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Kommissionieren WMS steuert Logistikroboter bei der Kommissionierung

| Redakteur: Robert Weber

Stoffe für Armani, Boss und Lacoste kommen auch aus Österreich. Bei der Sortierung und Kommissionierung des Textils vertraut das Unternehmen Getzner jetzt auf einen Logistikroboter, der über das WMS gesteuert wird. Erfahrungen konnten die Logistiker mit dem Robotik schon an der TU München sammeln.

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Der Roboter aus Schweizer Produktion kann Sortieren und Kommissionieren.
Der Roboter aus Schweizer Produktion kann Sortieren und Kommissionieren.
(Bild: CIM)

In Kombination mit dem Bau eines automatischen Lagers mit 1500 Palettenstellplätzen und mit Robotersortierung und -kommissionierung führten die Stoffkenner von Getzner das WMS ProlagWorld von CIM ein. Das WMS verwaltet die verschiedenen Stoffe und Garne im automatischen Lager, es steuert das Regalbediengerät in verschiedenen Geschwindigkeiten sowie den Roboter an. Die mechanische Intralogistik lieferte ein Schweizer Generalunternehmer, den Roboter ein Schweizer Roboterhersteller.

Sortieren und Kommissionieren feiert Premiere

„Für CIM ist es ist nicht das erste Mal, dass unsere Software einen Roboter anbindet, aber es ist das erste Mal, dass ein Roboter angebunden wird, der erst sortiert und dann kommissioniert“, erklärte eine Sprecherin gegenüber MM Logistik. Im Forschungslager der TU München steuert das WMS seit Jahren einen Kuka-Roboter an, so die Entwickler. Die Herausforderung bei dem Projekt lag vor allem im Zusammenspiel des Roboters mit dem Regalbediengerät des Hochregallagers, heißt es bei CIM. Die Abstimmung der beiden muss genau stimmen, dass das Regalbediengerät zu dem Zeitpunkt genau das richtige bringt, was der Roboter zum Sortieren oder Kommisisonieren braucht.

Der Logistikroboter arbeitet im Wechsel

Um den Kommissionieraufwand so gering wie möglich zu halten werden die Stoffrollen nach Sortierkriterien sortiert. Das System weist dem Roboter nach Anzahl der Kommissionier- oder Sortieraufträge die Arbeit zu. Wenn er nicht kommissioniert, sortiert er vor – damit reduzieren sich die Arbeitszeiten in der Kommissionierung:

Aus dem vorhergehenden Produktionsschritt kommen die Rollen unsortiert am Roboter an, da die Stoffe zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Maschinen produziert werden. Die unsortierten Paletten werden ins Hochregallager eingelagert. Danach werden diese Paletten vollautomatisch nach den Sortierkriterien wie zum Beispiel Artikel, Ausrüstvariante etc. sortiert. Der Roboter nimmt die Textilrollen aus einem Behälter heraus, legt diese auf seinen Sortiertisch und gibt die Rollen dann wieder in die Zielpaletten hinein. Die nach Farben und Muster sortierten Paletten werden wieder ins Hochregallager eingelagert.

Wenn mehrere Sortierpaletten zu einem Auftrag zusammengefasst werden, kontrolliert das WMS ob eine Kommissionierung stattfinden muss. Gründe für eine Kommissionierung sind, wenn nicht alle Waren, die auf einer Palette sind, benötigt werden (Zerlegen) oder wenn sich wenige Textilrollen auf den Paletten befinden (Verdichtung). Der Abruf der kommissionierten Paletten aus dem Hochregallager geschieht zeitnah vor dem ersten Verarbeitungsschritt durch die Produktionsmitarbeiter.

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