IT-Sicherheit Datenklau mit USB-Sticks

Autor / Redakteur: Hans Dieball / Ulrike Gloger

Kein PC-Anwender möchte ihn missen, den USB-Stick. Doch Vorsicht im allzu sorglosen Umgang ist angebracht. Die kalifornische Sandisk Corporation untersuchte, welche Gefährdung für die Datensicherheit von ungesicherten USB-Flash-Laufwerken ausgehen kann. Hier die wichtigsten Ergebnisse der Studie.

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Jenem Drahtstift, der seinerzeit – anno 2000 – noch Disk-on-Key hieß, gaben die Marktforscher nicht die geringste Chance: zu teuer, zu umständlich und einfach überflüssig, gebe es doch Disketten und CD-ROM als leistungsstarke Datenspeicher. „Vergessen Sie es, dieses Gerät wird es auf keinen Fall am Markt schaffen“, lautete das Fazit einer mehr als 100-seitigen Marktanalyse.

Doch der israelische Tüftler Dov Moran ließ sich nicht beirren, war er doch überzeugt von seiner Erfindung und vor allem davon, dass alle Welt auf seinen Datenspeicher gewartet habe. Und der USB-Stick wurde für sein Unternehmen nahe Tel Aviv zum Welterfolg. Kamen die ersten Sticks noch mit einer Speicherkapazität von 8 MByte auf den Markt, so reicht heute ihre Kapazität längst weit in den GByte-Bereich hinein.

Massenhaft sind heute USB-Sticks, auch Flash-Laufwerke genannt, in Gebrauch. Doch schon bringen sie auch neue Probleme für die Anwender und damit für die Unternehmen mit sich, wenn sie sich der Kontrolle und Wartung durch die Systemadministratoren entziehen: Potenzielle Schadstoffsoftware kann unerkannt eingeschleust werden, unkontrolliert können firmeninterne Daten aus dem Unternehmen gelangen, abhanden gekommene Sticks werden von Unbefugten gelesen.

Geschäftliche Daten aller Art auf USB-Sticks

Sandisk Corporation, einer der weltweit größten Lieferanten von Flash-Speicherkartenprodukten, wollte es genau wissen und beauftragte Applied Research-West in den USA mit einer Telefonbefragung über den Gebrauch von Flash-Laufwerden im Unternehmen. Die Ergebnisse der Befragung ließen erkennen, wie weitgehend praktisch jegliche geschäftlichen Daten auf private USB-Sticks herunterkopiert werden (siehe Grafik).

Hinzu kommt, dass auch die Mobilität bei USB-Sticks ein erhebliches Risiko des Datenverlustes bedeuten kann, wenn sie unachtsam liegen gelassen werden oder sonstwie abhandenkommen. So gab immerhin einer von zehn Endnutzern an, selbst schon einmal ein Flash-Laufwerk an irgendeinem öffentlich zugänglichen Ort gefunden zu haben, wobei 55% der Befragten zugaben, beim Fund eines USB-Sticks sich dessen Inhalt auch anzuschauen.

Ungesicherte USB-Sticks sind Sicherheitsrisiko

Die Umfrage, so Gil Mildworth, Senior Director of Marketing der Sandisk Enterprise Division, mache deutlich, dass zweifellos ein gewisses Bewusstsein bezüglich möglicher Gefahren mit ungesicherten USB-Sticks, also ohne Passwortschutz, bestehe. „Die meisten IT-Leiter“, so resümiert er weiter, „wissen, dass Sicherheitslücken zur Entwendung personenbezogener Daten sowie zur Gefährdung von geistigem Eigentum und Geschäftsgeheimnissen führen wie auch zu erheblichen Schäden im PR- und Finanzbereich der Unternehmen beitragen können.“

Damit lasse die Umfrage erkennen, dass offenbar bei den IT-Verantwortlichen viel Nachholbedarf zur Abwendung von Gefahren besteht: durch effektivere Methoden und Lösungen im technischen Bereich wie auch Anweisungen über Einsatz, Aufbewahrung und Sicherung von USB-Sticks im Unternehmen.

Nur 32% der Unternehmen, so stellt Sicherheitsspezialist Pointsec (inzwischen übernommen von Check Point Software Technology) aufgrund einer Befragung von 130 IT-Fachkräften im Unternehmen fest, verschlüsseln sensible Informationen auf den USB-Sticks, obwohl 69% einen USB-Stick benutzen. Dazu Petra Jenner, Geschäftsführerin der Check Point Software Technologies GmbH: „Unternehmen, die auf die Vorteile mobiler Endgeräte setzen, sollten unbedingt zentrale Schutzmaßnahmen ergreifen, auf die der einzelne Anwender möglichst wenig Einfluss hat.“ Denn, so Jenner: „Wer die entsprechende kriminelle Energie aufbringt, hat das ganze Unternehmen in der Hand.“

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