Die Logistikbranche steht vor ständigen Herausforderungen, wie der Optimierung von Lieferketten, der Bewältigung von Engpässen und der Verbesserung der Abläufe. Process Mining ist ein Analyseverfahren, das es ermöglicht, Prozesse in Echtzeit zu überwachen, Schwachstellen zu identifizieren und Optimierungspotenziale aufzudecken.
Mithilfe des Analyseverfahrens Process Mining lassen sich in der (Intra-)Logistik verborgene Engpässe, ineffiziente Arbeitsabläufe und Möglichkeiten zur Optimierung aufdecken.
(Bild: itchaznong - stock.adobe.com)
Process Mining ist zu einem unverzichtbaren Werkzeug für Unternehmen geworden, das ihnen einen tiefen Einblick in ihre Geschäftsabläufe bietet. Es kann als das „Röntgengerät für Unternehmen“ bezeichnet werden, da es die internen Prozesse transparent macht und verborgene Engpässe, ineffiziente Arbeitsabläufe und Möglichkeiten zur Optimierung aufdeckt. Daten werden in ein spezielles Format aufbereitet und aus den verschiedenen IT-Systemen eines Unternehmens vereint, um diese Daten zu analysieren, zu visualisieren und zu interpretieren. Process Mining ermöglicht eine objektive und präzise Darstellung des Ist-Zustands. Es identifiziert Abweichungen vom Soll-Zustand, Flaschenhälse und Engpässe und gibt Unternehmen wertvolle Einblicke in mögliche Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Prozessoptimierung. Darüber hinaus ermöglicht es die Überwachung der Prozesse in Echtzeit, um schnell auf Veränderungen reagieren und Prozesse kontinuierlich verbessern zu können.
Die Technologie ermöglicht es, Potenziale in Echtzeit zu finden wie auch automatisch finden zu lassen. Process Mining integriert Logik, die Prozessabweichungen automatisch detektiert und auch mithilfe von Automatisierung Handlungen für die Logistik ableiten kann. Dadurch können Unternehmen schnell reagieren und sich ihren anspruchsvollen Bedingungen anpassen.
Zum Beispiel ermöglicht es das Tool, den Durchlauf von Aufträgen, den Auftragsstatus, den Versand und die Zahlungsvorgänge zu visualisieren und zu überwachen. Auf diese Weise können Unternehmen ganzheitlich die Prozesse steuern und abstimmen, um Verzögerungen in der Auftragsabwicklung zu vermeiden und die Kundenzufriedenheit sicherzustellen.
Process Mining vs. traditionelle Prozessoptimierung
Im Vergleich zur klassischen Prozessoptimierung bietet Process Mining einen entscheidenden Vorteil: Es basiert auf Daten und Fakten. Während bei der herkömmlichen Prozessoptimierung oft Annahmen, Schätzungen und Meinungen eine Rolle spielen, nutzt Process Mining die vorhandenen Prozessdaten, um objektive Einsichten zu gewinnen. Es ermöglicht eine genaue Darstellung der tatsächlichen Abläufe, identifiziert Engpässe und Schwachstellen und liefert fundierte Empfehlungen zur Optimierung.
Process Mining hat sich als äußerst nützliches Instrument in der Intralogistik, Transportlogistik und Bestandsoptimierung erwiesen. Indem es die Prozessdaten aus verschiedenen Systemen verknüpft, ermöglicht es eine detaillierte Visualisierung und Bewertung der Abläufe entlang des gesamten Waren- sowie Geldstroms. In der Intralogistik kann Process Mining helfen, Engpässe und ineffiziente Arbeitsabläufe in Lagerhäusern, Distributionszentren oder Produktionsversorgungen zu identifizieren. Indem alle Varianten der möglichen Prozessabläufe bekannt sind, können Idealprozesse erkannt werden entlang der digitalen Abdrücke in den Lagerbewegungen, Pick-Prozessen und Transporten.
Gegenüberstellung von „glauben“ (l.) und „wissen“, wie logistische Prozesse tatsächlich ablaufen.
(Bild: Logatik)
In der Transportlogistik werden die Distributionszentren, Routenplanungs-Tools und ERP-Systeme angebunden, um die Prozesse entlang der Lieferketten zu optimieren, indem das Tool die Auslastung der Fahrzeuge hinsichtlich Volumenausnutzung sowie Betriebskosten optimiert, Liefertermine überwacht, anpasst und kommuniziert. Darüber hinaus unterstützt es die Bestandsoptimierung, indem es Unternehmen dabei hilft, den optimalen Lagerbestand zu bestimmen und den Materialfluss effizient zu gestalten. Aufgrund der Einführung des Lieferkettengesetzes ist es wichtiger denn je, ein holistisches Bild des globalen Warenstroms abzubilden. Durch die Nutzung von Process Mining in diesen Bereichen können Unternehmen ihre operativen Prozesse verbessern, Kosten senken und eine Differenzierung vom Wettbewerb durch den Kundenservice erreichen.
Insbesondere Lagersysteme liegen im Fokus von Process Mining. Das Inventar eines Unternehmens interagiert mit vielen Abteilungen, wie beispielsweise Einkauf, Verkauf und Produktion. Hier kann Process Mining Zusammenhänge herausstellen, um das richtige Produkt zur richtigen Zeit am richtigen Ort liefern zu können. Dafür können die Bestände überwacht, Lieferzeiten und Änderungen können in Echtzeit abgebildet und es kann schnell reagiert werden.
Ergänzendes zum Thema
Durch den Einsatz von fortschrittlicher künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen wird Process Mining in der Lage sein, automatisch komplexe Zusammenhänge in den Logistikprozessen zu erkennen, in Echtzeit auf Prozessabweichungen zu reagieren und Empfehlungen zu geben sowie Optimierungen umzusetzen. Es wird eine umfassende Überwachung und Steuerung der Lieferketten ermöglichen, indem es Echtzeitdaten aus Sensoren, GPS-Systemen, Lieferanten-IT-Systemen und anderen Quellen nutzt. Die Prozesse werden nahtlos und effizient ablaufen, während menschliche Mitarbeiter ihre Aufmerksamkeit auf strategische Entscheidungen und die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren richten können.
Stand: 08.12.2025
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Ein weiterer Fokus liegt auf automatischen Systemen, welche bereits datenbasiert operieren. Diese Systeme werden unter hohem Ressourceneinsatz angeschafft und bieten oftmals eine sehr hohe Datenpräzision, welche oft reguläre Methoden zur Optimierung an ihre Grenzen stoßen lässt. In diesem Kontext werden meist Daten reduziert auf zwei Kennzahlen: Leistung und Auslastung.
Im konkreten Beispiel eines Hochregallagers sind diese Kennzahlen die Doppelspiele eines Lagersystems und die Quote belegter Lagerplätze. Aus der Transparenz in den Leistungsbilanzen konnten in einem Handelsunternehmen über 20 Prozent nutzbare Leistungsreserve identifiziert und mit operativen Maßnahmen in die Umsetzung gebracht werden, was den Invest in einen Ausbau um mindestens ein Jahr in die Zukunft verlagern konnte. (bm)