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Echtzeit-Tracking Wissen wo die Ware ist

| Autor / Redakteur: Jutta-Marie Kühne und Katharina Uribe Casillas / Gary Huck

Mit einer digitalen Lösung Logistikprozesse live verfolgen? Mit entsprechender Sensorik und der richtigen Software ist das machbar. Kühne + Nagel und Bosch Connected Industry haben das getestet.

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Mit Nexeed Track and Trace sollen Waren vom Lager bis zur Auslieferung nachverfolgt werden können.
Mit Nexeed Track and Trace sollen Waren vom Lager bis zur Auslieferung nachverfolgt werden können.
(Bild: Kühne + Nagel )

Wie lassen sich über das Statusupdate hinaus weitere Informationen über den Liefervorgang und den Zustand der Ware beschaffen? Gerade die Logistik ist ein Bereich, in dem noch viel Potenzial für Innovationen besteht. Hier setzte das Pilotprojekt von Kühne + Nagel und Bosch Connected Industry an: Ziel ist eine agile, auf unterschiedliche Bereiche anwendbare Echtzeit-Tracking-Lösung für die gesamte Lieferkette.

Die intelligente Software ermöglicht die Echtzeitverfolgung sämtlicher relevanter Parameter. Sensoren an den Packstücken und Gateways an allen relevanten Punkten der Lieferkette sorgen für eine präzise Übersicht über Position und Zustand der Ware. Über Gateways senden die Sensoren in definierten Zeitintervallen Informationen in die Nexeed Track and Trace Cloud. Im Rahmen des Tracking-Angebots sammelt die Lösung die relevanten Daten und bereitet sie auf. Die Daten werden wiederum von Kühne + Nagel angereichert und können dann dem Kunden bereitgestellt werden.

Exakt nachvollziehen, wo sich das Transportgut befindet

Dieser kann, genauso wie der Logistiker selbst, jederzeit auf die Informationen zugreifen und somit exakt nachvollziehen, wo sich das Transportgut im Augenblick befindet und ob alles nach Plan läuft. Neben Positionsdaten erkennen die Sensoren auch Temperaturschwankungen oder Schocks während des Transports. Die Software meldet Unregelmäßigkeiten, die Rückschlüsse auf mögliche Schäden an der Ware zulassen, direkt zurück. So können der Kunde und der Logistiker schnell entscheiden, ob beispielsweise eine Ersatzlieferung auf den Weg gebracht werden muss.

Das Pilotprojekt fußt auf drei sehr unterschiedlichen Anwendungsfällen, die verschiedene Transportmittel und Stationen entlang der Lieferkette abdecken: Ware wird auf der Straße, per Luftfracht und unter Einbindung zahlreicher Akteure an die Zielorte transportiert.

Teile müssen nicht auf Vorrat gelagert werden

Der Anwendungsfall eines italienischen Herstellers von Luxusautomobilen zeigte, welches Potenzial in der Lösung steckt: Der Kunde profitiert von Echtzeitinformationen über den Verbleib und Fortschritt seiner Lieferungen. Darüber hinaus gibt es Potenzial zur Verringerung von Inventur-, Finanzierungs- und Lagerungskosten, da unmittelbar auf Abweichungen reagiert werden kann und Teile nicht mehr auf Vorrat gelagert werden müssen.

Über Sensoren können auch Informationen zu Umwelteinflüssen während des Transports abgerufen werden.
Über Sensoren können auch Informationen zu Umwelteinflüssen während des Transports abgerufen werden.
(Bild: Kühne + Nagel )

Die Umsetzung ist denkbar einfach: Der Geschäftspartner des Automobilherstellers, ein Produzent hochwertiger Innenraumkomponenten, stattet seine Waren ab Werk mit Sensoren aus. Kühne + Nagel transportiert die Teile in ein eigenes Lager. Anschließend erfolgt die Lieferung ins Werk des Autobauers. Immer mit dabei sind die Sensoren, die an den einzelnen Packstücken befestigt sind und erst im Zielwerk von der Ware entfernt werden. Die Anwendung liefert sowohl dem Logistikunternehmen als auch dessen Kunden alle gewünschten Informationen zum Transportvorgang.

Die Pilotphase lief bis Ende 2019, danach ging es an die Auswertung. Verläuft diese zufriedenstellend, steht der Einführung eines neuen Tracking-Produkts von Kühne + Nagel nichts mehr im Weg. Auch außerhalb des Automobilbereichs weist das Projekt Potenzial auf und könnte Einzug in weitere Branchen finden, etwa in die Consumerlogistik oder Pharmabranche

Wie im Fall des Automobilherstellers können auch hier die Kunden in den Prozess involviert werden. Denn letztlich kann eine digitale Lösung nur erfolgreich sein, wenn sie die realen Kundenbedürfnisse erfüllt.

* Jutta-Marie Kühne ist Senior Project Manager bei Bosch Connected Industry in Stuttgart, Tel. (+49 172) 26 02 414, JuttaMarie.Kuehne@de.bosch.com.

* Katharina Uribe Casillas ist Vice President Global Customer Development Automotive + Industrial bei Kühne + Nagel, Tel. (+41) 79 64 17 454, katharina.uribe@kuehne-nagel.com

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