Distributoren
Die digitale Transformation ist nicht verhandelbar

Ein Gastbeitrag von Håkan Strömbeck 5 min Lesedauer

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Es ist unbestritten, dass die digitale Transformation in der Distribution vorangebracht werden muss. Kosten und Emissionen müssen optimiert werden, kleinere Volumina müssen in kürzerer Zeit abgearbeitet werden. Der Markt verlangt nach Omnichannel-Strategien und neuen Dienstleistungen.

Laut einer McKinsey-Studie könnte KI Vertriebshändlern helfen, Lagerbestände um 20 bis 30 Prozent zu senken.(Bild:  Infor)
Laut einer McKinsey-Studie könnte KI Vertriebshändlern helfen, Lagerbestände um 20 bis 30 Prozent zu senken.
(Bild: Infor)

Die globalen Turbulenzen haben erhebliche Auswirkungen auf die Rahmenbedingungen der Großhändler. Geopolitische Instabilität, weltweite Handelskonflikte, steigender Kostendruck und zunehmende Regulierungen verändern den Status quo in hohem Tempo. Dies sind keine guten Nachrichten für eine Branche, die – insbesondere in Deutschland – in den letzten Jahrzehnten eher auf Vorsicht und Stabilität statt auf eine dynamische Einführung neuer Technologien gesetzt hat. Heute gilt jedoch: Nur wer offen für Innovationen ist, kann sich erfolgreich an steigende Kundenerwartungen und sich ändernde Marktanforderungen anpassen. Um die Kontrolle zurückzuerlangen, müssen die Distributionsunternehmen ihre Gewinne steigern, die Margen schützen und den Herstellern einen größeren Mehrwert bieten.

Triebkräfte des Wandels

Die Notwendigkeit, die digitale Transformation in der Distribution voranzubringen, hat mehrere Gründe, von denen viele regulatorischer Natur sind. Die neuen EU-Vorschriften zur Reduzierung der CO2-Emissionen betreffen in erster Linie die Geschäftskunden. Allerdings könnten Regulierungen wie der CO2-Grenzausgleichsmechanismus CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism) und das System für den EU-Emissionshandel (ETS) auch indirekte Auswirkungen auf die Händler selbst haben. Ähnliches gilt für den Digitalen Produktpass (DPP): Hier stehen aktuell die Hersteller in der Pflicht, doch zukünftig könnte die Distribution zur Drehscheibe für die Bereitstellung wichtiger Produktinformationen werden. Unternehmen, die dies nicht als zusätzliche Belastung, sondern als willkommene Chance begreifen, bietet sich die Möglichkeit, ihren Kunden mit spezialisierten Dienstleistungen einen zusätzlichen Mehrwert zu bieten.