also, dass die Schweizer auch beim Ifoy-Award nicht weit sind. In diesem Jahr hat man das „Special of the Year“ geliefert: den Smart Pallet Mover (SPM). Es dreht sich dabei um eine mobile Roboterlösung für die Automatisierung des Palettentransports in den Bereichen Produktionsmaschinen und Kommissionierung.

Kein Henkelpott – auch wenn die Preisverleihung in Deutschlands heimlicher Fußballhauptstadt stattfand: die per Wasserstrahl aus massiven Alublöcken geschnittenen Ifoy-Award-Trophäen.
Kein Henkelpott – auch wenn die Preisverleihung in Deutschlands heimlicher Fußballhauptstadt stattfand: die per Wasserstrahl aus massiven Alublöcken geschnittenen Ifoy-Award-Trophäen.
(Bild: Ifoy)

Auch die Staplerbauer von Still sind kein neues Gesicht, diesmal zusammen mit dem Kunden Danfoss, Kategorie „Integrated Warehouse Solutions“. In einem gemeinsamen Projekt haben die Hamburger für das neue Produktionslager von Danfoss Power Electronics eine Lösung aus drei automatisierten Serien-Flurförderzeugen, dem Tool „iGo insights“ und dem Sicherheitssystem „ELOshield“ aufgesetzt.

Und last, not least ist da noch „Volume WAVE“ von Volume Lagersysteme zu nennen: Das „Start up of the Year“ hatte mit dem weltweit ersten vollautomatischen Paletten-Shuttle-Lager mit individuellem Zugang zu jedem Lagerplatz die Nase vorn.

Domo arigato, Mr. Roboto!

Und die Suche nach den besten Intralogistikprodukten geht natürlich weiter – schließlich feiert der Ifoy-Award 2022 ein kleines Jubiläum: Dann werden zum zehnten Mal die begehrten Trophäen verteilt. Noch bis zum 30. Oktober können sich die Anbieter mit ihren Neuerscheinungen bewerben.

Fürs nächste Jahr stehen insgesamt 13 Kategorien zur Wahl. Novum: Zum Jubiläums-Award ist der VDMA-Fachverband Robotik + Automation (R + A) als Träger des Awards eingestiegen – für die Kategorie „Robot“, versteht sich. Denn „Robotik ist Zukunft“, wie der Vorstandsvorsitzende Wilfried Eberhardt betont. Sein Fachverband hat immerhin 340 Mitglieder. Vielleicht müssen wir ja doch noch alle Japanisch lernen, wie es die Popband Styx schon 1983 auf ihrer LP gesungen hat: Der Refrain der Single-Auskopplung lautete damals wie heute: „Domo arigato, Mr. Roboto – vielen Dank, Herr Roboter!“ ■

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Über den Autor

Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Fachredakteur, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG