12.11.2025
Herausforderungen für das Supply Chain Management 2026
Die Lieferketten sind das Rückgrat der produktionsnahen Logistik. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass sie fragiler sind, als viele es für möglich gehalten haben: Lieferketten brechen zusammen, geopolitische Unsicherheiten, extreme Wetterereignisse oder Engpässe bei kritischen Rohstoffen führen zu Lieferkettenproblemen. Hinzu kommen Fachkräftemangel oder steigende Energiekosten. Das hat drastische Folgen: leere Lager, nicht eingehaltene Produktionszeiten und Liefertermine, die Kundenbeziehungen belasten und zu Kostensteigerungen führen. Denn die produktionsnahe Logistik ist der sensible Taktgeber, der entscheidet, ob die Fertigung läuft oder stillsteht.
Lieferketten widerstandsfähig gestalten
Studien zeigen, dass produzierende Unternehmen heute stärker als je zuvor danach streben, ihre Lieferketten widerstandsfähig und gleichzeitig effizient zu gestalten: So offenbarte eine McKinsey-Analyse, dass fast alle befragten Unternehmen bereits Maßnahmen wie Dual-Sourcing, regionale Netzwerke und Inventarpuffer ergriffen haben, um Störungen in der logistischen Kette zu reduzieren. Deloitte betont, dass die strategische Herausforderung darin liegt, Resilienz und Kostenoptimierung in Einklang zu bringen. Das gelinge etwa durch gezielte Portfolioumschichtungen, Flexibilisierung und smarte digitale Steuerung. Gleichzeitig weist das Fraunhofer IML in seinem Whitepaper „Scenario planning for the generation of future supply chains“ darauf hin, dass methodisch strukturierte Szenarioanalysen sowie modulare, rekonfigurierbare logistische Ketten im Supply Chain Management zu den zentralen Hebeln gehören, um Unsicherheiten zu managen und strategische Alternativpfade für die gesamte Supply Chain vorzubereiten.
Trends 2026: KI, der digitale Zwilling und Automatisierung
Zu den zentralen Supply Chain Management Themen 2026 zählen laut aktuellen Analysen von McKinsey, Deloitte und dem Fraunhofer IML insbesondere
- die zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) zur Bedarfsprognose, Bestandsoptimierung und Entscheidungsunterstützung,
- die Integration des Digitalen Zwillings für Echtzeit-Transparenz entlang der gesamten Supply Chain mit Auswirkungen auf vor- und nachgelagerte Prozesse in der gesamten logistischen Kette sowie
- die verstärkte Automatisierung durch Robotik und autonome Transportsysteme.
Unternehmen investieren verstärkt in risikobasiertes Supply Chain Management, um Kostenoptimierungen und Resilienz zu kombinieren, etwa durch Nearshoring und flexible Produktionsnetzwerke. Parallel gewinnen nachhaltige Lieferketten an strategischer Bedeutung, getrieben durch regulatorische Anforderungen und steigenden gesellschaftlichen Druck, CO₂-Emissionen entlang der gesamten Lieferkette zu reduzieren. Das Fraunhofer IML betont in diesem Zusammenhang in seinem Whitepaper die Rolle methodisch fundierter Szenarioplanung, um Unsicherheiten proaktiv zu managen und datenbasierte Zukunftspfade zu entwickeln. Insgesamt zeichnet sich ab, dass die digitale Transformation der Lieferkette, von der Echtzeit-Lokalisierung über Predictive Analytics bis hin zur autonomen Steuerung, zum Schlüsselfaktor wird, um Effizienz, Agilität und Nachhaltigkeit gleichermaßen zu vereinen.
Den gesamten Artikel inklusive Checklist finden Sie hier: Trends 2026