Stahl-Werkstoffe

Anwendungstechnik macht neue Prozesse industrietauglich

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Einsatzfelder für derartige Hohlprofile sind Längsträger, A-Säulen, Crashboxen und Querträger, die als Tailored-Blank-Lösung aus hochfestem Dualphasenstahl DP-W 600 hergestellt werden.

Automobilforschung kommt Radfahrern und Fußgängern zugute

Ein weiteres Beispiel stellt das neue Motorhaubenkonzept dar. „Der Insassenschutz“, so Hoffmann, „hat ja bereits ein hohes Niveau erreicht. Doch die Schutzmaßnahmen für den Radfahrer oder Fußgänger lassen sich noch effektiver gestalten.“ Dort gilt es auch eine entsprechende EU-Richtlinie in die Praxis umzusetzen.

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Thyssen-Krupp Steel hat diesbezüglich ein Konzept aus Stahl entwickelt, das den Anforderungen der entsprechenden Richtlinie gerecht wird. „Das Besondere an diesem Konzept ist seine wabenförmige Struktur des Hauben-Innenbleches, die wir auf Basis einer existierenden Serienhaube entwickelten“, erläutert der Forschungsingenieur.

Wabenstruktur im Blech absorbiert Energie bei Kollision

Mit dieser gleichmäßig geordneten Wabenstruktur wird im Falle einer Kollision an jeder Stelle der Haube eine effektive Energieabsorption gewährleistet, wodurch die Beschleunigung und damit die Schwere einer möglichen Kopfverletzung extrem reduziert wird.

Schon allein die beiden dargestellten Aktivitäten der Thyssen-Krupp-Steel-Anwendungstechniker zeigen, dass man in Duisburg nicht nur die Stahlproduktion im Auge hat, sondern auch die breite Anwendung mit innovativen Produkten. Das geht meist Hand in Hand mit dem Kunden. Deshalb spielt bei allen Thyssen-Krupp-Steel-Aktivitäten auch die Einbindung in den Kundenentwicklungsprozess immer eine entscheidende Rolle.

Dies wird insbesondere mit einem durchgängigen Betreuungskonzept unterstützt und es beinhaltet das Einbringen von Ideen zu neuen Karosserielösungen, zum Beispiel der profilintensiven Bauweise und besonders kostengünstigen, leichten Konzepten für Hang-on-Parts, die intensive Betreuung bei Fragen der Umform- und Fügetechnik bis hin zur Unterstützung der Serienproduktion im Presswerk mit modernsten Analysegeräten.

Unterstützung bei Stahl-Werkstoffen für viele Branchen

„Unser Schwerpunkt“, so Oliver Hoffmann, „liegt derzeit auf der Automobilindustrie. Aber ich bin sicher, dass wir in absehbarer Zeit auch andere Schlüsselbranchen intensiver unterstützen werden.“ Das könnte vor allem die Elektrotechnik und die Weißwarenindustrie sein. Auch dort sieht Hoffmann Lücken für neue Stahlwerkstoff-Anwendungen und den entsprechenden Entwicklungsbedarf.

„Wichtig sind für uns die Simulationstechniken“, meint Hoffmann. „Denn damit können wir dem Entwickler beim Kunden frühzeitig die Überprüfung unserer Werkstoffe ermöglichen. Das geht so, dass sie den Werkstoff erst einmal beschreiben, dann dieses Werkstoffmodell in eine Umformsimulation bringen um dann die Werkstoffeigenschaften für eine Crashsimulation und Festigkeitssimulation bringen können. Dabei arbeiten wir auch mit den Softwareentwicklern, wie etwa Autoform, eng zusammen.“

Bei allen Aktivitäten der Thyssen-Krupp-Steel-Anwendungstechnik – Division Auto geht es darum, nicht nur als reiner Stahllieferant zu agieren, sondern innovative Stahlprodukte, Oberflächentechnologien, Umformtechniken und maßgeschneiderte Fügetechnologien zu entwickeln und diese für eine fortschrittliche Fahrzeugtechnik mit einer globalen Engineering-Dienstleistung zu unterstützen.

Neben der bereits genannten T3-Profilanlage stehen auch andere modernste Fertigungstechniken zur Verfügung. Eine davon ist eine Ziehbiegekopf- und Freiformanlage für Rohre, die von Mewag auf die TKS-Anforderungen abgestimmt wurde.

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