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Umfrage Wertschöpfer Logistik? Nicht im Maschinenbau!

| Redakteur: Robert Weber

Logistik? Das sind doch die Kollegen im Lager und die Lkw-Fahrer. In vielen Unternehmen hat der Materialfluss nicht die Stellung, die er haben sollte – denn mit Prozessen lässt sich Geld verdienen. Eine Studie des BME und der Beratung Conmoto Consulting Group untersucht den Professionalitätsgrad der Industrie. 139 Top-Manager wurden befragt.

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(Bild: BME)

Im Rahmen der BME-/Conmoto-Umfrage gaben Entscheidungsträger aus neun Branchenclustern eine Selbsteinschätzung zu ihrer Logistik ab. Die von den Top-Managern anhand von zentralen Einflussbereichen vorgenommene Zustandsbewertung ermöglicht eine Einordnung in das von Conmoto entwickelte Reifegradmodell der wertorientierten Logistik (Stufe 1 „Fragmentiert“ bis Stufe 6 „Agil/Adaptiv“).

Handel/Konsumgüter im Branchenvergleich spitze

Die Gesamtnote über alle Unternehmen und Branchen hinweg lautet „befriedigend“ (Note 3,1, das heißt Stufe 4 des Reifegradmodells), wobei die Spreizung im Notenspiegel erheblich ist. Einige Unternehmen sind weit abgeschlagen und haben noch sehr viel Grundlagenarbeit zu leisten, während andere bereits sehr professionell agieren. In der Gesamtbewertung aller zentralen Einflussbereiche liegt das Cluster Handel/Konsumgüter im Branchenvergleich der neun untersuchten Kategorien an der Spitze. Es folgen Elektro, Automotive, Chemie/Pharma und Energie. Die hinteren Plätze nehmen die Branchen Bau, Maschinen-/Anlagenbau ein, die rote Laterne muss an die Papier-/Verpackungsindustrie vergeben werden (Rang 9). Mehr Zahlen zum Maschinenbau liefert dieser Artikel zur Logistikkompetenz der Unternehmen.

Green und Logistikstrategie?

Lediglich 2 % aller befragten Unternehmen gaben an, den „ökologischen Footprint“ gesamtheitlich zu messen und gezielte Maßnahmen zur Verringerung der Umweltbelastung in der Organisation zu verankern. „Überraschend ist, dass über ein Drittel der Unternehmen über keine beziehungsweise nur eine lückenhafte Logistikstrategie verfügt“, betont BME-Hauptgeschäftsführer Dr. Holger Hildebrandt. Gerade im Hinblick auf ein zunehmend raues Klima mit volatilen Märkten und verschärfter Konkurrenz sei das ein ernstzunehmendes Warnsignal.

Bei Themen wie Organisation und Prozesse, Mitarbeiterqualifikation, Agilität und Adaptivität sowie der Ausrichtung der Wertschöpfungsketten ergibt sich ein eher befriedigender Reifegrad. Es zeigen sich dabei heterogene Implementierungsgrade in nahezu allen Branchen. Die Top-25-% der befragten Unternehmen erzielten branchenübergreifend die Durchschnittsbewertung „sehr gut“. Hildebrandt: „Diese Firmen überprüfen mittels geeigneter Kennzahlen- und Managementinformationssysteme ihre Zielgrößen, sie identifizieren systematisch relevante Stellhebel zur Steigerung des Unternehmenswerts und setzen Anpassungen in der Logistik kontinuierlich um.“

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