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Logimat 2014 Was passiert mit den Menschen?

| Redakteur: Jürgen Schreier

Spannende Ausstellungsstücke wie der „Coaster“ vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik warten auf der Stuttgarter Fachmesse Logimat 2014 (25. bis 27. Februar) auf die Besucher.

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Prof. Michael ten Hompel: „Ein cyberphysisches System muss mindestens das Gleiche können, wie das Ding, das es ersetzt.“
Prof. Michael ten Hompel: „Ein cyberphysisches System muss mindestens das Gleiche können, wie das Ding, das es ersetzt.“
(Bild: Maienschein)

Dieser von Institutsleiter Prof. Michael ten Hompel in einem Impulsvortrag zur Messeeröffnung vorgestellte magnetische „Bierdeckel“, eine Weltneuheit übrigens, die er auch als den „I-Pod für das Lager“ beschreibt, ist nur ein Beispiel für die Innovationsfreude der Intralogistikbranche.

Industrie 4.0 hat noch nicht stattgefunden

„Cyberphysische Systeme sind miteinander und mit dem Internet verbunden und nehmen ihre Umgebung über Sensoren wahr“, so der Logistikprofi. Dem Industrie-4.0-Hype zum Trotz ist er der Meinung, dass wir in einer vorindustriellen Zeit leben, „denn Industrie 4.0 hat noch nicht stattgefunden“, wie ten Hompel sagt.

Dabei rückt er, wie gerne in der letzten Zeit, cyberphysische Systeme in den Vordergrund seines Impulsvortrags. Doch nicht zum Selbstzweck: „Ein cyberphysisches System muss mindestens das Gleiche können, wie das Ding, das es ersetzt“, so auch sein Statement. Migration sei das Stichwort, es würde keinen revolutionären Umsturz zum vierten Aggregatzustand der Industrie geben. Und: „Es wird auch in der Cloud und mit der Cloud kein Big-Bang-Szenario geben“, sagt der Professor. Auch keine großen technischen Innovationen, sondern eine Transformation der Geschäftsmodelle.

Coaster kostet ganze 99 Euro mit integrierter Kamera

Die wichtigste Frage von allen: Was passiert eigentlich mit den Menschen? In Deutschland leben immerhin zirka 2,8 Mio. Menschen von einer Beschäftigung in der Logistik. Bei allen Fortschritten in Sachen Ergonomie gibt es noch viel zu tun, denn die Menschen in Lohn und Brot werden schließlich immer älter. Da kommt eine Erfindung wie „Coaster“ aus seinem Institut gerade recht, für 99 Euro und mit integrierter Kamera.

„Alles, was der Mensch braucht, passt auf einen Bierdeckel“, lautet dann auch das professorale Statement. Hoffentlich hat ten Hompel damit mehr Erfolg als einst Friedrich Merz, der die Steuererklärung auf dem Bierdeckel angekündigt hatte.

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