Ein Weltmarktführer stellt die Weichen für seine Logistik-IT: Die Belimo Automation AG rollt mit den SAP-Ingenieuren der IGZ das SAP Extended Warehouse Management (SAP EWM) als globale Plattform auf sämtliche Logistikstandorte aus. Als Basis dient ein dediziertes Template, das im neuen Service- und Logistik-Center Großröhrsdorf bei Dresden erstmals eingesetzt wurde. Das Template berücksichtigt die funktionalen Bedürfnisse weiterer Standorte, um es gemeinsam mit IGZ und selbstständig sukzessive international ausrollen zu können. Ein großer Erfolg: Denn die SAP-EWM-Roll-outs laufen auf den Monat genau gemäß ursprünglichem Zeitplan. On top konnte sogar noch ein weiterer Standort produktiv gehen.
Auf Basis ergonomischer SAPUI5-Dialoge kann Belimo künftig die hohe Variantenvielfalt strukturiert und standortübergreifend in SAP EWM abbilden.
(Bild: Belimo)
Das 1975 in der Schweiz gegründete Unternehmen Belimo beschäftigt weltweit rund 2.200 Mitarbeitende und erwirtschaftete 2022 einen Umsatz von rund 847 Millionen Schweizer Franken. Zum Sortiment zählen Produkte, die in fast jedem größeren Gebäude zu finden sind: Regelventile, Klappenantriebe, Sensoren und Zähler im Bereich elektrischer Antriebslösungen für die Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik. Der Firmenname selbst ist ein Akronym, das sich aus den drei Begriffen „Beraten“, „Liefern“ und „Montieren“ zusammensetzt. Die Schweizer sind Technologieführer auf ihrem Gebiet und ein Weltmarktführer, der sich konsequent an den Markt- und Kundenbedürfnissen ausrichtet. Das zeigt sich unter anderem in Gestalt des 2019 eröffneten Service- und Logistik-Centers in der Nähe von Dresden. Hier werden kundenspezifische Anpassungen an den Produkten auch in Kleinserien gebaut, um Kunden in Deutschland sowie in Nord- und Osteuropa mit hoher Lieferqualität und -bereitschaft bedienen zu können.
Belimo nutzte in Verbindung mit einer Vielfalt an Legacy-Systemen das Warenwirtschaftssystem SAP ECC und das darin integrierte Warehouse Management (SAP WM), für das laut SAP ab 2027 die funktional eingeschränkte „Stock-Room-Management“-Variante verfügbar sein wird. Eine komplexe Systemlandschaft, die es galt, an neue Anforderungen anzupassen und dafür langfristig den Support zu gewährleisten. Das wurde zunehmend schwerer, weshalb sich das in Hinwil östlich von Zürich beheimatete Unternehmen die Frage stellte, welche Nachfolgelösung man für die Bestandsverwaltung und Materialflusssteuerung wählen sollte – und das idealerweise homogen über alle Logistikstandorte hinweg. Zur Ablösung von SAP ECC bot sich die Migration auf SAP S/4HANA an, die neue ERP-Softwarelösung von SAP. Es mangelte aber auch in SAP WM an vielen Stellen an Entwicklungs- und Erweiterungsmöglichkeiten, was funktionale Einschränkungen, optimierungsbedürftige Abläufe und Zeit- und Kapitalverluste zur Folge hatte. Aufgrund des im alten Warenwirtschaftssystem integrierten und genutzten Warehouse-Managements kam es unweigerlich auch zur Frage nach dessen Ablösung.
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SAP-EWM-Template für internationalen Roll-out
Stefan Keller, Leiter Bereich Logistics/Customization Excellence bei Belimo: „Wir sind stolz auf die bislang sechs produktiven SAP-EWM-Standorte.“
(Bild: Belimo)
Es ging darum, langfristig die Weichen für die Zukunft der Logistik-IT zu stellen. Da ein solcher Eingriff eine „Operation am offenen Herzen“ von Versorgung und Logistik darstellt, brauchte Belimo einen verlässlichen Partner, der bereits umfangreiche Erfahrungen mit Templateprojekten und den zugehörigen Roll-outs vorweisen kann. IGZ stellte sich mit der Erfahrung aus einer Vielzahl erfolgreicher SAP-Extended-Warehouse-Management-(SAP-EWM-)Projekte sowie einem methodischen, phasenweisen Projektansatz für derartige Herausforderungen vor. Stefan Keller, Leiter Bereich Logistics/Customization Excellence bei Belimo, sagt: „Diese Erfahrungswerte und Methodik vermittelten uns Sicherheit. Denn unser Ziel war es, eine valide Entscheidungsgrundlage für die Migration der Lagerlogistik-IT zu schaffen. Dabei wollten wir möglichst nah am SAP-Standard bleiben, Erweiterungen und ‚Sonderlocken‘ in der Logistik bei einer IT-Transformation zurückfahren oder bestenfalls komplett durch Standards ersetzen. All das sollte zu einer vereinfachten, homogenisierten und deutlich besser handhabbaren Systemlandschaft führen.“ Deshalb erarbeitete Belimo gemeinsam mit IGZ mittels detaillierter Einsatzanalyse ein Template- und Migrationskonzept, das eine globale SAP-EWM-Roadmap beinhaltete, einschließlich Roll-out-Terminplan. SAP EWM sollte schnell an weiteren, weltweiten Logistikstandorten mit nur minimalen, standortspezifischen Erweiterungen zum Einsatz kommen. Nur so konnte der eng getaktete Roll-out gelingen.
Pilotprojekt und schnelle Roll-outs
Um die ebenfalls ambitionierten SAP-ERP-Umsetzungspläne zeitlich von SAP EWM zu entkoppeln, entschied sich Belimo vor dem SAP-S/4HANA-Projektstart für die Pilotierung von SAP EWM noch mit dem bestehenden SAP ECC. Als Pilot bot sich der Standort Großröhrsdorf nahe Dresden an. Belimo kaufte hier eine passende Immobilie und baute diese in Rekordzeit zum Service- und Logistik-Center um. Im Januar 2021 musste hier SAP EWM produktiv gehen, um das prognostizierte Volumenwachstum an kundenindividuell montierten Produkten halten zu können. Denn dafür wurde das Service- und Logistik-Center in den Verbund an Konfektionierzentren aufgenommen. Es gab für IGZ also keine Alternative zum punktgenauen Go-live des neuen sächsischen Standorts nach nur etwa 15-monatiger Projektlaufzeit. Eine weitere Herausforderung bestand darin, SAP EWM als weitreichendes Template zu spezifizieren und aufzusetzen: Einerseits mussten alle Funktionen für die Make-to-Order-Prozesse des Pilotstandorts umgesetzt und zugleich die darin beinhalteten, manuellen Prozessabläufe für die weiteren internationalen Standorte berücksichtigt werden.
Intuitive Herstellung von vielfältigen Bausätzen
Parallel zu den in Serie produzierten Produkten bietet Belimo in hohem Maße maßgeschneiderte Make-to-Order- beziehungsweise Design-to-Order-Produkte an.
(Bild: Belimo)
Parallel zu in Serie produzierten Produkten bietet Belimo in hohem Maße maßgeschneiderte Make-to-Order- beziehungsweise Design-to-Order-Produkte an. In SAP EWM musste somit trotz eines überschaubaren Artikelspektrums eine hohe Variantenvielfalt abgebildet werden, auch mit Blick auf heute noch nicht angebotene Konfigurationsmöglichkeiten. Genau diese Flexibilität bietet das geschaffene SAP-EWM-Template mit dem gemeinsam konzipierten Customization-Prozess auf Basis ergonomischer SAPUI5-Dialoge, -Dashboards und dem IGZ-Leitstand „Smart Logistics Cockpit“. Darüber hinaus stellt es sicher, dass sich die Mitarbeitenden in der Logistik im SAP-EWM-Frontend in vertrauten Prozessen bewegen und ihnen die Bausatzvarianten so gesehen „verborgen“ bleiben.
Das Template ist SAP-S/4HANA-ready und kann über Standardschnittstellen angebunden werden. Der große Vorteil: Die SAP-EWM-Roll-outs für weitere Standorte laufen durch das standardisierte Template effizient und in hoher Taktung. Wie schnell, zeigt der Roll-out-Plan: Die vor rund vier Jahren in der SAP-EWM-Roadmap geplanten, globalen Roll-outs laufen „on track“ und auf den Monat genau nach Zeitplan. SAP EWM wurde innerhalb dieser Zeit sogar an einem zusätzlichen Standort in Melbourne (Australien) ausgerollt. Weiterhin ging SAP EWM bislang im asiatischen Raum in Shanghai, Hongkong, Kuala Lumpur und Mumbai produktiv.
Aktuell befasst sich IGZ mit dem Roll-out am Hauptsitz Hinwil. Damit beginnt die Erweiterung des Templates um SAP MFS (Material Flow System), damit automatisierte Lagertechnik direkt angebunden werden kann. Nachdem SAP EWM und SAP MFS im Roll-put-Plan separaten Streams folgen, wird IGZ die vorhandenen proprietären Lagersteuerrechner übergangsweise als „Blackbox“ an SAP EWM anbinden, bis diese gemäß Roll-out-Plan durch SAP EWM/MFS ersetzt wird. Die Integration automatisierter Lagertechnik soll dann an weiteren Standorten, wie beispielsweise im US-amerikanischen Danbury, folgen, dem nach Hinwil zweitgrößten Standort innerhalb der Belimo-Logistik. Bei diesen internationalen Roll-outs begleitet IGZ die Belimo-IT weiterhin mit Spezial-Know-how, doch die IT ist mittlerweile auch ohne fremde Unterstützung und bei vielen Erweiterungen und Roll-outs eigenständig.
Schlanke Systemlandschaft
Julian Bauer, stellvertretender IGZ-Bereichsleiter für SAP-Warehousing-Projekte, betont: „Die zu Beginn gemeinsam erstellte Roadmap war in der Tat der Beginn einer Erfolgsstory mit inzwischen sechs durchgeführten Roll-outs und einer gelebten sowie erfolgreichen Projektpartnerschaft.“ Mithilfe von IGZ wurde in SAP EWM eine umfassende, zukunftsfähige IT-Plattform geschaffen, die auch Veränderungen in der Supply Chain zulässt. Die Anzahl der bislang notwendigen Subsysteme, Systembrüche und damit die Komplexität wurden erheblich reduziert. Belimo bewegt sich dadurch in einer deutlich schlankeren, übersichtlicheren Systemlandschaft.
Stefan Keller resümiert: „Wir haben unser Ziel erreicht: Eine zukunftsfähige, erweiterbare Supply Chain in SAP EWM, die uns Transparenz, Roll-out-Fähigkeit, Flexibilität in den Business-Prozessen und einen selbstständigen Support erlaubt. Selbst während der Pandemiephase mit Lockdowns und massiven Reiseeinschränkungen konnten wir die Roll-outs termingerecht umsetzen. Wir sind stolz auf die bislang sechs produktiven SAP-EWM-Standorte.“(bm)
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