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3D-Druck

3D-Druck in der Industrie und die Logistik schaut zu?

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3D-Druck eröffnet neue Möglichkeiten in der Lagerhaltung

„Mit dem 3D-Verfahren wird beispielsweise eine ganz neue Art der Lagerhaltung möglich sein. Statt ein breites Sortiment an Ersatzteilen jederzeit vorzuhalten, braucht man künftig nur noch die Computer-Daten für das Design. Per Print-on-Demand wird das Teil erst bei Bedarf gedruckt, das bedeutet, der Zeitpunkt und die Stückzahl sind punktgenau steuerbar“, meint Gebhardt. Ist die Entwicklung das Ende der Logistiker? Nicht unbedingt. Experten sprechen eher von einer Verschiebung der Kompetenz.

Deshalb müssen sich auch die Logistiker keine Sorgen um ihre Zukunft machen, auch wenn manche Vertreter schon unken, die Logistiker müssten ihre Prozesse und ihr Geschäftsmodell grundlegend ändern. Lkw-Fahrten, Just-in-Time-Belieferungen und Co. werden weiterhin zu den Aufgaben der Dienstleister gehören. Auch die Ersatzteillogistik wird weiterhin ein fester Bestandteil der Serviceunternehmen sein. Vielleicht stellt sich der ein oder andere Logistiker auch ein paar Drucker ins Lager, denn Produktionsfläche ist teuer und die OEM könnten die Aufgaben outsourcen. Dann müssten die Spediteure immer noch fahren. Die Dienstleister werden deshalb immer Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Fertig- und Halbfertigprodukte transportieren, auch wenn vielleicht einige Teile das Regal im Logistikzentrum nie erblicken werden, weil sie gedruckt wurden.

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Gedruckte Ersatzteile sorgen für ein schlankes Lager

Aber die Entwicklung im 3D-Druck ist aus logistischer Perspektive auch gar nicht schlecht, denn die Lagerbestände im deutschen Maschinenbau sind immer noch zu hoch. Der Materiallagerbestand ist, bezogen auf den Materialeinsatz, über die letzten sieben Jahre gestiegen: bei den mittleren Firmen um ein Viertel auf über 50 Tage. Bei den besten Unternehmen ist der Materialbestand um 40 % auf fast 25 Tage gestiegen. Auch bei der Umlaufbestandsreichweite sieht es nicht besser aus.

Die Komponentenhersteller haben im Vergleich zu den Automobilzulieferern eine um 40 % längere Reichweite. Im Segment Investitionsgüter müssen die mittleren Unternehmen ihre Bestände um 90 % senken, um die Bestleistungen zu erreichen. Wenn also weniger Produkte ins Regal wandern, sinken die Bestände und die Kosten für Lager und Logistik dazu. Das freut den Logistiker, den Produktionsleiter und den CFO.

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