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Intralogistik Ylog: Ende der Shuttle-Party

Wie das österreichische „Wirtschaftsblatt“ berichtet, hat der steirische Intralogistikspezialist Ylog Konkurs angemeldet. Zu starkes Wachstum und Liquiditätsprobleme seien die hauptsächlichen Gründe für das Scheitern am Markt.

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Ylogs autonom agierende Fahrzeuge sollten für mehr Effizienz im Logistikbetrieb sorgen – jetzt ist der Intralogistikanbieter insolvent.
Ylogs autonom agierende Fahrzeuge sollten für mehr Effizienz im Logistikbetrieb sorgen – jetzt ist der Intralogistikanbieter insolvent.
(Bild: Ylog)

Noch im Mai 2011 hatte die Jury des Logistik-Magazins „MM Logistik“ auf der Intralogistikmesse Cemat in Hannover die Österreicher für ihre zukunftsweisende Lösung Intelligent Stacking Center (ISC) mit dem „MM Logistik Award“ in der Kategorie Lagern ausgezeichnet (wir berichteten). Wie das österreichische „Wirtschaftsblatt“ berichtet, standen bei dem 2007 gegründeten Unternehmen zuletzt 5,7 Mio. Euro Verbindlichkeiten nur 93.000 Euro Forderungen gegenüber. Dabei hatte das Unternehmen eine bis heute glänzende Entwicklung genommen. Laut dem österreichischen Wirtschaftsmagazin erzielte Ylog 2011 mit 25 Mitarbeitern 2,8 Mio. Euro Umsatz, 2012 sollen es bereits 7,5 Mio. Euro gewesen sein. Zum Jahresanfang 2013 hätte man sogar auf 70 Mitarbeiter aufgestockt und einen Umsatz von 10 Mio. Euro angepeilt. Die autonom agierenden Fahrzeuge von Ylog (Autonomous Intelligent Vehicles – AIV) können sich gegenseitig erkennen, Vorrangregelungen und Einbahnstraßen beachten. Die Fahrzeuge arbeiten demzufolge ihre Transportaufträge ohne Unfälle und ohne zentralen Rechner ab.

Böhler Edelstahl und Med-Uni Graz als Kunde gewonnen

Zuletzt konnte Ylog Kunden wie Böhler Edelstahl und die Med-Uni Graz von der Leistungsfähigkeit ihrer Anlagen überzeugen. Außergerichtliche Sanierungsbemühungen waren nach Angaben der „Kleinen Zeitung“ jedoch gescheitert, „deshalb hat das Unternehmen der Schließung des Betriebs zugestimmt“, wie es dort heißt. Betroffen von der Schließung sind 30 Arbeitnehmer, wie der Gläubigerschutzverband Creditreform am Montag dieser Woche mitteilte.

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