Gegründet als „Bayerische Warenvermittlung landwirtschaftlicher Genossenschaften AG“ ist „die Baywa“ schnell über ihre Rolle als Partner für die landwirtschaftliche Warenvermittlung herausgewachsen. Heute spielen auch Energie und Bau eine bedeutende Rolle im global agierenden Konzern.
Die Lagerhäuser in ganz Bayern zeigen, dass die Baywa bis heute ein wichtiger Partner für die Landwirtschaft ist.
(Bild: Baywa)
Seit 100 Jahren treibt die Baywa die Frage an: Wie wollen wir in Zukunft leben? Schon in den 1920er-Jahren hat das Unternehmen die Modernisierung der Landwirtschaft in Deutschland vorangetrieben, seit 2009 die weltweite Energiewende und jetzt die pflanzliche Revolution in unserem Ernährungssystem. Die Geschichte zeigt, dass es dabei kein Entweder-oder gibt, sondern ein Sowohl-als-auch. Oder wie es das Motto des Baywa-Jubiläumsjahres 2023 auf den Punkt bringt: „Wir vereinen Welten.“
Es ist Wirtschaftskrise in den beginnenden 1920er-Jahren: Das Bankengeschäft wird angesichts der galoppierenden Inflation immer riskanter. Um ihr Warengeschäft zu schützen, trennt die Bayerische Zentral-Darlehenskasse (BZDK) Geld- und Warengeschäft. Deshalb gründet sie am 17. Januar 1923 die „Bayerische Warenvermittlung landwirtschaftlicher Genossenschaften AG“ – die „Baywa“, wie der Volksmund bald sagt.
Baywa übernimmt Versorgerrolle für grundlegende Bedürfnisse
Das Unternehmen startet mit 400 Lagerhäusern in verschiedenen Regionen Bayerns. Doch die Baywa dient von Anfang an nicht nur den Landwirten, sondern immer mehr Kunden in Stadt und Land als Handelspartner. Die Versorgerrolle für grundlegende Bedürfnisse wie Ernährung, später auch Bauen und Wohnen sowie Wärme und Mobilität, wird sie bis in unsere Zeit behalten.
Kartoffeln für die amerikanische, die sowjetische, die britische und die französische Besatzungszone bringen das Baywa-Geschäft nach dem Zweiten Weltkrieg ins Rollen. Beim Transport muss das Unternehmen noch viel improvisieren, denn zahlreiche Straßen, Brücken und Gleise liegen in Trümmern. Zudem müssen Importe die unzureichenden Ernteerträge nach Kriegsende ergänzen.
Mit der Ära des Wirtschaftswunders steigt der Lebensstandard. Der einsetzende Bauboom lässt den Absatz ab Mitte der 50er-Jahre kräftig steigen. Höhere Komfortansprüche und steigende Mobilität beschleunigen den Mineralölabsatz auch bei der Baywa.
Die 70er- und 80er-Jahre sind hingegen von Krisen, landwirtschaftlicher Überproduktion und zunehmend gesättigten Märkten geprägt. Die Baywa macht in ihrer Geschichte nie Verluste, jedoch ist die Ertragslage teilweise sehr angespannt. Wachstum ist erst mit dem Fall der Berliner Mauer wieder möglich: Sie gibt den Anstoß zur Expansion über die „weiß-blaue Grenze“ hinaus. Die Allianz mit der österreichischen Raiffeisen Ware Austria und die Akquisition der Württembergischen Landwirtschaftlichen Zentrale (WLZ) sind erste Meilensteine auf dem Weg zum globalen Konzern.
Beim Energiesparen ist die Baywa der Zeit voraus: Bereits 1976 entwickelt das Unternehmen mit Partnern das „Baywa-Sonnenhaus“, das mehr als 80 Prozent seines Wärmebedarfs mit Sonnenenergie deckt. Anfang der 90er-Jahre verkauft die Baywa als eines der ersten Unternehmen in Deutschland Biodiesel. Laut einer Forbes-Umfrage von 2004 gehört die Baywa in dieser Zeit erstmals zu den 2.000 bedeutendsten Unternehmen weltweit, in Europa zu den Top 500 – und in Deutschland zu den Top 100.
Mit Internationalisierung Einstieg in den globalen Agrarhandel
Mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden Klaus Josef Lutz beginnt 2009 eine neue Ära sowie die konsequente internationale Ausrichtung des Unternehmens. Für erneuerbare Energien gibt es weltweit Aufwind – sind sie doch der Schlüssel, um den wachsenden Energiehunger bei abnehmenden Primärressourcen zu decken und zugleich die Klimaschutzziele zu erreichen. Die Übernahme dreier profitabler Unternehmen im Bereich der erneuerbaren Energien setzt den Startpunkt für das Geschäft mit Wind und Solar – heute unter der Firmierung Baywa r.e. AG der wichtigste und erfolgreichste Geschäftsbereich des Baywa-Konzerns.
Energieeffizientes Bauen und Modernisieren wird jetzt ein wichtiger Schwerpunkt. An Hafenstandorten entstehen verstärkt Agrarkompetenzzentren für den Umschlag von Getreide, Futter- und Betriebsmittel. Die Übernahme von Turners & Growers Ltd (T&G), Marktführer in Neuseeland, bedeutet den Einstieg ins globale Obstgeschäft. Vor allem der asiatische Markt steht nun offen. Mit der Übernahme des niederländischen Getreidehändlers Cefetra B.V. steigt die Baywa 2012 vom europäischen zum globalen Agrarhändler auf.
Stand: 08.12.2025
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Emission der Agrartransporte reduzieren
Seit ihrer Internationalisierung bewegt die Baywa täglich rund um den Globus Güter per Lkw, Bahn, Schiff und Flugzeug. Um seine Emissionen im Bereich Transport zu reduzieren, nutzt das Unternehmen in Deutschland eine intelligente Transportmanagement-Software. Die Routenplanung wird optimiert, Transporte werden gebündelt und die Baywa-eigenen Lkw sowie Transporter von Partnerspeditionen sind mit Telematik ausgestattet.
Auch das Thema Wasserstoff nimmt in der Baywa-Logistik Fahrt auf: Im Rahmen des Forschungsprojektes „Bayernflotte“ und gemeinsam mit Industriepartnern investiert der Fahrzeugbauer MAN in die Entwicklung eines Brennstoffzellen-Lkw. Als MAN-Großkunde will die Baywa ab 2024 einen MAN E-Truck, ab 2025 auch einen mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellen-Lkw einsetzen.
Cefetra B.V., eine Tochter der Cefetra Group, fährt bereits seit Anfang 2022 fast klimaneutral: Alle Agrartransporte innerhalb der Niederlande – rund 500.000 Kilometer pro Jahr – erfolgen mit einem Kraftstoff, der zu 100 Prozent auf Rest- und Abfallstoffen der Lebensmittelindustrie und -verarbeiter basiert: hydriertes Pflanzenöl, kurz HVO100. Ein auch für den Mutterkonzern Baywa wegweisender Schritt: Im Rahmen seiner Klimastrategie will das Unternehmen bis 2030 konzernweit alle eigenen Emissionen neutralisiert haben und klimaneutral wirtschaften.
Meilensteine in der Baywa-Geschichte
1923
Am 17. Januar wird die „Bayerische Warenvermittlung landwirtschaftlicher Genossenschaften AG“ in München gegründet.
1934
Die Baywa ist in ganz Bayern vertreten.
1946
Baywa importiert Kartoffeln und übernimmt eine Versorgerrolle in der Nachkriegszeit.
1972
Stardesigner Otl Aicher gestaltet das prägnante grüne Quadrat, das seitdem für die Marke „BayWa“ steht.
1976
Umzug der Baywa-Zentrale in das sogenannte „Sternhaus“ im Münchner Arabellapark. Zudem wird das „Baywa-Sonnenhaus“ entwickelt.
1986
Einführung der Spartenorganisation: Agrar, Technik, Baustoffe, Bau & Gartenmarkt, Mineralöle.
1998
Gründung der Baywa Stiftung. Der Stiftungszweck: Bildungsprojekte in den Bereichen Ernährung und Energie.
2003
Die Baywa-Aktie wird erstmals im SDAX gelistet.
2009
Die größte Kundenumfrage in der Unternehmensgeschichte zeigt: Vertrauen, Solidität und Innovation sind die zentralen Werte der Baywa-Marke.
2011
Übernahme von Turners & Growers Ltd. in Neuseeland ist größte internationale Transaktion der Baywa.
2016
Gründung des Segments „Innovation und Digitalisierung“ für digitale Angebote und E-Commerce.