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Wenn Etiketten fühlen lernen

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Wie der Fachmann berichtet, beobachtet sein Unternehmen bei Kunden aus der Automobilbranche und der technischen Industrie, dass die Anforderungen der modernen Produktion immer komplexer werden. Um sie optimal meistern zu können, ist es deshalb wichtig, dass die Datenträger und Typenschilder, die für Geräte und Komponenten geliefert werden, den Sprung auf die nächste Ebene der Prozess- und Fertigungsautomatisation ermöglichen. Hier wird es nötig, jedes Teil einzeln identifizieren zu können. Mit RFID-Technik sei es hier möglich, jedem Teil seine Identität zu geben, diese kontaktlos zu kommunizieren und den Verlauf der Fertigung oder den Warenfluss direkt auf dem Teil zu dokumentieren. Sonst, da ist Linti sicher, hat die vierte industrielle Revolution keine echte Chance: „Vor allem die für den Einsatz von RFID sehr schwierigen Untergründe sind da oft ein Showstopper. Denn Industrie 4.0 funktioniert nur, wenn die Erfassung der Produkte durchgängig und ihre Kommunikation selbstständiger wird. Intelligente RFID-Datenträger sind dafür ein wichtiger Baustein.“

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RFID und Sensorik

Es kommt darauf an, dass die Hersteller und Zulieferer RFID-Etiketten wählen, die sich den Anforderungen optimal anpassen. Dann stehen die Chancen gut, denn sie sind in der Lage, auf metallischen Untergründen, verschiedensten Kunststoffen, ESD oder Karbon zuverlässig zu arbeiten, und überdauern extreme Hitze und Kälte.

In Zukunft sollen RFID-Etiketten mit integrierter Sensorik oder hohem Speichervolumen außerdem ein wichtiger Bestandteil einer intelligenten Bauteilkommunikation hin zum Verarbeitungssystem sein. „In den Arbeitsprozessen steuern intelligente Datenträger die Aktionen und Arbeitsschritte an ihren Bauteilen künftig selbstständig. So geben sie dem darüber liegenden Software- und Fertigungsplanungssystem die höchstmögliche Flexibilität – sowohl auf Fertigungszellenlevel als auch standortübergreifend. Nur dann erfüllen die RFID-Lösungen die komplexen Anforderungen und ermöglichen zugleich echte Industrie-4.0-Szenarien“, erklärt Linti.

Linti spricht hier von „RFID@Sensorik“, also Etiketten auf UHF- oder NFC-Frequenz, die zusätzlich verschiedene Zustände, wie Feuchte, Temperatur, Manipulation, Stoß oder Druck, erfassen und weitergeben können. Fähigkeiten also, die gerade in der Logistik dazu dienen könnten, den ordnungsgemäßen Umgang mit und die ordnungsgemäße Lagerung von Gütern und Produkten nachzuvollziehen und zu protokollieren. Doch der Experte sieht noch weitere mögliche Einsatzgebiete, von der Automobilindustrie bis hin zur Pharmabranche, dem Maschinenbau und der Elektronik. Bei Lebensmitteln, für deren Überwachung die Technik wie gemacht zu sein scheint, macht Linti Einschränkungen: „In der Lebensmittelbranche dürfte es höchstens beim Transport von sehr hochwertigen Gütern infrage kommen, ansonsten werden die Sensoriklabel dem Handel zu teuer sein.“

Pilotprojekte laufen

Insgesamt sieht Linti in der Technologie aber einen aufwandsarmen und zuverlässigen Weg für Unternehmen, um sicherzustellen, dass die Bedingungen stimmen und im Zweifelsfall zeitnah eingegriffen werden kann. Verfehlungen sollen so nachvollziehbar gemacht werden, was für den Umgang mit etwaigen Abschreibungen oder Haftungsforderungen wichtig ist. Technisch werden die Voraussetzungen für derartige Lösungen bereits geschaffen.

So laufen bei Schreiner Pilotprojekte zu der Technologie, die sich aber noch in einem frühen Stadium befindet. Dabei spielt auch die gedruckte Elektronik, also elektronische Bauelemente, die mittels Druckverfahren hergestellt werden, eine Rolle. So drucken die Experten bei Schreiner Antennen und Kontaktschleifen sowie Widerstände für die Sensorlabels selbst, um diese an die Platzverhältnisse, Frequenzvorgaben und Bauformvorgaben der Kunden anpassen zu können. „Die Basis unserer Produktentwicklungen ist aber natürlich immer die Wirtschaftlichkeit, da der Kunde sonst keinen Anreiz hat, auf eine hochpreisige Lösung zu wechseln“, ergänzt Linti. ■

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