Identifikation

RFID im Supermarkt – was ist im Edeka-Einkaufskorb?

02.04.12 | Redakteur: Robert Weber

In der Edeka-Zentrale in Hamburg gibt es kein Projekt, das den Einsatz von RFID-Chips unterstützt. (Bild: Edeka)
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In der Edeka-Zentrale in Hamburg gibt es kein Projekt, das den Einsatz von RFID-Chips unterstützt. (Bild: Edeka)

Die Geschichte beginnt auf Google+. In dem sozialen Netzwerk postet ein User seine Entdeckung. Sein Verdacht: Ein RFID-Chip in einem Einkaufskorb eines Edeka-Supermarkts. Die Frage: Was will der Händler damit bezwecken? Denn RFID kennen die meisten eher aus dem Logistikzentrum. Die Edeka-Zentrale weiß von nichts.

Der Nutzer (mehr hier) spekuliert drauf los. Er vermutet, dass mit dem RFID-Chip Bewegungsprofile im Markt angelegt werden könnten. Zitat aus dem Blog: „Dazu werden über den Markt verteilt entsprechende RFID-Empfänger installiert. Durch deren bekannte Position, beispielsweise an der Käsetheke, kann genau verfolgt werden, wo individuell sich jemand wann, wo und auf welchem genauen Weg durch den Markt sich aufgehalten hat, um dadurch dann beispielsweise Profile von Kunden zu entwickeln und im Anschluss optimale Präsentationspositionen einzelner Produkte zu generieren. Letztlich, um den Kunden noch das ein oder andere Stück anzudrehen.“

Diebstahlsicherung oder mehr?

Der User lehnt die Vorgehensweise von Edeka ab. Die Antwort von Edeka gegenüber MM Logistik: „Der Edeka-Verbund ist genossenschaftlich organisiert und wird von sieben Regionalgesellschaften und 4500 selbstständigen Kaufleuten getragen. Seitens der Edeka-Zentrale gibt es kein Projekt, das den Einsatz von RFID-Chips unterstützt.“

Kommentatoren zu dem Google+-Eintrag unterstellen der Supermarktkette, die RFID-Technik für den Diebstahlschutz nutzen zu wollen. Rena Tagens, Datenschützerin vom FoeBud, sieht das ähnlich. „Ich nehme ja an, dass es sich hier um eine simple Diebstahlsicherung handelt. Also RF, nicht RFID.“

Weiter erklärt sie: „Wer einen Pilotversuch mit gechippten Einkaufswagen tatsächlich hatte, mit denen die Wirkung von eingespielter Werbung auf Displays im Verkaufsraum getestet werden sollte, war Marktkauf.“ Interessant, denn die Warenhauskette Marktkauf gehört zur Edeka-Gruppe.

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