Logimat & Co. Wohin steuern die vielen Logistikmessen?

Redakteur: Robert Weber

Die Logimat wächst. Die Macher der elften Ausgabe orderten eine weitere, die sechste Halle des Stuttgarter Messegeländes. Über 1000 Aussteller erwarten die Verantwortlichen im Februar 2013 in Stuttgart. Das Messegeschäft mit dem Materialfluss in Deutschland boomt. Wie lange noch? Eine Einschätzung.

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Auch 2013 wächst die Logimat in Stuttgart. Das Messekonzept überzeugt die Besucher. Doch neue Herausforderungen warten auf die Veranstalter.
Auch 2013 wächst die Logimat in Stuttgart. Das Messekonzept überzeugt die Besucher. Doch neue Herausforderungen warten auf die Veranstalter.
(Bild: Euroexpo)

Mit Logistikmessen müssen Messegesellschaften gutes Geld verdienen können. Ob in Hannover oder München – die Gesellschaften expandieren mit Fördertechnik und Fahrtenschreiber. Cemat, Transport Logistic, Logimat, Cematforen, Transfairlog, Pack & Move, Fachpack und viele kleine, lokale Veranstaltungen – der Bauchladen wächst. 2013 macht die Logimat den Anfang im Messekalender. Ihr Konzept von der Arbeitsmesse, der Ausstellung der kurzen Wege, hat sich bestätigt – seit elf Jahren. Die Leistungsschau lockt immer noch neue Aussteller. Warum?

Neue Themen sollen mehr Besucher locken

Weil die Logistik eine Querschnittsfunktion hat und dieses sich noch weiter verstärken wird. Das bedeutet: Nicht nur der klassische Lagerleiter passt in das Besucherspektrum der Veranstalter. Die deutsche Industrie sucht Prozessmanager, Männer und vor allem Frauen, die den Materialfluss vom Lager bis in die Produktion und weiter bis an die Rampe organisieren können, und das am besten alles mit Industrie 4.0. Schwierig für die Unternehmen, denn wo findet man diese Kollegen?

Gut für die Messemacher, denn neue Themen locken mehr Besucher und gleichzeitig können sie ganz neue Ausstellergruppen ansprechen – Stapler- und Shopfloorsysteme nebeneinander, kann das gut gehen? Eine gewisse Zeit schon, aber mittelfristig müssen sich die Messemacher die Frage stellen: Wer soll mein Besucher sein und wo will ich hin?

Mischmasch-Messen werden kaum überleben

Wachstum um des Wachstums willen funktioniert nicht – Eifersüchteleien schaden noch mehr – auch medial. Kooperationen sind gefragt. Denn wir werden in den nächsten Jahren feststellen, dass die großen Industriemessen einen immer höheren Anteil an Automatisierungs- und Logistikthemen beinhalten werden und so um Besucher und Aussteller buhlen.

Dazu kommt: Die Logistikwelt der Zukunft ist nicht Europa. Auf dem Kontinent stagniert die Branche auf hohem Niveau. Überleben kann nur der Messeveranstalter, der sein Produkt richtig austariert, Kooperationen nicht ausschlägt und sich nicht auf eine Mischmasch-Messe einlässt. Und auch wenn eine Messe nicht jedes Jahr zweistellig wächst, ist das kein Zeichen dafür, dass die Messe nicht erfolgreich und interessant ist oder war.

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