Verpackungen

Wellpappe und Ökologie im E-Commerce-Zeitalter

| Autor / Redakteur: Jürgen Schreier / Jürgen Schreier

Eigene Marke wird auf dem Karton gebührend in Szene gesetzt

Die Probe aufs Exempel wagten kürzlich Marketingstrategen und kreierten dafür eigens eine Art „trojanische Verpackung“. Der Clou: Die Pakete, die von den cleveren Marketeers für ihren Kunden DHL bei der Konkurrenz eingeschleust wurden, waren mit einer Thermofolie beklebt, die einen Werbeslogan versteckte. Bei der Abholung waren die Pakete auf minus 4 °C heruntergekühlt und schwarz, doch schon kurze Zeit später erschien der Aufdruck gut lesbar auf dem Paket. Die Zusteller lieferten die großen Pakete mit der nun deutlich zu erkennenden Werbung der DHL an besonders schwer zu findende Adressen in Fußgängerzonen und machten so als bewegliche Litfaßsäulen für die Konkurrenz Werbung.

Folgerichtig will kein Anbieter darauf verzichten, die eigene Marke auf dem Karton in Szene zu setzen, wenn der Verbraucher die ersehnte Bestellung in Empfang nimmt. Das Spektrum der Markenkommunikation reicht dabei vom einfarbigen Logoaufdruck, wie beim Marktführer Amazon, bis zur einprägsamen Gestaltung der Kartons mit farbigen Motiven, wie bei Zalando, Europas größtem Onlinemodeversender. Imagefördernd wirken sich zusätzlich die günstigen Umwelteigenschaften des Verpackungsmaterials aus.

Darum stellt der VDW ein Öko-Signet zur Verfügung. „Verpackung aus Wellpappe: Nachwachsende Rohstoffe – vollständiges Recycling“, lautet der einprägsame Schriftzug dieses Logos, das immer öfter auf Schachteln bekannter Versender zu sehen ist.

Recycling kann sich auch wirtschaftlich auszahlen

Dass sich für einen Onlineversender das Recycling auch wirtschaftlich auszahlen kann, zeigt das Beispiel des Arbeitsbekleidungsspezialisten Engelbert Strauß. Täglich lagert das hessische Unternehmen 2000 bis 4000 Wellpappenverpackungen mit Sicherheitsschuhen, Overalls oder T-Shirts ein. Wenn die Waren von Bestellern in Bauunternehmen, Gärtnereien oder Autowerkstätten angefordert werden, bleiben leere Verpackungen zurück – in Spitzenzeiten bis zu 800 Kartons pro Stunde. Der Versender verdichtet die gebrauchte Wellpappe mit einer modernen Ballenpresse und bringt einmal wöchentlich bis zu 21 t Sekundärrohstoff in die Papierfabrik. Erlös je nach Marktlage: rund 90 Euro pro Tonne.

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