Porträt Zwei Wildgänse werden 150 Jahre jung

Von Bernd Maienschein und Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Vom 1-Mann-Betrieb zum global tätigen Familienunternehmen: Hellmann Worldwide Logistics kann auf 150 erfolgreiche Jahre seiner Firmengeschichte zurückblicken. Daran will man anknüpfen und weiter nachhaltig wachsen.

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Jost Hellmann, Reiner Heiken und Klaus Hellmann (v.l.) beim Jubiläum.
Jost Hellmann, Reiner Heiken und Klaus Hellmann (v.l.) beim Jubiläum.
(Bild: Hellmann)

Auch wenn mir Hellmann Worldwide Logistics schon lange ein Begriff war, schließlich begegnen einem die zwei Wildgänse immer wieder auf den Autobahnen dieser Welt: So richtig kennengelernt habe ich den Logistikdienstleister aus Osnabrück erst 2015. Vor jetzt beinahe sieben Jahren fand die Phase 3 des Ifoy-Award-Prozederes im Speicher III von Hellmann ihren Abschluss. Als offizieller Ifoy-Logistikpartner und Organisator der Ifoy-Testwoche 2015 schlagen die beiden Vögel eine Brücke zu den „Arbeitstieren“ der Logistik – den Staplern. Klaus Hellmann, damals noch Geschäftsführer und inzwischen in den Aufsichtsrat des weltweit aktiven Transport- und Logistikkonzerns gewechselt, ließ es sich nicht nehmen, bei einem kurzen Rundgang höchstpersönlich in seine Arbeitswelt einzuführen: den Speicher III.

Dem heute 72-Jährigen, der zusammen mit Cousin Jost das Unternehmen in vierter Generation leitet, war auch nach fast sieben Jahren seit dem Einzug seiner Firmenzentrale in den ehemaligen Getreidespeicher ein gewisser Stolz anzumerken. Stolz in absolut positivem Sinne, denn was Hellmann im Osnabrücker Hafen geschaffen hat, sucht – lässt man Firmen wie Apple & Co. einmal außen vor – in der Industriearchitektur seinesgleichen: Kein Bereich auf den beinahe 5.000 Quadratmetern gleicht dem anderen, das Ambiente ist modern, offen, chic und wohnlich zugleich. Eine der ersten Adressen für junge Menschen, die sich in die Arbeitswelt aufmachen.

Attraktiver Arbeitgeber

Diese Einschätzung bestätigt mir auch mein „Zubringer“ zum Osnabrücker Bahnhof. Als ob er darin schon Routine hätte, chauffiert mich der 18-jährige junge Mann am Ende der beiden Testtage zum Zug und erzählt dabei ein wenig aus dem Nähkästchen. Er schließe bald sein einjähriges Praktikum bei Hellmann ab, das zu seinem Fachabitur gehört, und werde dann sein duales Studium beginnen – bei Hellmann selbstverständlich. Mit der Zusage hat er zwei attraktive Angebote ausgeschlagen. Auf den dreimonatigen Auslandsaufenthalt, den sein Arbeitgeber ihm ermöglicht, freue er sich besonders, erklärte er mir und machte sich auf den Rückweg zu seinem „Heimathafen“, dem Speicher III.

Aber wie ist es so weit gekommen? Diese Frage konnte mir mein Fahrer nicht zuletzt aufgrund seines jugendlichen Alters natürlich nicht beantworten, da ist schon ein wenig Recherche nötig. Vom 1-Mann-Betrieb mit Pferdefuhrwerk Ende des 19. Jahrhunderts bis heute ist viel geschehen. Carl Heinrich Hellmann, der Gründer, hat alleine angefangen. Heute ist das Unternehmen mit 263 Niederlassungen in 59 Ländern vertreten. Rund 11.000 Mitarbeitende zählen inzwischen zur „Hellmann F.A.M.I.L.Y.“ und man kann auf ein globales Partnernetzwerk mit knapp 500 Büros in 173 Ländern zurückgreifen.

Zeitleiste

1871: Unternehmensgründung durch Carl Heinrich Hellmann.
1912: Das erste Lager wird gebaut.
1960er: Erste internationale Transporte nach Westeuropa und Asien.
1969: Erste Transporte über den Luftweg.
1982: Erste internationale Niederlassung in Hongkong.
2011: Hellmann bringt die Ausstellung United Buddy Bears – The Minis nach Havanna.
2017: Umfirmierung in eine SE & Co. KG.

Nachdem aus dem Fuhrunternehmen für Erz- und Kohletransporte Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Verkauf an die beiden Söhne Carl Heinrich Hellmanns die Firma „Gebr. Hellmann“ wurde, entwickelte sich das Unternehmen stetig weiter. Neben der Errichtung eines ersten Lagers im Jahr 1912 – ein Vorbote der heutigen Kontraktlogistik – wurde auch das Portfolio an Verkehrsträgern ständig erweitert. Zunächst ergänzten Lkw- und Bahntransporte die Pferdefuhrwerke. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Produktportfolio durch die Errichtung eines zweiten Standorts in Hamburg als Tor zur Welt um die Seefracht ergänzt. Unter der Leitung von Heinz und Joachim Hellmann bot das Unternehmen bereits in den 1960er-Jahren internationale Transporte vor allem nach Westeuropa, aber auch Richtung Asien an – seit 1969 auch über den Luftweg. 1976 und 1989 übernahmen zuerst Klaus und dann Jost Hellmann in vierter Generation das Erbe ihrer Väter und machten Hellmann zu dem, was es heute ist: ein global agierendes Familienunternehmen, das für technische Innovationen, Nachhaltigkeit und soziales Engagement steht.

Ein Bäumchen für jedes Jahr

Um diesem Ansatz auch symbolisch Rechnung zu tragen, pflanzten die beiden Gesellschafter Klaus und Jost Hellmann gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden Reiner Heiken zum Firmenjubiläum am Hauptsitz in Osnabrück einen Baum. 150 weitere – für jedes Jahr in der Hellmann-Geschichte einen – spendete das Unternehmen überdies an die Stadt Osnabrück. Gesellschafter Klaus Hellmann: „Als ich mit 27 Jahren in die Geschäftsführung bei Hellmann eintrat, gab es viele tolle Menschen, die mich dabei unterstützt und auf meinem Weg begleitet haben. Seitdem weiß ich: Die Menschen bei Hellmann machen den Unterschied.“ Jost Hellmann betont anlässlich des Jubiläums insbesondere die Veränderungsbereitschaft in seinem Unternehmen. „Innovationskraft und nachhaltiges Handeln haben uns stets ausgemacht und werden auch in Zukunft das sein, was man mit Hellmann in Verbindung bringt. Getreu unserem Leitsatz: thinking ahead – moving forward.“

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Auch Vorstandsvorsitzender Reiner Heiken betont den Familiengedanken beim Logistikriesen: „Die Familie Hellmann hat Großes geleistet und ich fühle mich geehrt, gemeinsam mit der gesamten ,Hellmann F.A.M.I.L.Y.‘ die erfolgreiche Unternehmensgeschichte weiterzuführen. Unsere Gegenwart ist geprägt durch tiefgreifende Veränderungen, die sowohl unsere Branche als auch die gesamte Gesellschaft betreffen. Unser Ziel ist es, an die erfolgreiche Unternehmensgeschichte anzuknüpfen und weiter nachhaltig zu wachsen.“

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