Pharmalogistik

Warum die Pharmalogistik in der Hauptstadt boomt

| Redakteur: Sebastian Hofmann

Der Pharmatransport per Luftfracht wird für die Hauptstadtregion immer wichtiger. Zu spüren ist das auch am Flughafen Berlin-Tegel.
Der Pharmatransport per Luftfracht wird für die Hauptstadtregion immer wichtiger. Zu spüren ist das auch am Flughafen Berlin-Tegel. (Bild: Günter Wicker, Flughafen Berlin Brandenburg GmbH)

Berlin gilt als zentraler Knotenpunkt für internationale Pharmalogistik. Ausgehend von der Bedeutung der Industrie hat sich in der Hauptstadt eine Gruppe von Pharmalogistik-Dienstleistern herausgebildet.

Es sind Unternehmen wie die Bayer AG in Berlin-Wedding und Tadeka im brandenburgischen Oranienburg, die zeigen, welch zentrale Bedeutung die Pharmaindustrie für die Hauptstadtregion hat. Schon vor über 100 Jahren waren Medikamentenhersteller in Berlin zahlreich vertreten. Heute boomt vor allem der internationale Handel. Um den Anforderungen globaler Distribution gerecht zu werden, hat sich eine Gruppe von Pharmalogistik-Dienstleistern, etwa Unitax, Parexel und Transco, zusammengeschlossen. Nach eigenen Angaben wollen sie internationale Verbindungen stärken und Berlin als internationalen Logistik-Hub etablieren. Mit einem „Pharmastammtisch“ unterstützt dieses Ziel auch die Wirtschaftsförderung Brandenburg.

Bedeutung des internationalen Geschäftsmodells

Torsten Jüling, Senior Manager Aviation Marketing bei der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, unterstreicht die Relevanz der Pharmalogistik: „Wenn man vom Warenwert ausgeht, machen Pharmazeutika allein rund ein Drittel des Frachtaufkommens aus, das über Luftfracht aus der Region in internationale Destinationen befördert wird.“ Schaue man sich das beförderte Volumen an, dominierten aber Straßentransporte. Die Big Player der Pharmalogistik in der Hauptstadtregion sind einerseits deutsche Kontraktlogistiker, etwa Gefco Forwarding und Rhenus, andererseits eingesessene regionale Unternehmen wie Unitax und Transco Berlin Brandenburg.

Mittlerweile machen Pharmazeutika bereits ein Drittel des Luftfrachtaufkommens aus. Betrachtet man jedoch die beförderten Volumina, liegt der Straßentransport vorne.
Mittlerweile machen Pharmazeutika bereits ein Drittel des Luftfrachtaufkommens aus. Betrachtet man jedoch die beförderten Volumina, liegt der Straßentransport vorne. (Bild: Bruno Lukas, Press'n'Relations)

Erfolg auf Basis internationaler Investitionen

Thomas Schleife, Geschäftsführer von Transco, erklärt sein Geschäftsmodell: „Wir folgen dem lokal produzierenden Kunden in seine Beschaffungs- und Absatzmärkte, die in der gesamten EU liegen und teilweise darüber hinaus.“ Diese Kundennähe erfordere nicht nur internationale Kontakte und Verbindungen, sondern auch Investitionen in lokale Infrastrukturen. Aus diesem Grund habe das Unternehmen vor wenigen Monaten zum Beispiel eine Niederlassung in der iranischen Hauptstadt Teheran gegründet.

Zusätzlich zu internationalen Investitionen ist jedoch auch der Ausbau regionaler Infrastrukturen vor Ort wichtig, gerade für sensible Medikamententransporte. Der Pharmalogistiker Unitax hat deshalb bereits vor mehreren Jahren alle Niederlassungen in der Hauptstadtregion am Flughafen Schönefeld zusammengeführt. In GMP-zertifizierten Räumen übernimmt das Unternehmen nach eigenen Angaben Konfektionierungsarbeiten wie Umpacken, Etikettieren und Codieren. Innerhalb kürzester Zeit könne die Ware im neuen System nach der Kommissionierung zu den Luftfracht-Carriern gebracht und zum Weiterversand vorbereitet werden.

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