Offizielle Kritik Gutachten bringt DB-Cargo-Chefin Nikutta in Erklärungsnot

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Bei der krisengebeutelten DB Cargo gerät die Vorstandsvorsitzende Sigrid Nikutta immer stärker unter Druck, was an einem internen Gutachten liegt ...

Da hat Sigrid Nikutta, die DB-Cargo-Chefin, noch positiv in die Zukunft geschaut. Heute weht ihr ein eher rauher Wind um die Nase. Denn in einem Gutachten wird ihr unterstellt, dass ihre angelegten Sparmaßnahmen nichts bringen. Die Gewerkschaft verlangt schon ihre Abberufung.(Bild:  Deutsche Bahn)
Da hat Sigrid Nikutta, die DB-Cargo-Chefin, noch positiv in die Zukunft geschaut. Heute weht ihr ein eher rauher Wind um die Nase. Denn in einem Gutachten wird ihr unterstellt, dass ihre angelegten Sparmaßnahmen nichts bringen. Die Gewerkschaft verlangt schon ihre Abberufung.
(Bild: Deutsche Bahn)

DB Cargo ist seit geraumer Zeit in Schieflage und schreibt seit Jahren rote Zahlen. Bislang wurden die Bilanzen stets vom Mutterkonzern ausgeglichen, durch das EU-Beihilfeverfahren ist das aber nicht mehr möglich. Sparen sollte helfen. DB-Cargo-Chefin Nikutta setzte bei ihrem Sanierungskurs zuletzt auf Personalabbau und den Verkauf von Fahrzeugen. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung zuvor berichtete, soll DB Cargo den Plänen nach in den nächsten Jahren von 19.000 auf 10.000 Beschäftigte schrumpfen. Auch zahlreichen Werkstätten drohe die Schließung. Viel Hoffnung steckte die Managerin auch in die Förderung des Einzelwagenverkehrs durch den Bund. Dabei werden die Waggons mehrerer Kunden zu einem Zug zusammengeführt und zu verschiedenen Zielen gebracht. Doch ein internes Gutachten der Strategieberatung Oliver Wyman kritisiert das vorgelegte Sanierungskonzept für DB Cargo deutlich, wie die dpa erfahren hat. Das Konzept von Nikutta ist demnach nicht wirklich geeignet, eine nachhaltige Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit der DB Cargo AG mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sicherzustellen. Zuvor berichtete der Spiegel übrigens darüber. Nötig ist demnach vielmehr, dass die Transporttochter des Bahn-Konzerns schon im nächsten Jahr wieder schwarze Zahlen schreibt.

Gewerkschaft ist für die Abberufung Nikuttas

So hat es auch die EU-Kommission im Rahmen eines Beihilfeverfahrens bestimmt. Nikutta hat dem Unternehmen deshalb auch den strengen Sparkurs verordnet, der im Gutachten nun als nicht wirklich zielführend kritisiert wird. Demnach sind wohl auch einige Annahmen in der Planung sehr optimistisch und im momentanen Markt- und Wettbewerbsumfeld wahrscheinlich nicht erreichbar. Grundsätzlich hält man aber eine erfolgreiche Sanierung des Unternehmens für möglich. Nach dpa-Informationen hat die Bahn die Untersuchung selbst in Auftrag gegeben. Der bundeseigene Konzern äußerte sich auf Anfrage aber nicht zu dem Gutachten. Die Sparte ist nicht zuletzt wichtig, um Güter von der Straße auf die Schiene zu bekommen. Gleichzeitig ist der Einzelwagenverkehr aber auch sehr teuer. Die seit 2024 geltende Förderung reichte zuletzt für DB Cargo nicht aus, um letzteres Konzept profitabel zu machen. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG verlangt aber – auch angesichts eines Minus von rund 3,1 Milliarden Euro – die Abberufung Nikuttas. Wörtlich: „Während die Belegschaft Tag für Tag alles gibt, damit die Züge fahren, verkauft die Führungsebene das Tafelsilber, schickt nötiges Personal nach Hause und vergibt Leistungen ohne Not an Dritte.“

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