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35. Deutscher Logistik-Kongress Wir brauchen bunt, nicht braun!

In Berlin ist heute der BVL-Vorstandsvorsitzende Robert Blackburn den 35. Logistik-Kongress eröffnet. Blackburn kann auch gut als Mutmacher durchgehen, denn er eröffnete mit den Worten "Guten Morgen, Logistikhelden. Ohne Euch geht es nicht!"

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"Guten Morgen, Logistikhelden. Ohne Euch geht es nicht!" - Das war einmal eine Begrüßung der Teilnehmer am 35. DLK durch den BVL-Vorstandsvorsitzenden Robert Blackburn.
"Guten Morgen, Logistikhelden. Ohne Euch geht es nicht!" - Das war einmal eine Begrüßung der Teilnehmer am 35. DLK durch den BVL-Vorstandsvorsitzenden Robert Blackburn.
(Bild: Maienschein)

Die Logistik ist hierzulande der drittstärkste Wirtschaftsbereich, mit geschätzt 279 Mrd. Euro Umsatz im Jahr 2019 - das macht ein Wachstum zu diesem Jahr von 1,7 % aus. Und auch für 2020 prognostiziert Blackburn ein veritables Aufwärts von 2,0 %. Neben dem BDI-Präsident Prof. Dieter Kempf, Carsten Spohr, CEO bei Deutsche Lufthansa AG in Köln und Sick-CEO Dr. Robert Bauer trat im Anfangs-Panel, sozusagen als politischer "Superstar", der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ans Rednerpult.

"Logistiker der Bundesregierung"

Altmaier bezeichnete sich selbst als "Logistiker der Bundesregierung" - und man merkte ihm an, dass er sich in diesem Metier wohl fühlt. "Was ist es, was die Welt im Innersten zusammenhält?" zitiert Altmaier dann auch Göthe. Um die Frage gleich selbst zu beantworten: "Das wissen wir zwar nicht so genau, aber die Logistik gehört mit Sicherheit dazu."

In Deutschland halte der Aufschwung mit dem Ende der Weltwirtschaftskrise weiter an. "Wenn das nächstes Jahr so weitergeht, ist das der längste Aufschwung seit Ludwig Erhard 1966." Erhard hätte die Marktwirtschaft zwar nicht erfunden, aber der Welt das Vertrauen in sie geschenkt.

Politik darf sich nicht immer einmischen

Überhaupt gebe es keinen Grund für die Politik, sich beispielsweise in Themen wie 3D-Druck oder auch die Logistik einzumischen - dafür laufe es da einfach zu gut. Altmaier zitiert aus einem Gespräch, das er kürzlich mit einem Unternehmer geführt hat: "Mittelstand ist, wenn Du pleite bist und niemand ((vom Staat, Anm. d. Red.)) kommt vorbei."

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bezeichnet sich auf dem 35. Deutschen Logistik-Kongress in Berlin als "Logistiker der Bundesregierung."
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bezeichnet sich auf dem 35. Deutschen Logistik-Kongress in Berlin als "Logistiker der Bundesregierung."
(Bild: Maienschein)

Die künstliche Intelligenz (KI) werde in ihrer Entwicklung alle Bereiche des Lebens durchdringen. "Es wird in Zukunft mehr Maschinen geben, die im Internet unterwegs sind, als Menschen", so der Minister. Deshalb würde auch im November in der Bundesregierung eine Strategie zu KI beschlossen.

Fachkräfte-Einwanderungsgesetz angeschoben

"Wir müssen überlegen, ganz frei nach Franz-Josef Strauß, ob wir eine Institution brauchen wie ein 'Airbus der Industrie'", sagt Altmaier in Reminiszenz an den ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten. Um mit einem kleinen Seitenhieb auf die momentane Situation in Berlin zu schließen: "BER, Sie werden das alles noch erleben - zumindestens Ihre Kinder und Enkelkinder."

Zum Thema Fachkräftemangel - BVL-Chef Blackburn hatte es mit "Wir brauchen bunt, nicht braun! Wir brauchen engagierte Arbeitskräfte, egal aus welcher Nation." - merkt Altmaier an, dass die Bundesregierung beispielsweise mit dem Fachkräfte-Einwanderungsgesetz auf den aktuellen Fahrermangel reagiere, der ihm bei einem kürzlichen Besuch bei Dachser vor Augen geführt worden ist.

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