Weitreichende Wirkung

Das sind die Verlierer im Handelskrieg durch Trump

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Autobau in Mexiko könnte in die USA abwandern

Der Branchenexperte Stefan Hecht von der Unternehmensberatung Advyce & Company hat da schon konkretere Gedanken. Denn er erwartet, dass die Hersteller zumindest einen Teil der Fertigung von Mexiko in die USA verlagern, wo VW, BMW und Mercedes ebenfalls Werke betreiben. Dazu äußerten sich die drei Hersteller zunächst nicht. Auch zu den VW-Plänen einer neuen Batteriezellfabrik im kanadischen Ontario sagte der VW-Sprecher zunächst nichts. Die Fabrik soll aber nicht zuletzt die Elektroautowerke des Konzerns in den USA beliefern.

Die Zeche des Zollkrieges wird der US-Verbraucher zahlen

Die Menschen in den USA sieht Außenhandels-Experte Jandura als Verlierer der Zoll-Politik ihres Präsidenten. Denn Trumps Entscheidung wird sie teuer zu stehen kommen, weil Zölle immer bilateral wirksam werden. Gegenmaßnahmen der betroffenen Länder würden einen Handelskonflikt zwischen den Nationen noch verschärfen, warnte er. Die Verlierer sind immer die Endverbraucher, die die Preissteigerungen an der Kasse spüren. Trump verteidigte kurz darauf dennoch die Zölle gegen die Kritik, sie träfen die eigenen Bürger. Der Schritt werde Amerika aber wieder großartig machen. Das, glaubt Trump, wird den Preis wert sein, der dafür zu zahlen ist, wenn es nun so kommt. Wer letztlich für die Zölle aufkommt, hängt aber auch von den Lieferverträgen zwischen Käufer und Verkäufer ab. In der Regel sind es die Importeure, die höhere Kosten an Verbraucher weitergeben. Ein Beispiel: Wenn Autos wie in den USA von Zulieferungen aus Mexiko und Kanada abhängen und auf diese Teile Zölle erhoben werden, werden die Autos automatisch teurer.

Die von US-Zöllen geplagten Länder wehren sich

Noch in der gleichen Nacht, in der Trump die Zölle ausrief, kündigten Kanada, Mexiko und China Gegenmaßnahmen an. Kanada will ab 4. Februar unter anderem Gegenzölle in Höhe von 25 Prozent auf US-Waren erheben. Auch Mexiko und China kündigten entsprechende Gegenmaßnahmen an. Zusätzlich will China eine Klage bei der Welthandelsorganisation (WTO) einreichen. Ob das Land Recht bekommt, ist aber offen. Denn die 166 WTO-Mitgliedsländer haben sich zu fairem Handel und einem Abbau von Handelshemmnissen wie Zöllen verpflichtet. Nur unter bestimmten Voraussetzungen können Zölle WTO-konform über das beim Beitritt versprochene Niveau angehoben werden. Ein Argument wäre, dass sonst die nationale Sicherheit gefährdet sei.

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