In fester Hand China beherrscht die komplette Lieferkette für Batterien

Quelle: Fraunhofer-FFB 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Produktion von Batterien erfordert eine komplexe und global vernetzte Lieferkette. Eine aktuelle Studie belegt, dass China fast die gesamte Wertschöpfungskette von Lithium-Ionen-Batterien dominiert.

Europa aufgepasst! Eine Forschungsgemeinschaft aus Münster hat sich mal unter die Lupe genommen, wie die globale Rohstoffverteilung in Bezug auf Lithium, Kobalt, Mangan und Nickel aussieht. Lesen Sie hier, was bei der Analyse herauskam ...(Bild:  Fraunhofer-FFB)
Europa aufgepasst! Eine Forschungsgemeinschaft aus Münster hat sich mal unter die Lupe genommen, wie die globale Rohstoffverteilung in Bezug auf Lithium, Kobalt, Mangan und Nickel aussieht. Lesen Sie hier, was bei der Analyse herauskam ...
(Bild: Fraunhofer-FFB)

Lithium, Kobalt, Nickel und Mangan sind für die Herstellung von Batteriezellen unersetzlich, wenn es um die Mobilitätswende geht, wie man weiß. In großen Batteriepacks, wie sie zum Beispiel in einem Tesla-Model-S-Plaid verbaut sind, stecken nicht weniger als rund 122 Kilogramm sogenannter mineralischer Rohstoffe. Geografisch verfügen aber nur wenige Länder über die Ressourcen, die für den Ausbau der Elektromobilität in großen Mengen benötigt werden. Dazu zählen aber China, Australien und die Demokratische Republik Kongo. Die Herausforderung ist nun, dass mineralische Rohstoffe ganz am Anfang der Lieferkette für die Batteriezellproduktion stehen und Europa fast gänzlich von Importen abhängig ist. Die Studie der Universität Münster und der Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB) skizziert nun die Besitzverhältnisse genauer, die hinter Minen, Raffinerien und Produktionsanlagen entlang der gesamten Batterielieferkette stecken.

Europas Abhängigkeit von China birgt Gefahren

Die Ergebnisse offenbaren nun die Vormachtstellung Chinas. Denn das Land beherrsche nahezu die gesamte Wertschöpfungskette von Lithium-Ionen-Batterien, was von der Rohstoffgewinnung bis zur Fertigung der Batterien reiche. Zwangsläufig kontrolliert China sowohl nationale als auch internationale Produktionskapazitäten. Die einzige Ausnahme ist der Rohstoff Mangan. Die Tatsache, dass China mit einem Anteil von über 98 Prozent den Großteil der Lithium-Eisenphosphat-Aktivmaterialien produziert, bedeutet eine unmittelbare Abhängigkeit Europas bei dieser günstigeren Batteriechemie. Und diese wachsende Rohstoffdominanz Chinas gefährde die Zukunft der europäischen Elektromobilität. Diese Abhängigkeit macht Europa also verwundbar. Geopolitische Spannungen oder Exportstopps könnten deshalb zu massiven wirtschaftlichen Schäden und Verlusten in Milliardenhöhe führen, wie die Experten mahnen.

Der Westen hängt zwischen Aufholjagd und Abhängigkeit

Ähnlich wie China, intensivieren aber auch Europa und die USA ihre Bemühungen, durch den Erwerb von Minen und Raffinerien größere Kontrolle über die Lieferkette von Lithium-Ionen-Batterierohstoffen zu gewinnen. Während die USA bei den Eigentumsanteilen am Lithiumabbau weltweit an zweiter Stelle stehen und Europas Anteile vergleichsweise gering sind, zeigt sich bei Nickel und Kobalt aber ein umgekehrtes Bild. Besonders betroffen von Unternehmensübernahmen sind dabei Australien, Indonesien und die Demokratische Republik Kongo, die als Schlüsselregionen für den Abbau von Lithium, Nickel und Kobalt definiert wurden. So stammen rund 74 Prozent des weltweiten Lithiums aus Australien und Chile. Doch chinesische (29 Prozent) und US-amerikanische Unternehmen (26 Prozent) halten die größten Anteile an der Produktion. Europa besitzt derzeit keine nennenswerten Lithiumanteile im Ausland. Diese Entwicklungen unterstrichen den globalen Wettbewerb um kritische Rohstoffe und die strategische Neuausrichtung der Wertschöpfungsketten.

Ausfuhrbeschränkungen im Fall von geopolitischen Auseinandersetzungen hätten nicht zuletzt weitreichende Auswirkungen auf die Stabilität der globalen Batterielieferkette zur Folge. Mögliche Hebel für eine sichere und souveräne Batterielieferkette in Europa könnten deshalb Investitionen in den Ausbau eigener Raffineriekapazitäten, die Förderung strategischer Rohstoffpartnerschaften und die Stärkung der lokalen Kreislaufwirtschaft sein. Das gemeinsame Papier von FFB und der Uni Münster stützt sich deshalb auf eine umfassende Datenanalyse. Dazu wurden die Eigentumsverhältnisse entlang der globalen Lithium-Ionen-Batterie-Lieferkette analysiert und mit der geografischen Verteilung der Produktionsanteile verglichen, wie man erklärt. Es enthält eine Übersicht zu Eigentumsverhältnissen und Produktionsanteilen in der besagten Lieferkette mit Blick auf die Rohstoffe Lithium, Nickel, Kobalt und Mangan.

(ID:50325937)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung