Knappe Wasserstoffimporte

Acht Tipps für die sichere Wasserstoffversorgung trotz Ukrainekrieg

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5. Die EU könnte ihren Wasserstoffbedarf selbst decken

Die Nutzung eigener Potenziale zur Wasserstoffherstellung innerhalb der EU besteht. Und für 2030 rechnet die EU mit einer Gesamtwasserstoff-Nachfrage in Höhe von 670 Terawattstunden respektive 2.250 Terawattstunden für 2050. Es stehe außerdem ein erschließbares Potenzial zur Wasserstofferzeugung von 5.000 bis 6.000 Terawattstunden bereit, das insbesondere durch Photovoltaik und solarthermische Anlagen im Süden und Windkraftanlagen im Norden ausgeschöpft werden könnte. Damit könnte die EU ihren Wasserstoffbedarf weitgehend selbst decken, meinen die Experten. Auch sei die Versorgungssicherheit trotz geringerer Importkosten vorzuziehen.

6. Syntheseprodukte könnten die Lage entspannen

Syntheseprodukte wie Ammoniak und Methanol könnten aus wirtschaftlichen Gründen sowie unter dem Aspekt der Versorgungssicherheit kurz- und mittelfristig attraktiver werden. Denn die Transportkosten dieser Substanzen fallen wegen ihrer hohen Transportdichte und dem geringeren Energieaufwand beim Transport niedriger aus als bei Wasserstoff. Syntheseprodukte können also tendenziell schneller in die EU und nach Deutschland transportiert werden, um dort zur Versorgungssicherheit beizutragen.

7. Abschied vom Erdgas und grauem Wasserstoff

Hohe Erdgaspreise und die ungewisse Versorgungslage damit erhöhen die Unsicherheiten für den Aufbau eines großen Wasserstoffsystems in Deutschland und der EU. Im Umbauprozess des Energiesystems kommt Erdgas und grauem Wasserstoff (aus Erdgas erzeugtem Wasserstoff) aber noch eine wichtige Rolle zu. Angesichts der ungewissen Preisentwicklung und Versorgungssicherheit kann dies auch den geplanten Ausbau des Wasserstoffsystems erschweren.

8. Die EU braucht belastbare Transport- und Speicherstrategien

Die ISI-Forscher plädieren für ein harmonisiertes Vorgehen innerhalb der EU, damit auch beim Wasserstoff eine ähnlich starke Vernetzung wie bei Strom oder Erdgas entsteht. Es sei eine gemeinsame europäische Transport- und Speicherinfrastruktur-Strategie erforderlich, die eine resiliente Wasserstoffversorgung in ganz Europa gewährleiste. Die geopolitischen Herausforderungen, die nun aus der Krise in der Ukraine resultierten, sollten dabei den Impuls für die Schaffung einer gemeinsamen europäischen Energie- und Wasserstoffaußenpolitik geben.

Wer sich noch tiefer in das Thesenpapier einlesen möchte, kann dieses hier aufrufen.

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