Wasserstoff-Ära eingeläutet BMW und Toyota entwickeln Wasserstoffauto

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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BMW will mithilfe von Toyota 2028 mit der Serienproduktion eines Wasserstoffautos mit Brennstoffzelle (FCEV) beginnen.

Es sieht so aus, als ob die E-Mobilität einen starken Schwerpunkt in Sachen Wasserstoff legt. Ein kräftiger Impuls dafür könnte die heute bekannt gewordene Kooperation zwischen BMW und Toyota sein. In gut vier Jahren soll es laut BMW mit dem Bau der Fahrzeuge losgehen ...(Bild:  Hyundai)
Es sieht so aus, als ob die E-Mobilität einen starken Schwerpunkt in Sachen Wasserstoff legt. Ein kräftiger Impuls dafür könnte die heute bekannt gewordene Kooperation zwischen BMW und Toyota sein. In gut vier Jahren soll es laut BMW mit dem Bau der Fahrzeuge losgehen ...
(Bild: Hyundai)

Der japanische Autobauer Toyota und BMW haben vereinbart, gemeinsam die nächste Generation der Brennstoffzellen-Technik zu entwickeln. Genauer gesagt, geht es um ein mit Wasserstoff betriebenes neues Auto. Die Zusammenarbeit bei Einkauf und Entwicklung soll für große Stückzahlen sorgen und damit die Kosten niedrig halten. BMW-Chef Oliver Zipse kommentiert, dass dieser Schritt eine neue Ära mit erheblicher Nachfrage nach Brennstoffzellen-Elektrofahrzeugen einläuten wird. Toyota-Präsident Koji Sato sprach von einer neuen Stufe in der langen Zusammenarbeit beider Unternehmen, die zum Ziel hat, eine Wasserstoffgesellschaft aufzubauen. Angesichts zunehmend knapper Batterierohstoffe einerseits und unzureichender E-Ladenetze andererseits will Zipse nicht alles auf eine Karte setzen. Elektroautos, die ihren Strom aus Wasserstoff statt aus einer Batterie beziehen, sieht er als perfekte Ergänzung.

Noch mangelt es an Wasserstoff-Tankstellen

Die zweijährige Erprobung einer Kleinserie des Wasserstoff-BMW iX5 Hydrogen mit Kunden in Asien, Amerika und Europa habe gezeigt, dass die Technik sehr robust, einsatzbereit und serienreif sei. Der BMW-Konzern werde damit auch unabhängiger von stark gefragten Batterierohstoffen, wie Lithium, Nickel, Mangan und Kobalt. Toyota, Honda, Hyundai und einige andere Hersteller haben die Wasserstofftechnik auch bereits in Serie. In Deutschland gibt es aber bisher nur wenige Wasserstoff-Tankstellen. In China, Südkorea, Japan und in Kalifornien sei das Netz deutlich besser, wie BMW betont. Aber für Lastwagen werde ohnehin ein flächendeckendes Netz aufgebaut. In welchem Werk BMW sein Wasserstoffauto in Serie baut, wurde noch nicht verraten. Dabei spielten E-Ladenetze, Wasserstoffinfrastruktur und die BMW-Verkaufszahlen eine Rolle. In Deutschland gibt es derzeit um die 100 Tankstellen, wobei Berlin, Hamburg und München die meisten zu bieten haben.

Wasserstoff ist für große Autos besser

Die Kundenwünsche sind aber weltweit verschieden. Ein FCEV fährt mit grünem Wasserstoff genauso emissionsfrei wie ein Batterieauto. Im Gegensatz zum Batterieauto könne es aber große Strecken auch bei großer Hitze oder Kälte ohne lange Ladepausen fahren, wie die BMW-Techniker betonen. Eine Tankfüllung dauert nur drei Minuten – das ist sogar kürzer als das Betanken der meiste mit Flüssiggas (LPG) betriebenen Fahrzeuge. Der Wasserstoff wird in der Brennstoffzelle in Strom für den Elektromotor umgewandelt. Aus dem Auspuff kommt quasi nur noch Wasserdampf. Welches Modell BMW zusätzlich als Wasserstoffauto anbieten wird, steht auch noch in den Sternen. Aber die Vorteile kämen bei großen, schweren Fahrzeugen besser zum Tragen. Und die Produktionskosten sind wegen der kleinen Stückzahlen und des teuren Platins in den Brennstoffzellen noch sehr hoch. (Allerdings entfällt dann das Platin für den Katalysator, weil es wohl keine Abgasreinigung mehr braucht).

Lieber Wasserstoff als Windräder abschalten

BMW kauft die Brennstoffzellen für sein Wasserstoffauto bei Toyota und liefert Bauteile an die Japaner. Toyota gilt als weltweit führend bei Brennstoffzellen und ist mit der Oberklasselimousine Mirai bereits seit langem auf dem Markt mit Wasserstoff unterwegs. Auch China setzt auf eine Kombination von Batterieautos (BEV), Plug-in-Hybriden (PHEV) und Wasserstoffautos (FCEV). Wasserstoff ist leicht zu transportieren und gilt als guter Stromspeicher für überschüssige Wind- und Solarenergie. Strom direkt zu nutzen sei zwar effizienter als über den Umweg Wasserstoff, aber noch weniger effizient ist es, Windräder und Solaranlagen abzuschalten, wenn ihr Strom nicht gebraucht wird, wie BMW anmerkt.

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