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Logistik & Delivery Wo es bereits ein IoT gab bevor es zum IoT wurde

Autor / Redakteur: Nisarg Desai / Jürgen Schreier

Die Entwicklung des Internets der Dinge (IoT) hatte in Abhängigkeit vom technischen Fortschritt in verschiedenen Branchen ganz unterschiedliche Auswirkungen. So hat man das IoT verschiedentlich schon genutzt, bevor es zm tatsächlichen IoT wurde.

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In der Logistik sorgen IoT-Anwendungen für effizientere und dadurch gewinnbringendere Supply Chains.
In der Logistik sorgen IoT-Anwendungen für effizientere und dadurch gewinnbringendere Supply Chains.
(Bild: Pixabay / CC0 )

Verbundene Geräte, Instrumente und unterschiedliche Arten von Verbindungen, um Daten zu sammeln und Geräte zu steuern, wurden in vielen Branchen bereits benutzt, bevor die Begriffe "Internet of Things" oder "IoT" auftauchten. In dem Beitrag beschäftigen wir uns mit der Logistik und dem Bereich Delivery (Zustellung). Miteinander verbundene Gadgets gibt es dort seit einem guten Jahrzehnt, und wahrscheinlich war das auch eines der ersten Einsatzfelder.

Der große Unterschied ist, dass wir nun weitaus mehr dieser „Dinge“ verbinden, sie ausgedehnter als je zuvor vernetzen und miteinander verbundene Systeme wiederum zu Systemen von Systemen führen. Man kann heutzutage Maschinen verbinden, verschiedene Module in einer einzigen Maschine und dies auf eine Fülle von Maschinen in einem System und darüber hinaus ausweiten.

IoT, Big Data und Analytics bringen die Logistik voran

Ein weiterer wichtiger Unterschied ist durch die Entwicklung der Cloud-Technologie entstanden. Innovationen sind einfacher umzusetzen und bieten neue, robustere Cloud-basierte Softwarelösungen. Eine Kategorie, die davon besonders profitiert hat ist Cloud-basierte Datenanalyse, aus der sich dann die Edge-basierte Datenanalyse entwickelt hat. Die Kombination aus IoT und Big Data, Big Data Analysen, Edge Analysen und viele weitere mehr bringen die Logistikbranche voran. So entstehen wesentlich bessere und umfassendere Lösungen. Wo Lösungen und Komponenten vormals unabhängig voneinander operierten, sind sie jetzt miteinander verbunden und können die verschiedenen Quellen und Datenpunkte nutzen.

Es ist keine große Überraschung, dass einige der größten Logistikunternehmen wie FedEx und UPS die Technologie vor allen anderen eingesetzt haben. Die Branchenriesen brauchten eine Möglichkeit Systeme zu verbinden, um die Paketzustellung zu beschleunigen, die Logistikprozesse zu verbessern und letztendlich die Kosten zu senken. Amazon versucht sich den Markt mit innovativen Ansätzen zu erschließen, vor allem durch das Senken von operativen und Kapitalkosten. Und wer derartig viele Pakete zustellt wie Amazon, für den ist es nur sinnvoll einen eigenen Zustelldienst zu haben. Es ist wahrscheinlich, dass sobald die vergleichsweise geringen Startschwierigkeiten beseitigt sind und das Geschäftsmodell sich bestätigt hat, Amazon sein Angebot auch als Lösung an andere verkauft.

Optimierung und Effizienz: Der Weg zu mehr Gewinn

Logistik- und Zustellunternehmen sind gezwungen ihr Geschäftsmodell ständig zu optimieren und so effizient wie möglich zu arbeiten. Also sich letztendlich über niedrigere operative Kosten vom Wettbewerb zu unterscheiden. In der Branche sind die Umsatzvolumina traditionell hoch, die Gewinnmargen hingegen sehr niedrig. Die Dienstleistung ist zur Massenware geworden. Der Anbieter mit dem besten Angebot bekommt den Zuschlag. Deshalb ist die Branche rund um Transport, Logistik und Lagerung gegenüber anderen sehr stark automatisiert und optimiert. Und verbundene Dinge spielen schon seit vielen Jahren eine große Rolle.

Die Transportbranche etwa verlässt sich schon seit langer Zeit auf hochentwickelte Prozesse, die die Kosten auf Cent-Beträge reduziert haben. Einige Unternehmen haben das im Alleingang geschafft und währenddessen Teilprozesse sowie verschiedene Schritte innerhalb der Supply Chain verbessert. Mit den Fortschritten des IoT und mit mehr Ressourcen, die in die Recherche von neuen Geräten, Systemen und Modellen fließen, sinken die Kosten für IoT-Implementierungen während der Nutzen der betreffenden Anwendungen steigt. Das führt nicht nur zu Standardansätzen in der Warenhauslogistik, sondern in allen Bereichen die Kosten senken und für mehr Kundenzufriedenheit sorgen.

Kosteneinsparungen auf der letzten Meile

Der teuerste Schritt im Zustellprozess ist als letzte Meile bekannt. Es kostet wenig, ein Paket von A (z.B. von einer Fabrik) nach B (zu einem Distributionszentrum) zu transportieren. Aber von B nach C (dem Endkunden) kann der Transport sehr teuer werden. Aus diesem Grund setzt die Logistikbranche oft beim letzten Kilometer an. Bisher war das ein Schritt, der sich nur schwer optimieren ließ. Amazon beispielsweise interessiert sich schon eine ganze Weile für autonome Roboter. Viele Abläufe im Warehouse werden heute von automatisierten Robotern übernommen, wofür Amazon 2012 die Firma Kiva Robotics, einen Hersteller vom mobilen Transport-Robotern, kaufte. Außerdem experimentiert der Branchengigant schon seit einigen Jahren mit Drohnen. Sie sollen bei der Paketzustellung die Kosten auf dem letzten Kilometer senken.

Seit Amazon Whole Foods übernommen hat, kann man in vielen der Filialen auch Pakete in Amazon-Packstationen abholen. Laut der Amazon Website existieren bereits mehr als 2800 Stationen in mehr als 70 Großstädten in den USA. Innovative Ansätze wie diese erhöhen die Anzahl von direkten Lieferungen, sodass die Produkte gar nicht mehr im Warehouse bevorratet werden oder dort nur kurz verweilen. Meist wird direkt vom Hersteller an den Endkunden geliefert - also eine Art Just-in-Time-Modell. Dies wird durch bessere Edge-Analysen möglich. Und die Datenströme von Hersteller, Warenhaus, Transportfahrzeugen und sogar Kundenanfragedaten können besser verarbeitet werden.

Viele Unternehmen, darunter auch Global Sign, sind auf der Suche nach neuen Wegen, um die Zustellung weiter zu verbessern - indem man beispielsweise die Blockchain-Technologie in Verbindung mit Public Key Infrastruktur (PKI) zur Authentifizierung von Identitäten für smarte Türschlösser und smarte Sensoren verwendet. Diese Anwendung hat das Potenzial die Zustellung zu automatisieren, die Zahl der mehrmaligen Zustellungsversuche zu verringern und eines Tages vielleicht auch den Diebstahl von Paketen zu verhindern.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal Industry of Things und wurde von Jürgen Schreier betreut.

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