Kein Ende in Sicht Deutsche Unternehmen beklagen zunehmenden Materialmangel

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die deutsche Industrie hat laut Analysen mit einem sich verschärfenden Materialmangel für die Produktion zu kämpfen. Wie man glaubt, ist der Grund dafür in China zu suchen ...

Materialmangel! Das Münchener Ifo-Institut hat deutsche Unternehmen gefragt, wie es mit kritischen Rohstoffen aussieht. Seit Oktober hat sich demnach der Druck auf die Unternehmen verstärkt, was vor allem an Chinas Strategien liegt.(Bild:  Ifo)
Materialmangel! Das Münchener Ifo-Institut hat deutsche Unternehmen gefragt, wie es mit kritischen Rohstoffen aussieht. Seit Oktober hat sich demnach der Druck auf die Unternehmen verstärkt, was vor allem an Chinas Strategien liegt.
(Bild: Ifo)

Das Münchener Ifo-Institut hat sich in der deutschen Industrie mal wieder umgehört. Dabei kam heraus, dass vor allem Branchen, die auf Halbleiter und sonstige elektronische Bauteile angewiesen sind, Probleme haben. Demnach haben im Durchschnitt 11,2 Prozent der Unternehmen Schwierigkeiten bei der Beschaffung des benötigten Materials, was einen doppelt so hohen Anteil wie im Oktober bedeutet, wie die Experten anmerken. Zu den mutmaßlichen Ursachen zählen offensichtlich die chinesischen Exportkontrollen für seltene Erden, weil diese Rohstoffe bekanntlich etwa für Computerchips benötigt werden. Besonders die Automobilplayer werden davon geplagt. Laut einer separaten Umfrage der Handelskammer der EU in China plant nun mittlerweile ein knappes Drittel der dort ansässigen europäischen Firmen, sich neue Lieferanten außerhalb der chinesischen Grenzen zu suchen. Nach den Gründen fragte das Ifo-Institut aber nicht, doch hält es wohl einen politischen Zusammenhang für naheliegend. Die chinesische Regierung hatte ja Exportkontrollen für seltene Erden im Frühjahr verkündet. Für weitere Sorgen in der deutschen Industrie ist der europäisch-chinesische Streit um den niederländischen Chiphersteller Nexperia und dessen chinesischen Eigentümer verantwortlich. Etliche Fachleute gehen deshalb davon aus, dass die Pekinger Führung die Abhängigkeit europäischer und US-amerikanischer Unternehmen von chinesischen Vorprodukten nutzt, um politischen Druck auszuüben und die eigene Industrie zu fördern.

Peking hat deutsche Industrieproduktion im Würgegriff

Nach der Einschätzung der Münchener Experten haben die Exportkontrollen Folgen über den direkten deutsch-chinesischen Außenhandel hinaus, weil sie auch für Länder gelten, die chinesische Vorprodukte verbauen. So trifft der negative Effekt die deutsche Industrie auch mit Blick auf Einfuhren, die nicht aus der Volksrepublik stammen. Die Umfrage der EU-Außenhandelskammer in China zeige auch ein weiteres Mal, wie abhängig europäische Unternehmen von China seien. Denn über zwei Drittel der Befragten gaben an, dass ihre Werke außerhalb der Volksrepublik auf Vorprodukte aus China angewiesen sind. Chinas Exportkontrollen haben die Unsicherheit bei europäischen Unternehmen in der Volksrepublik also verständlicherweise noch erhöht. Die Risiken heißen lahmende Produktion oder schlimmstenfalls Stillstand. Die EU-Kammer fordere deshalb einen Mechanismus für allgemeine Genehmigungen. Was für europäische Unternehmen insgesamt gelte, treffe deutsche Player ganz besonders! Denn laut Berechnungen des Berliner Mercator-Instituts für China-Studien importiert die deutsche Industrie 95 Prozent ihrer benötigten seltenen Erden aus China, was weit über dem europäischen Durchschnitt liegt, obwohl schon seit Jahren darüber nachgedacht wird, dieses Manko zu beseitigen. Leider ist eher das Gegenteil eingetreten, wie man zugeben muss. Hinzu kommt, dass China derzeit versucht, deutsche Konkurrenz auf dem Weltmarkt zu verdrängen, wobei der Staat kräftigt unterstützt.

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