Wartung/Service Zentrales Serviceportal sorgt für Sicherheit in der Fernwartung

Autor / Redakteur: Benedikt Hofmann / M. A. Benedikt Hofmann

Durch eine Zugriffssteuerung aufseiten des Anlagenbetreibers kann auch beim Fernzugriff Vertrauen geschaffen werden. Zusätzlich hilft eine zentrale Verwaltung der Störfälle den Anwendern, die tatsächlichen Kosten einer Maschine im Auge zu behalten, und dem Hersteller bei der Analyse von Schwachstellen.

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Der Meetingpoint-Server von Perfact ist der Knotenpunkt zwischen dem Hersteller und dem Anwender der Maschine.
Der Meetingpoint-Server von Perfact ist der Knotenpunkt zwischen dem Hersteller und dem Anwender der Maschine.
(Bild: Perfact)

Verfügbarkeit ist gerade im Materialfluss ein wichtiges Thema. Steht die Lagertechnik, dann stehen auch Produktion oder Distribution. Auf einem globalisierten Markt wird es aber immer schwerer, einen Servicetechniker in möglichst kurzer Zeit zu jedem Kunden zu senden. Die Tatsache, dass mittlerweile immer mehr Anlagenausfälle auf elektronische Komponenten und die eingesetzte Software zurückzuführen sind, bietet hier aber eine Chance, da die Anlagen durch Elektronik und Software leichter kontrollierbar, flexibler und schneller an neue Bedingungen anpassbar werden. Und das funktioniert zunehmend sogar online und aus der Ferne.

Sicherheit in Zeiten der Datenskandale

Allerdings sind die Unternehmen durch eine Reihe von Datenskandalen und die Angst vor Industriespionage für das Thema Datensicherheit viel sensibilisierter als früher und viele möchten Fremdunternehmen keinen freien Zugriff auf ihr System mehr gewähren. Ein zentrales Serviceportal, auf das sowohl der Kunde als auch der Servicetechniker Zugriff haben, sorgt hier laut Dr. Robert Rae, Geschäftsleitung bei Perfact, für Transparenz und gibt dem Kunden die volle Kontrolle. Das Unternehmen hat sich auf IT-Systemlösungen rund um Logistik, Fernwartung und Datenbanken spezialisiert. Im Wartungsbereich bietet es mit Perfact-MPA eine IT-Architektur für die sichere und zuverlässige Fernwartung von Maschinen via Internet, das dem Servicemitarbeiter immer den vollen Überblick über den aktuellen Zustand und die Wartungshistorie der Anlage bieten soll.

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Umfassender Überblick über aktuellen Zustand und Historie

Eine besondere Bedeutung innerhalb dieses Systems kommt dem Meetingpoint-Server zu, der Knotenpunkt und Datenbank in einem ist. „Über gesicherte Internetverbindungen verknüpft der Server Maschinen-Steuerrechner, Kunden und die Arbeitsplätze der Fernwartungsmitarbeiter“, erklärt Rae. „Dabei haben sie in Echtzeit Zugriff auf alle Maschinendaten und Informationen, die in der Datenbank über diese Maschine hinterlegt sind.“ Dazu gehören dem Experten zufolge auch Wartungshistorie, Bau- und Wartungspläne und weitere Details, die für ein individuelles Servicekonzept nötig sind.

Zeitlich begrenzter Zugriff

Tritt an einer Maschine ein Problem auf, löst der Anwender ein sogenanntes Ticket aus, durch das der Servicetechniker einen zeitlich begrenzten Zugriff auf die Steuerung bekommt. Dabei wird auch festgehalten, wann der Service auf die Anfrage reagiert und wie lange an dieser gearbeitet wird. „Durch mathematische Verschlüsselungsverfahren, den Einsatz sicherer Netzwerkprotokolle und die Zentralisierung der Zugriffe werden bei Systemen wie diesem Angriffe unterbunden und Fremdzugriffe schnell erkannt“, so Rae. „Wenn dann noch spezielle Industrie-PCs für die Onlineanbindung der Anlage verwendet werden, um diese gegenüber anderen Netzteilnehmern abzusichern und die Maschinennetzwerke zu segmentieren, führt das dazu, dass die Sicherheitsrisiken auf ein Minimum reduziert werden.“

Um den Sicherheitsaspekt noch weiter zu stärken, setzt Perfact in den eigenen Produkten konsequent auf geprüfte Open-Source-Software, die den Softwareexperten zufolge durch das Vielaugenprinzip deutlich weniger Lücken aufweist als viele kommerzielle Produkte. Außerdem kann Perfact-MPA so ganz einfach im Browser geöffnet werden, auch auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets. Es ist zudem möglich, die Software ausschließlich zur Zugriffssteuerung und Dokumentation zu verwenden. Hierzu wählt sich der Hersteller der Anlage über Perfact-MPA in diese ein und nutzt zur tatsächlichen Wartung die im eignen Unternehmen übliche Software.

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Protokolliert und dokumentiert

„Durch den Einsatz einer zentralen Servicelösung werden alle Serviceabläufe standardisiert abgewickelt, zeitlich protokolliert und vor allem dokumentiert“, beschreibt Rae die Lösung. „Mithilfe der sicheren Verbindung kann die Anlage schnell entstört, in sichere Zustände gebracht oder neu parametrisiert werden. Auch der Maschinenbediener vor Ort kann remote unterstützt und etwa über den Bedien-PC geschult werden. Der Fernzugriff erlaubt sogar den Einsatz von Kameras, um mechanische Abläufe in Echtzeit zu überwachen und Fehlkonfigurationen zu erkennen.“

Individueller Service von jedem Punkt der Erde aus

In dem Serviceportal sollen möglichst alle Anlagendaten einer Maschinenakte sowie Störungen, Umbauten und andere Ereignisse erfasst werden. Dadurch kann ein Techniker von jedem Punkt der Erde aus einen Serviceeinsatz durchführen und durch die Auswertung älterer Daten wird eine konsequente Fehlervermeidung in der Zukunft möglich. Zusätzlich lassen sich in dem Serviceportal zustandsorientierte Wartungsinformationen darstellen. Dabei meldet die Anlage über eine sichere Onlineverbindung automatisch Betriebssystemzustände und Betriebskennzahlen. Informationen wie diese können dann serverseitig für eine proaktive Wartungsplanung eingesetzt werden. „Auch hier ergänzen sich die Fähigkeiten des Anlagenbetreibers, der Wartung in Eigenregie durchführen kann, und des Kundendienstes des Herstellers, der ebenfalls nahtlos in die Wartungsprozesse integriert wird“, führt Rae aus.

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Perfact-PSA soll dem Anwender jederzeit eine genaue Übersicht über Bestand, Warenströme oder den Stand der Produktion liefern können. Die Datenerfassung funktioniert dabei über mobile Scanner. Direkt am Lagerplatz oder beim Wareneingang werden die Artikel gescannt und per Funk umgehend in das zentrale System gebucht. Das System soll den Einsatz von Software auf ein Minimum reduzieren. Wie auch bei den anderen Produkten des Unternehmens können alle mobilen Scanner (auch I-Phones) direkt über den installierten Browser auf alle benötigten Programme zugreifen. Die Updates für alle eingesetzten Arbeitsgeräte können ohne Störungen im laufenden Betrieb am zentralen Server ablaufen. Zeit- und kostenaufwendige Aktualisierungen jedes einzelnen mobilen Scanners sollen so entfallen.

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