Die Covid-19-Pandemie bringt die globalen Lieferketten gravierend aus dem Takt. Laut Statista erlebten 2020 mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Einzelhändler weltweit kleinere Unterbrechungen der Lieferkette – und mindestens 12 Prozent hatten sogar mit schweren Ausfällen zu kämpfen. Und fast die Hälfte aller deutschen Hersteller meldeten im März letzten Jahres unterbrochene Lieferketten. 23 Prozent aller Unterbrechungen weltweit traten im ersten Halbjahr 2021 in Europa auf.
Mitarbeiter in der Einzelhandelslogistik verlassen sich auf innovative Supply-Chain-Management-Lösungen wie etwa die Prescriptive-Analytics-Software von Zebra.
(Bild: Zebra)
Es gibt mehrere Gründe, warum Lieferketten aktuell so belastet sind: Seit Beginn der Pandemie haben sich etwa die Einkaufsvorlieben geändert und es kaufen wesentlich mehr Kunden online ein. Außerdem gibt es aufgrund von Covid auch verstärkt Einschränkungen im internationalen Handel. Die Auswirkungen sind in vielen Branchen deutlich spürbar und unterbrochene Lieferketten bringen gravierende Probleme mit sich, wie etwa Umsatzeinbußen und unzufriedene Kunden. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, brauchen Unternehmen ein flexibleres Lieferkettenmanagement (Supply-Chain-Management, SCM). Laut Boston Consulting Group werden Lieferketten durch eine flexible und gleichzeitig frühzeitige Planung widerstandsfähiger. Auch die Digitalisierung von Prozessen spielt dabei eine wichtige Rolle.
Die aktuellen Herausforderungen in Lieferketten
Ein ganz aktuelles Beispiel für mangelhaftes Lieferkettenmanagement ist die weltweite Knappheit an Halbleiterchips. Von Computern und Smartphones bis hin zu Autos und Haushaltsgeräten – fast alle Elektrogeräte benötigen solche Chips. Als plötzlich viele Arbeitnehmer im Home Office arbeiteten und Schüler virtuellen Unterricht hatten, stieg die Nachfrage nach Laptops und Cloud-Computing-Diensten sprunghaft an. Deshalb waren die Lager bald leer – und die Hersteller kamen mit der Produktion neuer Geräte kaum nach.
Unternehmen in stark betroffenen Branchen wie der Automobilindustrie und der industriellen Fertigung hatten dagegen zunächst Aufträge storniert, da die Nachfrage zurückgegangen war. Als die Nachfrage wieder anstieg, waren viele Unternehmen darauf jedoch schlecht vorbereitet. Besonders in der Autoproduktion werden benötigte Teile oft just in time geliefert und Lieferketten sind deshalb sehr eng getaktet. Dies macht sie jedoch auch sehr anfällig gegenüber Unterbrechungen, etwa wenn Produktionsbestandteile nicht verfügbar sind.
Damit der Wareneingang nicht vor halbleeren Lkw steht: Flexible Prozesse helfen dabei, Unterbrechungen in der Lieferkette zu vermeiden oder zumindest ihre Auswirkungen zu verringern.
(Bild: Zebra)
Auch Veränderungen im Verbraucherverhalten führen oft zu kurzfristigen Schwankungen in der Nachfrage. In der Pandemie haben sich bestehende Einkaufsgewohnheiten grundlegend verändert, es wurde wesentlich mehr online eingekauft und besonders zu Beginn kam es zu Hamsterkäufen. Viele erinnern sich sicher noch an die leeren Regale für Hygieneartikel. Deshalb ist eine wirksame SCM-Strategie für Unternehmen so wichtig: Unternehmen müssen noch frühzeitiger planen, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Außerdem sollte die branchenübergreifende Zusammenarbeit mit den Lieferanten verbessert werden.
Bessere Planung durch Lösungen zur vorausschauenden Datenanalyse
Mit einer verbesserten Planung und Zusammenarbeit können sich Entscheider schneller auf Veränderungen im Verbraucherverhalten und auf Nachfrageschwankungen einstellen. Eine umsichtige Planung hilft auch, Lieferengpässen vorzubeugen oder sie zumindest sehr schnell zu erkennen und zu beseitigen. Durch flexiblere Prozesse werden darüber hinaus Unterbrechungen in der Lieferkette vermieden oder zumindest die entsprechenden Auswirkungen verringert. Dann sind auch stark nachgefragte Produkte nicht mehr so schnell ausverkauft. Und wenn die Wunsch-Geschenke in der Vorweihnachtszeit besser verfügbar sind, erhöht dies die Kundenzufriedenheit im Einzelhandel entscheidend. Unternehmen können dadurch einen besseren Kundenservice bieten, der die Markentreue stärkt und die Umsätze erhöht.
Auch die Digitalisierung von Prozessen in der Lieferkette bringt viele Vorteile. Einer davon ist, dass Entscheidungsträger die frühzeitige Planung direkt mit konkreten Aspekten, die für die Ausführung nötig sind, verbinden und somit effizientere SCM-Strategien entwickeln können. Dies wird durch den Einsatz innovativer SCM-Lösungen wie etwa der Lösung von Zebra möglich. Diese Lösung integriert künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen und ermöglicht so eine automatisierte Datenanalyse und einen umfassenden Überblick in Echtzeit über alle Phasen der Lieferkette hinweg. Dadurch können Unternehmen ihre Lagerbestände und Arbeitsressourcen optimieren und somit die Kundenerwartungen besser erfüllen. Die automatisierte Analyse von Bestands- und POS-Daten unterstützt darüber hinaus beim Planungsprozess in der Lieferkette: Relevante Akteure in der Lieferkette erhalten basierend auf diesen Daten Handlungsvorschläge, um auftretende Probleme zu lösen und in Zukunft gleich zu vermeiden. Solche vorausschauenden Analysen sind deshalb ein entscheidender Erfolgsfaktor: Unternehmen, die eine frühzeitige SCM-Planung und vorausschauende Prognosen einsetzen, haben gerade in den aktuellen Zeiten einen großen Wettbewerbsvorteil.
Stand: 08.12.2025
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* Guy Yehiav ist General Manager bei Zebra Analytics in Boston (USA). Nähere Informationen: Zebra Technologies, 40882 Ratingen, Tel. +49 2102 558590, contact.emea@zebra.com