Wetterfeste Etiketten Wenn Bagger reisen

Redakteur: Robert Weber

Die Auslieferung von Mining-Equipment ist ein logistischer Kraftakt. Mehr als 3000 Teile müssen verpackt, versendet und am Zielort wieder zusammengebaut werden. Ohne genaue Etikettierung funktioniert die Logistikkette nicht. Doch an die Identifikation werden hohe Anforderungen gestellt.

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Bild 1: Die Auslieferung der Bagger ist ein logistischer Kraftakt. Vor allem beim Zusammenbau vertrauen die Logistiker auf eine klare Etikettierung.
Bild 1: Die Auslieferung der Bagger ist ein logistischer Kraftakt. Vor allem beim Zusammenbau vertrauen die Logistiker auf eine klare Etikettierung.
(Bild: Liebherr)

Geht ein Hydraulikbagger der Liebherr-Mining Equipment Colmar SAS auf Reisen, geschieht das in seinen Einzelteilen. Bis zu 3000 Bauteile müssen verpackt, versendet und anschließend wieder zusammengebaut werden. Das stellt hohe Anforderungen an die Lagerlogistik – eine Etikettierung mit allen wichtigen Daten ist daher essenziell (Bild 1).

Identifikationsnummer hilft, die Teile im Lager zu verwalten

Vor allem die Identifikationsnummer hilft, die Teile im Lager zu verwalten, und ist eine wesentliche Stütze bei der Montage der bis zu 800 t schweren Baumaschinen. Allerdings müssen die Etiketten nicht nur dem Transport per See- oder Luftweg standhalten, sondern auch auf dem Werksgelände in Colmar Wind und Wetter trotzen: Von den 30.000 Teilen, die dort auf Lager sind, werden rund 40 % im Freien verwahrt (Bild 2).

Um Zeit- und Materialverlust zu vermeiden, greift Liebherr auf die Etikettenlösungen der S+P Samson GmbH zurück: Die Schrift auf den hochwertigen Kombietiketten aus Kunststoff verblasst auch bei starker Witterung nicht und dank Spezialkleber haftet die Kennzeichnung selbst auf problematischen Untergründen.

Auf dem großen Werksgelände von Liebherr in Colmar werden verschiedene Mining- und Nassbagger produziert und gelagert. Die Verwaltung der Einzelteile ist eine logistische Herausforderung und basiert auf der korrekten Etikettierung mit Informationen wie Gewicht, Einlieferdatum und einer Referenznummer. Im Idealfall greift ein Mitarbeiter ein Teil, sieht auf dem Etikett, dass es das richtige ist, und sortiert es zu der Bestellung.

Eine große Zahl der Bauteile wird bis zu zwei Jahre in Außenlagern verwahrt und ist dort allen Jahreszeiten ausgesetzt: Nässe, Wind und Sonne im Wechsel können den Bauteilen selbst nichts anhaben. Das gilt allerdings nicht für die Etiketten, weshalb es wichtig ist, eine Lösung zu finden, die den Jahreszeiten standhält. Denn ohne korrekte Beschriftung können die Teile nicht richtig zugeordnet werden, sodass sie trotz einwandfreien Zustands unbrauchbar sind.

Hohe und niedrige Temperaturen sind kein Problem

Weil es für die Baumaschinenhersteller wichtig ist, die Etiketten selber beschriften zu können, wurde in der Vergangenheit auf handschriftlich ausgefüllte Sticker oder selbst ausgedruckte Zettel, geschützt durch Plastikfolien, zurückgegriffen. Diese wurden aufgeklebt oder auf gewölbten Oberflächen mit Klebeband oder Kabelbindern fixiert (Bild 3).

Da die Beschriftungskonstruktionen jedoch oft nicht hielten oder die Schrift beispielsweise vom Regen ausgewaschen war, kam es zu Zeitverzögerungen im Lager oder zu Reklamationen von Kunden, die ihre Teile nicht zuordnen konnten. Um dieses Problem zu lösen, greift Liebherr Colmar nun auf die S+P-Graphiplast-Etiketten zurück. Die hochwertigen Kunststofffolien haften in einem Temperaturbereich von -30 bis 120 °C und lassen sich bei -10 bis 135 °C applizieren.

Zur Verbesserung der Fixierung und des Druckbildes wird eine Lackierung auf der Folie aufgebracht. Das verhindert ein Ausbleichen oder Auswaschen der Schrift. Aufgrund ihrer Witterungsbeständigkeit und der hohen Klebstoffgrammatur eignen sich die Graphiplast-Etiketten für die Nutzung im nicht überdachten Außenlager – auch über einen längeren Zeitraum.

Damit die Etiketten weiterhin direkt vor Ort mit den entscheidenden Informationen versehen werden können, wurde zudem ein Laserdrucker mitgeliefert.

Die von S+P genutzten Laserdrucker können durch die Verwendung von Schutzgehäusen auch in unbeheizten und staubigen Produktionsbereichen verwendet werden.

Die Bauteilgeometrie entscheidet über die Anbringung des Etiketts

Die Kombietiketten können sowohl aufgeklebt als auch angehängt werden – ein Etikettenformat ist so also für alle Teile nutzbar. Je nach Geometrie des Bauteils kann entschieden werden, wo und wie das Etikett angebracht wird. Dank präzise gestanzter Anhängelöcher mit einer Reißfestigkeit von bis zu 100 N nach DIN 53112 kann es zum Beispiel mithilfe von Kabelbindern fixiert werden.

Diese Möglichkeit nutzt Liebherr Colmar für die Kennzeichnung von Stangen sowie Komponenten mit großen oder unregelmäßigen Oberflächen. So kann die Kennzeichnung außerdem immer an einer exponierten Stelle angebracht werden, damit langes Suchen nach der Referenznummer entfällt.

Der Bagger wird bei Anlieferung von einem Team von Ingenieuren in rund drei bis vier Wochen zusammengebaut. Sobald die Teile identifiziert und angebracht sind, ist das Etikett nicht mehr nötig und würde das Gesamtbild nur stören. Daher sind die Graphiplast-Etiketten mit einem speziellen Haftschmelzklebstoff auf synthetischer Kautschukbasis versehen. Dieser haftet auch auf schmutzigen, rauen oder gar auf verzunderten Oberflächen, lässt sich aber wieder abziehen: Sobald sie ihren Zweck erfüllt haben, sind die Etiketten so gut wie spurlos abzulösen, Kleberreste werden entfernt.

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