Alternativer Markt Deutsche Unternehmen blicken intensiver auf Indien

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Angesichts des Zollstreits zwischen den USA und China wollen deutsche Unternehmen lieber ihr Geschäft in Indien ausbauen, wie die dpa erfahren hat.

Riff umschiffbar? Indien rückt als attraktiver Markt für deutsche Unternehmen immer stärker in den Fokus, heißt es. Vor allem der herrschende Zollkrieg zwischen China und den USA befeuert diesen Trend ...(Bild:  Flaggowitsch)
Riff umschiffbar? Indien rückt als attraktiver Markt für deutsche Unternehmen immer stärker in den Fokus, heißt es. Vor allem der herrschende Zollkrieg zwischen China und den USA befeuert diesen Trend ...
(Bild: Flaggowitsch)

Der Zollstreit zwischen China und den USA geht weiter. Deshalb wurden deutsche Unternehmen von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG befragt, wie sie das Problem umgehen wollen. Demnach planen 79 Prozent in Indien bis 2030 zu investieren. Dieses Jahr seien es erst 53 Prozent. Über ein Drittel (35 Prozent) peilt, wie es weiter heißt, bis 2030 Summen von über fünf Millionen Euro für den Auftritt in Indien in die Hand zu nehmen. Indien sei Gewinner der Spannungen, heißt es in der Studie, für die im Frühjahr 97 Unternehmen befragt wurden. Demnach erwartet jedes zweite (50 Prozent), dass die Rivalität zwischen den USA und China positive Folgen für ihr Geschäft in Indien hat. Nur knapp jeder fünfte Befragte (18 Prozent) fürchtet negative Effekte auf das eigene Indien-Geschäft - etwa durch Handelsbarrieren. Laut der Umfrage will über die Hälfte der Befragten (56 Prozent) das Land bis 2030 als Produktionsstandort für den regionalen Markt nutzen. Für 68 Prozent zähle Indien zu den fünf wichtigsten Märkten.

Deutsche Unternehmen befürchten aber auch einen Indien-Effekt

Ein Hauptgrund für die Wahl Indien ist, dass das Land nicht primär im Fokus der US-Zölle steht und auch von den Gegenzöllen Chinas nicht tangiert wird, sagt die KPMG. Zusätzlich sei zu erwarten, dass innerhalb Asiens Indien mit niedrigeren US-Zöllen belegt werde und damit relative Vorteile genieße. Zwar sind die Unternehmen optimistisch für ihr Geschäft in Indien, doch zugleich fürchten 47 Prozent auch, dass indische Unternehmen ihnen mit Blick auf eine Zeitspanne von fünf Jahren überlegen sein könnten. Bei einer Befragung im Vorjahr glaubten daran nur 25 Prozent. Auf den Punkt gebracht, heißt das, dass die deutschen Unternehmen befürchten, dass sich der sogenannte China-Effekt durch die Schaffenskraft Indiens wiederholen könnte. Mittelfristig glaubten sie außerdem, dass dort ein neuer, ernstzunehmender Konkurrenz in den Startlöchern stehe. Und zwar bezogen auf den Weltmarkt!

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