Luftpost-Aus! Deutsche Post stoppt inländischen Brieftransport per Flugzeug

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Nach über 62 Jahren hat die Deutsche Post ihre Briefbeförderung per Flugzeug im Inland eingestellt, wie die dpa meldet.

Ende einer Ära! Heute Nacht starteten die letzten Flugzeuge, mit denen die Deutsche Post innerhalb Deutschlands Briefe verschickt hat. Warum man sich von dieser Art des Brieftransports nun nach 62 Jahren verabschiedet, erklärte das Unternehmen der dpa.(Bild:  DHL)
Ende einer Ära! Heute Nacht starteten die letzten Flugzeuge, mit denen die Deutsche Post innerhalb Deutschlands Briefe verschickt hat. Warum man sich von dieser Art des Brieftransports nun nach 62 Jahren verabschiedet, erklärte das Unternehmen der dpa.
(Bild: DHL)

Letzte Nacht hob die letzte Maschine um kurz nach Mitternacht in Berlin ab und flog nach Stuttgart – noch einmal mit Briefen beladen. Kurz zuvor waren in Hannover, München und Stuttgart andere Flieger gestartet. Insgesamt etwa 1,5 Millionen Briefsendungen mit einem Gewicht von 53 Tonnen waren an Bord der sechs Maschinen. Das entspricht circa drei Prozent der Briefmenge, die in Deutschland zuletzt täglich von der Post transportiert wurde. Deshalb verzichtet die Deutsche Post nun auf die Briefbeförderung per Transportflugzeuge, um Kosten zu senken und eine bessere Klimabilanz zu haben. Denn auf dem Landweg sinke der CO2-Ausstoß pro Brief um gut 80 Prozent, wie das Unternehmen betont.

Das Ende einer Post-Ära ist gut für die Umwelt

„Wir beenden die Ära der Nachtflüge für den Brieftranspert mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, kommentiert der zuständige Post-Manager Marc Hitschfeld. Der Brieftransport per Flugzeug innerhalb Deutschlands sei in Zeiten des Klimawandels nicht mehr zu rechtfertigen. Auch sind Briefe nicht mehr so eilig wie sie es einmal waren, heißt es weiter. Insofern sei das Ende der deutschen Luftpost letztlich eine gute Nachricht für die Umwelt, doch damit gehe auch ein Stück Postgeschichte verloren.

Eine kleine Geschichte zur Lufpost in Deutschland

Das sogenannte Nachtluftpostnetz war am 1. September 1961 offiziell in Betrieb genommen worden, nachdem der damalige Postminister Richard Stücklen (CDU) einen Vertrag mit der Lufthansa unterzeichnet hatte, wie man erfährt. Das sollte die Briefbeförderung auf den Langdistanzen wesentlich beschleunigen. Mit den Jahren wurde der Lufttransport ausgebaut. Noch 1996 waren 26 Flugzeuge unterwegs, die 45 Ziele ansteuerten, wobei damals Frankfurt noch als Drehkreuz fungierte. In fünf Nächten pro Woche wurden Briefe mit einem Gewicht von durchschnittlich jeweils 430 Tonnen befördert. Doch danach sank die Nachfrage nach Briefen angesichts der Digitalisierung und veränderten Kommunikationsgewohnheiten der Menschen deutlich. Folglich wurde auch die Zahl der Flüge schrittweise reduziert. Die Lufthansa stieg 2008 aus dem Geschäft aus, zuletzt waren nur noch vier Flugzeuge von Tuifly und zwei von Eurowings unterwegs. Es waren normale Passagierflugzeuge, die für den Brieftransport mit gelben Post-Kisten gefüllt wurden. Die Behälter kamen in den Bauch der Maschine, auf die Sitze sowie in den Handgepäck-Stauraum. Es wurden nur Briefsendungen geladen und keine Pakete.

Zeitdruck auf die Post wird sich bald abschwächen

Aber noch ist die Post gesetzlich verpflichtet, wie betont wird, 80 Prozent der eingeworfenen Briefe am nächsten Werktag beim Empfänger abzugeben. Wegen dieses Zeitdrucks setzte sie auch nach der Jahrtausendwende weiterhin auf die Flugzeugbeförderung, obwohl längst E-Mails, Handy-Nachrichten und Chats dominierten. Derzeit wird auch das veraltete Postgesetz umfassend reformiert, heißt es weiter. Die Novelle sei zwar noch nicht verabschiedet, es sei aber politischer Konsens, den Zeitdruck auf die Post abzuschwächen. Daher benötigt das Unternehmen die Flüge nicht mehr und zieht schon jetzt einen Schlussstrich, wie angemerkt wird.

Weltweite Briefsendungen werden weiterhin fliegen

Wer allerdings Briefe erwartet, die in weit entfernten Regionen Deutschlands aufgegeben wurden, könnte etwas mehr Geduld brauchen. Denn die durchschnittliche Beförderungszeit der Briefe wird sich durch das Ende der Transportflüge etwas verlängern. Doch wie viel länger, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden. Ganz ohne Flugzeuge komme die Post aber auch künftig nicht aus, was das Briefgeschäft betreffe. Denn bei Schreiben ins Ausland setzt das Unternehmen weiterhin teilweise auf Luftpost. Diese geringen Mengen werden aber einfach als Beiladung im Bauch von regulären Passagiermaschinen befördert.

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