Prozessoptimierung

5 Tipps für die Supply Chain in der Lebensmittelindustrie

| Autor / Redakteur: Michael Wallraven / Jonas Scherf

Lieferketten in der Lebensmittelindustrie müssen exakt geplant und ausgeführt werden.
Lieferketten in der Lebensmittelindustrie müssen exakt geplant und ausgeführt werden. (Bild: visualhunt.com)

Supply Chain Management im Lebensmittelbereich ist verzwickt – Viele Produkte haben ein Verfallsdatum oder dürfen nur unter Einhaltung bestimmter Temparaturwerte transportiert werden. Fünf Tipps, wie Sie dennoch Herr der Lage bleiben. 06

1. Kostenfaktoren: Halten Sie die gesamte Supply Chain im Blick

Welche Produkte werden wo am besten produziert? Diese Frage zu Beginn der Planung neuer Produkte, Produktlinien oder Produktvarianten ist nicht ohne die Berücksichtigung der dazugehörigen Kosten für Lagerung und Transport oder auch steuerlicher Aspekte zu beantworten. Einzelne Kostenfaktoren müssen im Gesamtkontext betrachtet werden, nicht für sich alleine. So beeinflussen beispielsweise Lagerzeiten unter Umständen Transportkosten für die Ware. Eine Entscheidung im Rahmen einer spezifischen Fragestellung kann sich auf die gesamte Supply Chain auswirken (Bullwhip Effect).

2. Passen Sie Produktionskapazitäten flexibel an

Der Teufel steckt im Detail: Mit einer Supply-Chain-Design-Software lassen sich die Produktionskapazitäten an unterschiedlichen Standorten so auslasten, dass die Gesamtproduktionskosten sinken. Je nachdem, wo die Nachfrage höher und wo niedriger ist, werden in der Lebensmittelindustrie die erforderlichen Grundstoffe von unterschiedlichen Orten bezogen, um sie weiter zu verarbeiten. Was einleuchtend klingt, ist allerdings ohne eine Supply-Chain-Design- Software nur schwer umzusetzen. Die beiden Faktoren Beschaffungsort und lokale Nachfrage    hängen miteinander zusammen und können nur mit einer Optimierungsanwendung sinnvoll analysiert werden, um die kostengünstigste Lieferkette zu bestimmen.

3. Eine Bestandsoptimierung sorgt für Einsparungen

Bestände – Menge und Verfügbarkeit – sind für jedes Unternehmen ein kritischer Faktor. Es muss dafür Sorge getragen werden, dass immer der optimale Bestand verfügbar ist ̶ nicht zu viel und nicht zu wenig, möglichst kostengünstig. Die richtigen Fragestellungen und die Betrachtung unterschiedlicher Einflussfaktoren (KPIs) ermöglichen erhebliche Kosteneinsparpotenziale. Eine Supply-Chain-Design-Software berücksichtigt sämtliche Variablen von der Beschaffungsstrategie bis zur Warenverteilung. Sie macht sichtbar, wo Einsparungspotenzial besteht und wie Unternehmen handeln müssen, damit die Bestandskosten gesenkt werden können. Beispielsweise gibt sie Auskunft darüber, wann bei welcher Nachfrage eines Produkts die Lagerbestände aufgefüllt werden müssen.

4. Verderbliche Lebensmittel brauchen straffe Zeitpläne

Gerade verderbliche Lebensmittel bedürfen besonderer Behandlung. Ein straffer Zeitplan bei der Auslieferung und Auflagen wie bestimmte Transporttemperaturen sind streng einzuhalten. Dieser Prozess beginnt bei der Produktion und zieht sich bis zum Verkauf an den Endkunden. Dass ein Produkt beim Warentransport zwischengelagert wird, ist recht wahrscheinlich. In diesem Fall kann eine Supply-Chain-Design-Software anhand des Haltbarkeitsdatums genau ausrechnen, wann das Produkt unter welchen Bedingungen weitertransportiert werden muss.

5. Gestalten Sie den Warentransport möglichst kosteneffizient

Egal ob Unternehmen eine eigene Transportflotte haben oder die Ware von externen Dienstleistern ausliefern lassen. Die Frage nach der optimalen Transportroute bleibt dieselbe. Unterschiedliche Transportmodi müssen in jedem Fall optimal miteinander kombiniert werden – Straße, Schiene, See- oder Luftfracht. In Zukunft vielleicht Drohnen und autonome Fahrzeuge. Die Route hängt mit dem ausgewählten Transportmittel zusammen und nur eine Supply-Chain-Design-Software kann belastbare Aussagen für einen optimalen Warentransport machen.

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