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Brandschutz Wenn die Halle brennt – Sprinkler, Feuerwehr und ERP im Einsatz

| Autor / Redakteur: Robert Weber / Stéphane Itasse

Rund 22 Mio. Feuerzeuge und 41.400 kg Gas lagern bei der Firma Tröber aus Hamburg. Zwei Großfeuer haben die Norddeutschen schon erleben müssen. Sicherheit, auch bei den Lagerdaten, ist deshalb für die Logistiker und IT-Verantwortlichen sehr wichtig.

(Bild: Alexander Blum, gemeinfrei, wikicommons)

Das Martinshorn dröhnt unbeirrt, die Autos weichen dem Löschzug aus und die Blicke der Feuerwehrmänner im Rüstwagen treffen sich – was erwartet uns am Einsatzort, fragen sie sich. Zu mehr Nachdenken bleibt nicht viel Zeit. „Atemschutz aufsetzen“, ruft der Kommandant aus dem Führerhaus. Der Funkspruch aus der Einsatzzentrale verheißt nichts Gutes – Großfeuer in einem Logistikzentrum mit Gefahrgut – Achtung: Gas und Benzin! Menschenleben in Gefahr? Die Berufsfeuerwehr Hamburg löst an diesem Herbsttag 2004 Katastrophenalarm aus.

Sprinklerköpfe in jeder Halle und an jeder Regaleinheit

Wenige Minuten vorher im Lager: Einem Gabelstaplerfahrer fällt beim Einlagern ein Karton mit Feuerzeugen auf den Boden. Aus dem wohl schon vorher beschädigten Karton tritt Gas aus und durch die Reibräder kommt es zu einem Funken. Das Feuer ist nicht mehr zu stoppen. Den Kampf gegen das Flammenmeer können die Mitarbeiter mit Feuerlöschern nicht mehr gewinnen – Flucht! In wenigen Minuten greift das Feuer um sich. Meterhohe Flammen schlagen aus dem Dach und eine riesige dunkle Rauchsäule ist kilometerweit zu sehen. Die Feuerwehr setzt an diesem Tag mehr als 100 Einsatzkräfte ein.

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Das Großfeuer bei der Firma Tröber war nicht das erste in der Unternehmensgeschichte. Schon vier Jahre vor der Katastrophe im Oktober 2004 brannte eine Lagerhalle der Firma ab. Logistiker und IT-Verantwortliche haben aus den Katastrophen gelernt. Brandschutzexperten installierten eine Sprinkleranlage mit Wasserturm. In jeder Halle und jeder Regaleinheit brachten die Techniker Sprinklerköpfe an. Gasabsauganlagen und 400 Brandmelder kamen zudem auf die Rechnung. Alles Maßnahmen, um einen Brand schnell einzudämmen. Johannes Müller-Lahn, IT-Leiter von Tröber, liegt aber auch die Datensicherheit am Herzen. Als Konsequenz aus dem Feuer von 2000 schufen die Verantwortlichen ein Ausweichrechenzentrum, in das das Unternehmen seine IT verlagern kann.

Für die Versicherung zählt vor allem die Sicherheit der Daten

Die Datensicherheit ist vor allem für die Versicherung entscheidend. Bei dem Großhändler gehören deshalb Datensicherung und externe Aufbewahrung von Sicherungsbändern seit vielen Jahren zur Routine. Wie wichtig eine gut funktionierende EDV ist, zeigte sich schon kurz nach dem Brand: Zahlreiche Kunden und Partner von Tröber riefen an und erkundigten sich danach, ob die Unternehmens-IT noch laufe.

Ergänzendes zum Thema
EDV und Brandschutz: Was erwartet die Versicherung?

1. Genaue und zweifelsfreie Auflistung aller Bestände.

2. Nachweis über die Eigentumsverhältnisse dieser Bestände, beispielsweise ob verbrannte Ware bereits verkauft war.

3. Nachweis sämtlicher Warenbewegungen vor und nach dem Brand.

4. Auflistung des gesamten Anlagevermögens und exakte Zuordnung zu Betriebsstätten, Gebäuden und Orten.

5. Dokumentation über Einhaltung und dauerhafte Erfüllung der im Versicherungsvertrag vereinbarten Leistungen zur Risikominimierung.

6. Datenkonsistenz und hohe Integrität der Daten: dadurch keine Widersprüche in der Schadensdokumentation ansonsten verzögert sich die Schadensregulierung um mindestens sechs Monate.

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