Temperaturgeführte Logistik Cargofresh stellt Insolvenzantrag
Die Cargofresh AG und ihre Tochtergesellschaft Cargofresh Engineering GmbH in Ahrensburg haben am 12. November 2009 Insolvenzanträge beim Amtsgericht Reinbek gestellt. Betroffen sind etwa 100 Mitarbeiter an zwei Standorten in Schleswig-Holstein, wie Cargofresh berichtet.
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Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Steffen Koch aus Hamburg bestellt. Beide Gesellschaften sollen der Meldung zufolge vollumfänglich fortgeführt werden.
Markt mit Wachstumspotenzial
Die mittelständischen Unternehmen Cargofresh AG und Cargofresh Engineering GmbH vermarkten Energiesysteme wie Schaltanlagen und Mittelspannungsanlagen sowie Anlagen für die sogenannte Controlled-Atmosphere-(CA-)Technik.
Mit der CA-Technik für Seecontainer können Lebensmittel wesentlich länger transportiert und gelagert werden als mit herkömmlicher Kühlung – ein Markt, dem Fachleute ein hohes Wachstumspotenzial zusprechen.
Hauptkunden für diese Technik sind Reedereien, eine Branche, die besonders stark von den negativen Auswirkungen des Krisenjahres 2009 betroffen ist.
Gute Perspektiven für die Zukunft
Aufträge, mit denen fest gerechnet wurde, seien von den Kunden offenbar wegen der Auswirkungen der Wirtschaftskrise verschoben worden, so der bisherige Cargofresh-Vorstand Peter W. Wich. Die Perspektiven für die Zukunft seien aber weiterhin für beide Bereiche sehr gut.
Eigentlicher Anlass für die Insolvenzanmeldung ist nach Auffassung von Peter W. Wich, dass die Hauptaktionärin, die Hamburger Beteiligungsgesellschaft Ponaxis AG, der Cargofresh AG einen benötigten Überbrückungskredit nicht geben wollte, obwohl Cargofresh ausreichende Sicherheiten geboten habe.
Nach seinem ersten Eindruck sind die Voraussetzungen für eine Weiterführung der beiden Geschäftsbereiche in eigenständigen GmbHs gut, urteilt Rechtsanwalt Dr. Koch, der auf eine hohe Erfolgsquote bei Unternehmens-Turnarounds verweist.
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